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Machinarium (PC)

Artikel veröffentlicht am 01.10.2009

Im Adventure-Genre ist Publisher Daedalic schon jetzt Kult. Ob der neueste Wurf namens "Machinarium" ebenfalls ein großer wird, zeigt sich Ende Oktober. Bei den Independent Game Awards konnte er bereits einen Preis für herausragende Grafik abstauben. Zu Recht, wie eine Demoversion beweist, die wir vorab ausgiebig spielen konnten. Von Andreas Hecken

Da fliegt mir doch das Blech weg

Hier kommen die ganzen Abwrackprämien her.

Wer Spiele wie Edna bricht aus kennt, der weiß, was ihn bei einem Adventure aus der Hansestadt erwartet: Liebevoll von Hand gezeichnete Hintergründe, eine abstruse Story und klassische Point&Klick-Elemente.

"Machinarium" bildet da keine Ausnahme. Als kleiner Roboter Josef landet ihr auf einem Planeten, der als Schrottplatz dient. Der Blechkumpan muss sich zuerst einmal selbst zusammenbauen, bevor er die Umgebung mitsamt seinen Bewohnern, Maschinen und Städten erkundet. Dabei gerät er prompt in eine Verschwörung und muss einen Sprengstoffanschlag auf den Bürgermeister vereiteln.

Mr. Roboto

Heavy Metal mal anders.

Optisch ähnelt "Machinarium" am ehesten "Samorost", das besondere Beliebtheit als Flash-Game im Internet genießt und bereits einen Nachfolger erhalten hat. Brauntöne bestimmen das Bild, alles wirkt standesgemäß schmutzig und verrostet. Allerdings überwiegt trotz der tristen Kulisse der kindliche Charme, der bereits das erwähnte Edna bricht aus und das aktuelle The Whispered World zu Hits gemacht hat. Knuddelroboter à la Walt Disneys "Wall E" solltet ihr jedoch nicht erwarten.

Heart of Steel

Wie ein Gemälde von Pieter Bruegel.

Die Bedienung wird wohl keine großen Überraschungen bieten. Bis auf einige nette Ideen wie Josefs Teleskopkörper, um durch enge Kanäle oder auf hohe Vorsprünge zu klettern, wird die "Gehe, nimm, kombiniere und bau an anderer Stelle wieder ein"-Taktik benutzt, die in den meisten Adventures zum Erfolg führt. Der Mauszeiger ändert je nach Einsatz sein Symbol, allerdings nur in einem sehr kleinen Bereich um die Spielfigur herum. Viele Funktionen wie die fehlende Anzeige aller benutzbaren Gegenstände oder das Speichern erscheinen noch sehr umständlich, aber das sollte bis zum Release zu beheben sein.

P-Machinery

Wenn ich groß bin, will ich Feuerwehrauto werden.

Die Story um fiese Maschinen, die den kleinen Josef und andere wehrlose Roboter ärgern, und die zu lösenden Probleme werden in Comics erzählt. Die laufen in Sprechblasen ab, sind originell und witzig gemacht. Die musikalische Untermalung besteht passenderweise aus dezentem Computergedudel, das auf Dauer jedoch ein wenig nervtötend wird. Alles in allem macht "Machinarium" einen recht ruhigen Eindruck, mit starkem melancholischen Einschlag, ohne jedoch düster zu wirken. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben ist guter Durchschnitt und eine gesunde Mischung aus Puzzlen und Kombinationsrätseln.

Fazit

von Andreas Hecken

Insgesamt macht "Machinarium" auf mich den Eindruck, prima als kleiner, aber feiner Lückenfüller zwischen wirklich großen Spielen zu dienen. Ohne wirklich an Niveau zu verlieren, reicht es doch nicht an die erfolgreichen Spiele heran, die "Daedalic" in der letzten Zeit herausgebracht hat. Kein Wunder: Die Szenerie, die Heldenfigur, die Rätsel sind bei einem kleinen tschechischen Indie-Entwickler entstanden. Daraus ist auch diesmal ein hübsch anzusehendes Adventure geworden, mit dem ein paar Stunden kurzweilige und durchaus humorige Unterhaltung garantiert sind.


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