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The Saboteur (Playstation 3)

Artikel veröffentlicht am 27.10.2009

Pandemic Studios schickt euch mit "The Saboteur" ins Paris des Zweiten Weltkriegs. Wer jetzt schon gelangweilt stöhnt, sollte kurz innehalten, denn das neue Werk der Battlefront-Macher entführt euch nicht an die 527. Front, sondern in dunkle Gassen und Nachtclubs. Von Kevin Lunn

Ein Ire auf Rachefeldzug

Dieses Kabarett ist Devlins Stammlokal.

"Wer weder durch Butter noch Whiskey geheilt wird, hat keine Heilung zu erwarten" - dieses irische Sprichwort hat sich der Protagonist von Saboteur scheinbar zu Gemüte genommen. Der Ire Sean Devlin hat alles, was das Männerherz höher schlagen lässt: Teure Autos, noch teurere Frauen und eine Minibar statt Leber. Erinnert irgendwie an unseren spieletipps-Alltag.

Als Mix aus John McClane und Clint Eastwood bläst Sean den Nazis den Marsch. Allerings nicht, weil das seine gutmütige Ader so verlangt, sondern aus persönlichen Gründen. Die Nazis haben ihm seine Zukunft genommen und das selbe hat er nun mit den bösen Deutschen vor. Sein Rachefeldzug steht im Mittelpunkt von "Saboteur".

Zwischen Wahrheit und Fiktion

Im Kampf gegen die Nazis muss nicht jedes Detail historisch korrekt sein.

Pandemic Studios will sich stark an geschichtliche Gegebenheiten halten. "Saboteur" spielt im von der Wehrmacht besetzten Paris. Auch die Sabotageaktionen gegen die Deutschen sind nicht aus der Luft gegriffen: Unter Winston Churchill dienten wirklich Rallyefahrer, die mit gezielten Sabotageattacken den Nazis die Tour vermasseln sollten.

Natürlich decken Wahrheit und Fiktion sich nicht hundertprozentig. Die Realität soll sich den Entwicklern zufolge jedoch nicht groß verbiegen: Mit dem historischen Hintergrund der sabotierenden Rennfahrer spinnt Pandemic eine umfassende Story, die sowohl Stealth- als auch Actionelemente bietet.

Heiße Flitzer, scharfe Frauen und jede Menge Whiskey

Devlin weiß gar nicht, wie er hier hin gelangen konnte!

Die wahre Story von "Saboteur" dreht sich primär um Devlin, dessen Rolle ihr übernehmt. Er war vor dem Krieg Mitglied eines Rennstalls und führte ein gutes Leben. Nun, da die Nazis seine Karriere zerstört haben, schwört er bittersüße Rache - und so hantiert der Mechaniker mit Sprengstoff, Maschinenpistole und Scharfschützengewehr.

Dabei vergisst Devlin jedoch weder seine Vergangenheit noch seine Hobbys: In der offenen Welt von "Saboteur" stehen euch immer noch die Türen zu Kaschemmen und Nachtclubs offen, deren Besuch einigen (weiblichen) Reiz ausstrahlt. Und wer ein echter Ire sein möchte, muss auch mal einen Schnaps wegkippen können... oder zwei... oder drei.

Die Stadt der Liebe

Die Straßen von Paris sind fast alle frei zugänglich.

Um Liebe geht es in "Saboteur" eher weniger, wohl aber um die Stadt der Liebe: die könnt ihr nämlich frei nach Lust und Laune erkunden. Zumindest Theoretisch. Die offene Welt bietet viele Möglichkeiten, die durch den Einmarsch der Wehrmacht jedoch eingeschränkt sind. So soll es Bereiche geben, die ihr über die Straßen nicht erreichen werdet, da sie von den Nazis gesperrt wurden oder nur begrenzt zugänglich sind.

Dafür gibt es dann zum Glück Dächer, dunkle Gassen und Gebäudekomplexe, durch die ihr euch euren Weg bahnen könnt. Die Schleich- und Kletteraktionen erinnern stark an Splinter Cell. Wer von euch nicht so der Fan von Schleicheinsätzen ist, kann auch den direkten Weg durch die Mitte nehmen - wird sich dort jedoch einer gewaltigen Überzahl gegenübersehen.

Leise rein, mit Karacho wieder raus

"Saboteur" bietet harte Action und viele Explosionen

"Saboteur" umfasst zwei Genres und ihr habt jederzeit die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie ihr vorgehen wollt. Meistens werdet ihr jedoch auf einen ganzen bestimmten Weg geleitet: Stellt euch vor, ihr wollt eine Maschine der Nazis lahm legen. Dafür müsst ihr in eine stark bewachte Halle eindringen. Mit roher Gewalt kommt ihr nicht weit, also ist Schleichen angesagt. Alles läuft prima und ihr setzt die Maschine außer Gefecht. Plötzlich steht eine Wacher hinter euch und schlägt Alarm. Nun heißt es "raus da!" Und zwar unter allen Umständen. Ein ähnliches Prinzip wie der Stadtalarm aus Assassin's Creed.

Nazis raus!

In der deutschen Version werden keine verfassungswidrigen Symbole zu sehen sein.

Die Atmosphäre in "Saboteur" verändert sich dauernd: Paris wird sich zu Beginn des Spiels noch sehr farbenfroh, lebendig und freundlich präsentieren. Doch mit der Zeit, beziehungsweise mit dem Auftauchen der Besatzer, verliert die Stadt der Lichter drastisch an Glanz. Die Farben verwandeln sich in tristes, trauriges Grau. Ganz besonders die abgesperrten Bereiche haben unter der düsteren Atmosphäre zu leiden und gestalten sich bis auf wenige Ausnahmen in schwarzweiß. Dafür hat sich Pandemic Studios scheinbar von dem Film "Sin City" inspirieren lassen.

Mit voranschreitender Geschichte kehren die pulsierenden Farben langsam und Schritt für Schritt zurück. Dieser Fortschritt verdeutlicht nicht nur den Erfolg im Spiel, sondern auch die Bereitschaft der Bürger, sich Devlins Widerstand anzuschließen.

Fazit

von Kevin Lunn

"Saboteur" zeigt, dass der Zweite Weltkrieg doch noch was zu bieten hat. Um eine tiefe, spannende Story zu erschaffen, bastelt Pandemic an einem Stealth-Action-Mix im Stile von "Assassins Creed". Dabei umfasst "Saboteur" voraussichtlich alles, was ein erfolgreicher Titel benötigt: Einen knallharten Helden, mit dem man sich identifizieren kann. Eine offene Spielwelt, ein innovatives Setting und die passende Grafik dazu. Nun ist zu hoffen, dass die Entwickler ihr eigenes Spiel nicht mehr sabotieren.


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