Test Cross Edge: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

von Sandra Friedrichs (29. September 2009)

Cross Edge sollte ein Feuerwerk werden und alle bekannten Helden aus japanischen Rollenspielen in einem fesselnden Spiel vereinigen. Doch es wird den hohen Anforderungen nicht gerecht und endet in einem kleinen und unbedeutenden Strohfeuer.

Ihr trefft auf viele bekannte Gesichter der JRPG-Serien.Ihr trefft auf viele bekannte Gesichter der JRPG-Serien.

Starauflauf

Fans bisheriger japanischer Rollen- und Strategiespiele werden leuchtende Augen bei der Starbesetzung von Cross Edge bekommen: Es erwarten euch Helden aus Serien wie Disgaea, Ar Tonelico und Darkstalkers, die sich zusammen gegen die dunklen Mächte stark machen.

Doch das Spiel beginnt mit einem unbekannten Pärchen, das in einer anderen Welt aufwacht, ohne zu wissen, wie es dort hingekommen ist. York und Miko, beide pubertierende Teenager, erfahren von einer mysteriösen May von einer Verschwörung: Dunkle Mächte nehmen Seelen anderer Menschen gefangen und zerren sie in diese Welt. Das wollen sich York und Miko natürlich nicht gefallen lassen und ziehen los, um sich und alle anderen gefangen genommenen Seelen zu befreien. Auf ihrer Reise bekommen sie von Morrigan (Darkstalkers) oder auch Etna (Disgaea) tatkräftige wie hübsch anzusehende Unterstützung.

Wenn das nicht mal ein gewagter Ausschnitt ist.Wenn das nicht mal ein gewagter Ausschnitt ist.

Sex sells

Fast alle weiblichen Charaktere tragen ein Hauch von Nichts an ihrem virtuellen Leib. Ihr könnt im Verlauf des Spiels aber auch Kleidung für Männ- und Weiblein sammeln und damit nicht nur ihre Fähigkeiten erhöhen. Bei den weiblichen Charakteren ändert sich auch das Aussehen und sie treten im neuen Look ebenfalls in den Dialogen auf. Also wenn euch die halbnackten Frauen nicht zusagen, zieht ihr sie später einfach züchtig an.

Natürlich könnt ihr auch stundenlang Morrigan und ihren gewagten Ausschnitt betrachten. Dafür eignet sich der Speicherpunkt, in dem ihr verschiedene Shops zur Auswahl habt. Euer eigenes Team verkauft euch Items, Rüstungen oder Heilungen. Hört sich komisch an, ist es auch. Aber wer möchte nicht gerne von der Krankenschwester Morrigan behandelt werden? Männer würden die Behandlung sicherlich sofort in Kauf nehmen, bloß hat die Heilung einen viel zu hohen Preis, den ihr gerade am Anfang des Spiels nicht entrichten könnt. Frustration und Wut sind also schon programmiert. Da hilft auch kein riesiges Dekolleté.

Die Kämpfe sind zu überladen und kompliziert aufgebaut.Die Kämpfe sind zu überladen und kompliziert aufgebaut.

Komplizierte Angelegenheit

Was macht ein gutes Rollenspiel aus? Natürlich müssen Charaktere mit Ecken und Kanten vorhanden sein, in deren Haut ihr gerne schlüpft. Das bietet Cross Edge. Dann muss uns eine unterhaltsame und spannende Story für Stunden vor dem Fernseher fesseln. Da fällt das Spiel aber schon durch. Doch der größte Kritikpunkt ist das Kampfsystem. Euch erwartet von Anfang an ein komplizierter Battle-Modus, der euch vorweg mit Tutorials erklärt wird. Leider ist der Umfang viel zu groß, um alles auf die Schnelle zu verinnerlichen. Ein Blick auf den Kampf-Bildschirm wird euch erst einmal mit vielen Symbolen und Balken erschlagen. Jeder Knopf eures Controllers steht für eine andere Attacke; greift ihr euren Gegner an, könnt ihr innerhalb eines kurzen Zeitlimits den Charakter wechseln und mit ihm schnell angreifen, um Kombos und Spezialattacken auszuführen. Dieses wilde Hin- und Hergewechsel wird mit etlichen Lichteffekten unterstrichen. Darüber hinaus müsst ihr noch auf vier verschiedene Energieleisten achten.

Ihr verliert den Überblick? Kein Wunder bei dieser Komplexität! Doch auch nach dem Erlernen des komplizierten Kampf-Modus will der Funke nicht überspringen. Eines der wichtigsten Elemente eines guten Rollenspiels ist bei Cross Edge durchgefallen.

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