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Homefront (PC)

Artikel veröffentlicht am 05.11.2009

Rache ist süß - das dachten sich scheinbar auch die Nordkoreaner im Action-Shooter "Homefront". Denn fern von ausgelutschten Zweiter-Weltkrieg-Szenarien begleitet ihr die amerikanischen Streitkräfte diesmal nicht auf einem weltweiten Eroberungskreuzzug, sondern werdet selbst Ziel von Invasoren.

Wirtschaftskrise 2.0

Ihr müsst das Kuhkaff Montrose, eure Heimat, hinter euch lassen.

Nach einer zehnjährigen Energiekrise und dem Zusammenbruch der Wirtschaft sind die Vereinigten Staaten bestenfalls noch ein Schatten ihrer selbst. Kein Wunder, dass die neue Situation alte "Freunde" auf den Plan ruft - und so werden die USA selbst zum Ziel eines nordkoreanischen Angriffs.

Im Gegensatz zur Hochkonjunktur der asiatischen Invasoren haben die Vereinigten Staaten eher einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts zu verzeichnen. Von schlecht ausgerüsteten, unorganisierten Koreanern ist also weit und breit nichts zu sehen und der Sieg über Südkorea ist, im Angesicht von ferngesteuerten Panzern und High-Tech-Kampfanzügen, nur Makulatur.

Um nun die USA wieder zur alten Wirtschaftskraft zu führen - und natürlich zu retten - übernehmt ihr die Rolle des Widerstandskämpfers Connor Mason.

Drama Baby!

Mauern bieten auch Schutz vor fliegenden Feinden.

Die Level in "Homefront" sind packend inszeniert. Das gilt sowohl für die natürlich wirkende Umwelt, als auch für die actiongeladenen Kampfszenen. Dafür sorgt die aufpolierte Unreal-3-Engine. Granaten reißen tiefe Löcher in den Boden, und ehe ihr euch verseht, seid ihr von Brocken regelrecht überschüttet. "Wenn irgendetwas explodiert, wird die Physik so verändert, dass zum Beispiel Trümmerteile auf den Spieler zufliegen", erklärt der Entwickler die Drama-Engine.

Häuser fallen zusammen, Fahrzeuge brennen, Deckungen zerbröseln. Von einer komplett zerlegbaren Umgebung ist leider trotzdem keine Spur. Die Events sind größtenteils geskriptet, da laut Kaos Studios das Level-Design sonst zunichte gemacht würde. Der Soundtrack hingegen ist erste Sahne. Die musikalische Untermalung ist dynamisch, passt sich also dem Geschehen stufenlos an. Kurz gesagt: Spiel rummst, Musik auch.

Freiheit trotz Linearität

Hier gilt das Recht des Stärkeren... und des Schwereren.

Die Missionen aus "Homefront" sind zwar nicht mit Meilensteinen wie Fallout 3 oder Crysis vergleichbar, was jedoch wenig stören wird, da es trotzdem mehrere Möglichkeiten gibt, sich durch die gegnerischen Heerscharen zu kämpfen. Drohnen bieten sich beispielsweise unbemannt und damit als relativ sichere Späher an, sodass ihr nicht blind in die Arme der Nordkoreaner rennen müsst. Als weitere Hilfe dienen die Fahrzeuge der Feindbekämpfung - euch stehen Jeeps, Panzer und Luftfahrzeuge zur Verfügung. Aufgrund des linearen Spielablaufs ist der Vehikel-Einsatz jedoch stark eingeschränkt und findet nur im geplanten Wechsel mit Infanterie-Passagen statt.

Mauern und Wrackteile werden einen guten Schutz gegen die unerwünschten Invasoren bieten. Zum großen Taktieren wird es trotzdem nicht kommen, da der direkte Weg nach dem Motto "Ab durch die Mitte" meist auch zum erwünschten Ziel führen wird.

Variierende KI-Stärke

Neben euren eigenen Leuten und dem Feind werden die Städte auch von Zivilisten bevölkert.

Dass kein Gegner dem nächsten gleicht, trifft zwar nicht ganz zu, ihr solltet jedoch trotzdem darauf achten, welchem Uniformierten ihr gegenübersteht. So gibt es verschiedene Gegnertypen, deren Vorgehensweise und Intelligenz sich realistisch und abwechslungsreich unterscheiden. Koreanische Polizisten stellen zum Beispiel eher ungeschulte Widersacher dar, die wenig Erfahrung in erfolgreicher Kriegsmaschinerie haben. Die Mitglieder der Koreanischen Volksarmee (KVA) hingegen nutzen verstärkt Gefechtstaktiken wie das Flankieren.

Auch eure KI-Mitstreiter werden mit unterschiedlicher Taktik an eurer Seite kämpfen: Direkte Befehlsgewalt habt ihr zwar keine, die Verbündeten passen sich jedoch an eurem Stil an und übernehmen sogar vereinzelt Kontrolle über Vehikel.

Riesige Online-Schlachten

Der Multiplayer verspricht gute Action.

Einen Koop-Modus wird es für "Homefront" leider nicht geben, wodurch ihr auf ein gemeinsames Durchspielen der Story verzichten müsst. Neben der Kampagne soll jedoch ein Mehrspieler-Modus enthalten sein, der es in sich hat. Die Entwickler versprechen große Karten und eine vielseitige Fahrzeug-Palette. Dazu soll schnelles Wiederbeleben, eine sich ständig verschiebende Frontlinie und ein kompaktes Karten-Layout trotz riesiger Maps schnelle Action bieten, lange Laufwege werden großenteils eliminiert. Der Multiplayer erinnert also leicht an Battlefield - was mit Sicherheit auch daran liegt, dass ein kleiner Teil des Teams an Battlefield 2 arbeitete.

von Kevin Lunn, 05.11.2009, 22:12 Uhr Eigene Meinung:

Die Story von "Homefront" klingt zwar leicht merkwürdig, bringt jedoch ohne Zweifel Frischluft ins Genre der Kriegsspiele, weswegen man auch guten Gewissens über die lineare Levelgestaltung hinwegsehen kann. Die Inszenierung ist dank Drama-Physik packend und lässt nicht wirklich auf die verwendete Unreal-Engine schließen. Mehr Freiheit für den Spieler wäre zwar ganz nett, das große Waffen- und Fahrzeugarsenal bietet aber trotzdem viele Wege zum Ziel. Auch der Online-Modus scheint sich nicht verstecken zu müssen.


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