Scribblenauts (Nintendo DS)
Artikel veröffentlicht am 09.10.2009
Seit Jahren wagt kaum ein Entwicklerstudio mehr etwas Neues. Etliche Fortsetzungen großer Spielreihen werden produziert, es fehlen einfach innovative Ideen. Doch endlich gibt es ein Licht am Horizont: Scribblenauts ist etwas noch nie da gewesenes, das euch in seinen Bann ziehen wird. Von Sandra Friedrichs
Kompliziert war gestern
Endlich lohnt es sich wieder, den DS anzuschalten. Nein, es kommt kein x-tes Pokémon oder Professor Layton, sondern ein neuartiges Spiel. Sein Prinzip ist einfach: Ihr löst ein Rätsel und dafür stehen euch mithilfe eines Lexikons mehr als zehntausend Wörter zur Verfügung. So setzt ihr beispielsweise einem alten Mann eine Brille auf, damit er den Sehtest besteht. Natürlich werden Hardcoregamer erst einmal skeptisch sein: So etwas soll Spaß machen? Und wie! Ihr bastelt euch entweder einen eigenen Level zusammen und sendet es per Wi-Fi an Freunde. Oder ihr stürzt euch in den Aufgaben-Modus, in dem euch über 200 Rätsel erwarten und ihr die Figur Maxwell stets ans Ziel bringen müsst.
Je skurriler, desto besser
Ihr befindet euch auf einer Wiese und vor euch steht ein Baum, auf dessen Krone der goldene Stern thront. Eure Aufgabe ist es, diesen zu bekommen. Wie stellt ihr das am besten an, wenn ihr mehr als hundert Lösungswege zur Auswahl habt? Natürlich könnt ihr ganz rational an die Sache herangehen. Eine Axt oder eine Motorsäge sind die scheinbar logischsten Lösungen. Doch warum probiert ihr nicht einmal einen Biber aus, der sich durch den Baumstamm frisst? Oder Holzwürmer, die den Baum von innen her zerstören. Oder ihr fliegt mit einem Hubschrauber auf die Baumkrone und holt euch den Stern. Oder, oder, oder.
Je skurriler und kreativer ihr an das Rätsel rangeht, desto verblüffter werdet ihr sein, wie viel Lösungswege euch auf der Stelle einfallen. Schafft ihr viele Kapitel, werden eure Aufgaben natürlich schwerer. Das bringt neben sehr viel Unterhaltung auch leider viel Frust.
Ein ungeschliffener Diamant
Denn perfekt ist das Spiel keineswegs. Das liegt nicht an dem plötzlich steil steigenden Schwierigkeitsgrad, sondern an der Steuerung. Theoretisch tippt ihr mit dem Stylus auf dem Bildschirm, um Gegenstände in die entsprechende Position zu bringen oder Maxwell zu steuern. Leider ist euer Avatar so wild darauf, sich endlich zu bewegen, dass er oft ohne Kontrolle hin und her springt.
Was bei manchen Rätseln egal ist, wirkt sich auf andere extrem negativ aus. So baut ihr neben einer Rampe gemächlich ein Trampolin auf, auf das Maxwell später springen soll, um ins Ziel zu gelangen. Doch plötzlich kommt er angerannt, weil ihr aus Versehen einmal daneben getippt hat. Eure Vorbereitung ist somit meist für die Katz, da ihr die Aufgabe nicht schafft. Des Öfteren werdet ihr die Antwort des Rätsels also kennen, doch wegen der Steuerungsprobleme nicht umsetzten können.
Fazit
von Sandra Friedrichs
Wie oft habe ich schon Spiele gespielt, die eine tolle Idee hatten, aber denen immer etwas gefehlt hat? Deadly Creatures ist dafür ein gutes Beispiel, leider auch Scribblenauts. Kein Zweifel, das Spielprinzip ist perfekt durchdacht. Es macht einfach sehr viel Spaß, seine verrücktesten Ideen ausleben zu können (wobei es natürlich Grenzen gibt). Doch diese verflixt schlechte Steuerung verhindert dem Spiel ein Plätzchen auf dem Rätselthron und muss sich wohl oder übel hinter Professor Layton anstellen. Doch das kann mit einem verbesserten Nachfolger sehr schnell anders werden.

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