Batman - Arkham Asylum (PC)
Artikel veröffentlicht am 22.09.2009
Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ihr seid bereits Batman-Fan, dann werdet ihr vor Batman Arkham Asylum auf die Knie fallen. Oder ihr seid kein Fan - dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich das nach dem Spiel radikal ändern wird. Von Oliver Hartmann
Keine Angst, ihr müsst nicht wie üblich über euch ergehen lassen, wie der arme Bruce Wayne durch den brutalen Mord an seinen Eltern zum einsamen Rächer der Nacht mutiert. Batman Arkham Asylum zieht euch das Batman-Kostüm über und schmeißt euch ohne Umschweife sofort in die Handlung.
Die fängt im Prinzip sorgenfrei an: Erzfeind Joker wurde gerade von Batman festgenommen und soll in das Strafgefängnis Arkham Asylum überführt werden. Doch der gewiefte Joker hat Batman eine Falle gestellt, entkommt und riegelt die Anstalt hermetisch ab. Batman ist zusammen mit anderen Gesetzeshütern gefangen und sieht sich einer Übermacht fieser Gefangener gegenüber, die alle nach Jokers Pfeife tanzen.
Batman und Paul
Die Story zum Spiel stammt aus der Feder von Paul Dini, der an der Serie "Batman - The Animated Series" als Schreiber beteiligt war. Kaum jemand versteht es besser, eine packende Geschichte im Batman-Universum zu schreiben, und das werdet ihr dem Spiel anmerken.
Das Szenario ist wunderbar düster und wirkt wie ein zu Leben erweckter Comic. Lasst euch nicht vom Anstalts-Szenario abschrecken, es herrscht wirklich genug Abwechslung. Natürlich gibt es viele dunkle Zellentrakte, aber auch einen Botanischen Garten, der aus Bioshock stammen könnte. Alles wirkt ziemlich beklemmend und unheimlich. An den Wänden laufen auf alten Bildschirmen Anstalts-Informationsvideos. Im Hintergrund hört ihr bizarre Schreie, die durch die Gänge hallen.
Ein Batman sieht rot
Auf der Jagd nach dem Joker muss sich Batman vielen Schlägern entgegen stellen. Sind die in Reichweite, setzt er ihnen mit beherzten Schlägen zu. Zunächst wirkt das wie simples Buttonsmashen, im Laufe der Zeit werdet ihr aber merken, dass es dabei auf exaktes Timing ankommt und sich so punkteträchtige Kombos landen lassen. Die Choreographie der Kämpfe ist inklusive Zeitlupen einfach hervorragend.
Bewaffneten Gegnergruppen begegnet Batman eher unbeobachtet im Detektiv-Modus. Die Sicht ist dann blaugefärbt und ihr seht zusätzliche Dinge, die euch vorher verborgen waren. Gegner erscheinen knallrot und ihr erkennt, ob sie bewaffnet sind. Zusätzlich könnt ihr Details wie wichtige Hinweis, Fußspuren oder Fingerabdrücke sehen.
Zehn kleine Wächterlein...
Mittels Greifhaken kann sich Batman oberhalb der Feinde an der Decke unbemerkt entlang bewegen. Befindet sich eine Wache unter Batman, schaltet er sie von oben lautlos aus. Stellt ihr euch dabei geschickt an, entledigt ihr euch ganzen Gegneransammlungen, ohne dass ihr bemerkt werdet.
Im offenen Kampf hätte Batman, der schließlich nicht wie Superman unverwundbar ist, keine Chance. Dazu kommt, dass es einfach cool ist, so vorzugehen. Gegner bemerken, dass Kameraden fehlen. Die Angst geht langsam um und Panik kommt auf. Ihr selbst werdet euch in diesen Momenten extrem mächtig vorkommen, ein erhabenes Gefühl.
Stumpfe Führungsspitze
Überall in den Levels findet ihr geheime Extras vom Riddler, etwa versteckte Fragezeichen oder Aufzeichnungen von Patienteninterviews, die weitere Charakterdetails offenbar. Enttäuschend sind die Bossfights, die für dieses Spiel erstaunlich fantasielos sind. In der Regel beschränken sie sich darauf, dass ein Boss einen Haufen Gegner auf Batman hetzt. Da haben wir mehr erwartet.
Die ansonsten famose Technik auf Basis der Unreal Engine übertreibt es etwas mit den Muskelbergen. Ansonsten hat Entwickler Rocksteady ein rundum gelungenes Spiel abgeliefert, das wir in der Form nicht erwartet hatten. Und durch die Beschränkung auf wenige Charaktere bleibt genug Stoff für einen möglichen zweiten Teil, vielleicht dann mit Pinguin oder Two-Face.
Fazit
von Oliver Hartmann
Batman war schon immer mein Superheld Nummer Eins. Ein düsterer Charakter, der zwar übermächtig wirkt, dennoch menschliche Schwächen hat. Ein cooles Auto und bessere Gimmicks als James Bond, da kommt so schnell nichts ran. Mit dem Spiel bekommt Batman ein Denkmal gesetzt, wie zuletzt mit The Dark Knight in den Kinos. Und qualitativ passt dieser Vergleich auch ziemlich gut. Besser kann man einen Comic kaum versoften. Mit spannenderen Bossfights wäre eine noch höhere Wertung drin gewesen.

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