Kolumne
Der Spieletipper: Erfolge-Krieg
von Martin Deppe
Ich weiß schon gar nicht mehr, wann das alles anfing: Irgendein schlauer Entwickler-Fuchs hat "Erfolge" in sein Spiel eingebaut. Aufploppende Mitteilungen, dass ich gerade irgendwas ganz tolles angestellt habe. Anfangs war die Idee ja echt lustig, dann wurde sie zigfach kopiert, und so langsam nervt sie!
PLING!
Erfolg freigeschaltet!
EINLEITER: Du hast eine Einleitung geschrieben!
Früher, lange vor Computern und Konsolen und Spielen, musste man sich Erfolge hart verdienen. Belohnungen gab's da nur, wenn man die Karthager besiegt, die Olympischen Spiele gewonnen oder Polen erobert hatte. Dann kamen die Computerspiele, und jetzt gibt's plötzlich für jeden Pipifax ein virtuelles Schulterklopfen, samt Titel und Lorbeerkranz, Medaille oder Orden. Der nächste Schritt ist klar: Erfolge werden auch unser echtes Leben verändern. Mit weitreichenden Folgen!
PLING!
Erfolg freigeschaltet!
HEAVY MEDAL: Du hast das Wort "Medaille" richtig geschrieben!
Need for Speed: Es schifft
Nehmen wir das Beispiel Need for Speed Shift. Da kassiere ich Erfolge, wenn ich zehnmal hintereinander einen Podiumsplatz ergattert, zehnmal Gegner überholt oder fehlerfrei bis zehn gezählt habe. Hey, warum gibt's das nur in Rennspielen?
Der nächste Stau wäre doch viel spannender, wenn ich motivierende Erfolge übers Radio gemeldet bekomme. Hier zwei Beispiele:
Erfolg! Stausauger: Eine Stunde Stau bei Dauerregen geschafft. Belohnung freigeschaltet: Die größten Wiesn-Hits 1976 bis 2009, nonstop im Radio.
Erfolg! Gegenstromschwimmer: 100 Geisterfahrern ausgewichen. Belohnung freigeschaltet: Brille.
PLING!
Erfolg freigeschaltet!
BILDERSCHUBSER: Du hast erfolgreich einen Screenshot eingefügt. Sogar in Farbe.
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