Test Gran Turismo: Gigantomanie mit Motivationsproblemen

von Daniel Frick (07. Oktober 2009)

"Gran Turismo 4" war mit Sicherheit das Rennspiel, das die PS2-Verkäufe am meisten ankurbelte, und das zu einem Zeitpunkt, in dem die erfolgreiche Konsole ihren Zenit fast schon überschritten hatte. Groß war die Freude bei den Rennspielfans, als eine PSP-Version angekündigt wurde. Und die Erwartung ebenfalls...

Das sind noch nicht mal alle Mercedes-Modelle!Das sind noch nicht mal alle Mercedes-Modelle!

Nichts abgespeckt bei den PS(P)-Rennern?

Vor allen Dingen die Ankündigung des japanischen Chefentwicklers Kazunori Yamauchi, dass die PSP-Version in keiner der Kerndisziplinen abgespeckt werden würde, sorgte für euphorische Vorfreude in der Handheld-Rennspiel-Gemeinde. Und auch wenn es fast stimmt, hat der kreative Kopf hinter der Gran-Turismo-Reihe nicht ganz Wort gehalten. "Gran Turismo", das steht vor allem für massenhaft Automarken, die keinen noch so exotischen Wunsch der Motorsport-Gemeinde unerfüllt lassen. Hier haben die Entwickler nicht zu viel versprochen: Jede bekannte Automarke ist vertreten, und die für Laien gänzlich unbekannten Autotuner gibt's noch obendrauf!

Ihr könnt beschaulich mit einem 62er Buick mit Heckflossen über einen beliebigen Rennkurs schaukeln, hier schlagen vor allem die Herzen von Oldtimer-Fans höher. Es steht euch aber auch frei, einen bis zum Bersten getunten VW Golf mit 560 Pferdchen unter der Haube zu zähmen. Denn ein so dermaßen zweckentfremdeter Mittelklassewagen will erst einmal beherrscht werden. An die 800 Fahrzeuge aller Hubraumklassen warten darauf, mit euren sauer verdienten Kohlen erstanden zu werden.

Auch moderne Klassiker wie den Countach könnt ihr erwerben.Auch moderne Klassiker wie den Countach könnt ihr erwerben.

Keine Karriere? Unverzeihbar!

Ein gewichtiges Manko allerdings fällt gleich zu Beginn auf dem Menübildschirm auf. Kein Karrieremodus? Das kann doch nicht wahr sein! Ist es aber. Leider. Das Problem ist dabei keinesfalls, dass das Fahren der Rennen als Einzel-, Zeit- oder Driftrennen an sich keinen Spaß machen würde. Hier liegt die PSP-Version zumindest für die technischen Möglichkeiten des Handheld annährend gleichauf mit den berühmten Vorgängern. Das Problem ist, dass es sich einfach nicht wie eine runde Sache anfühlt, sich in voneinander losgelösten Einzelrennen Strecke für Strecke durch die fünf Rennklassen zu kämpfen. Doch genau das tut ihr in der PSP-Version ohne absehbares Ende.

Auch wenn Kollege Martin Deppe vor einigen Tagen darüber gelästert hat und manche Spielehersteller es wirklich übertreiben: Erfolge, die den Fortschritt im Spiel auch sichtbar machen, motivieren und ziehen ins Spiel. Wer vorher weiß, welches Preisgeld und welche neuen Fahrzeuge er bekommt, geht die Herausforderung einer neuen Rennklasse oder -serie doch mit viel größerem Eifer an. Und jeder will doch verflixt noch mal sein Vorankommen mit sichtbaren Belohnungen, in Spielesoftware-Neudeutsch "Erfolge" genannt, versüßt bekommen! Colin McRae: DIRT hat das hervorragend vorgemacht! Da motivierte die Karriere ungemein, das Spiel wedelte fast schon sadistisch mit schier unerreichbaren Traumautos vor eurer Nase herum. Aber es war jederzeit vorhersehbar, welche Aufgaben ihr noch lösen musstet, bevor ihr im Schalensitz des italienischen Rassewagens Platz nehmen durftet. Genau da hakt es bei der Handheld-Ausgabe von Gran Turismo aber.

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