Test Operation Flashpoint 2: Militärsimulation mit Schwächen

von Philipp Rauh (13. Oktober 2009)

Auf der russischen Insel Skira verteidigt ihr als amerikanischer Elitesoldat die russische Ehre gegen kommunistische und bis an die Zähne bewaffnete Chinesen. Mit dieser seltsamen Hintergrundgeschichte will Codemasters nun beweisen, dass Militärsimulationen nicht nur Garanten für Bugs, sondern auch für Spielspaß sein können. Das gelingt leider nur bedingt.

Nahkontakt mit Minen sollte jeder Soldat tunlichst vermeiden.Nahkontakt mit Minen sollte jeder Soldat tunlichst vermeiden.

101 Märchen

Wie es sich wohl in einer Welt lebt, in der die Hölle zufriert und Schweine gegen Wolkenkratzer klatschen? In so einer Welt wird Russland wahrscheinlich von der Volksrepublik China angegriffen. Wahrscheinlich kann Russland sich nicht so recht verteidigen. Und höchstwahrscheinlich bittet es deswegen die USA um Schützenhilfe.

Unsinnig? So eine Welt zeichnen zumindest die Storywriter von Codemasters in Dragon Rising. Und so kommt es, dass ihr in den Reihen einer US-amerikanischen Friedenstruppe den chinesischen Drachen von der russischen Insel Skira vertreiben sollt. Auf diesem Fleckchen Erde gibt es neben Mischwaldbeständen, ausgedehnten Stränden und verschlafenen Dörfern auch Erdöl. Und da die expansionsfreudigen Chinesen in naher Zukunft keine Rohstoffe mehr besitzen, wollen sie sich welche vom freundlichen Nachbarn Russland ausborgen. Wenn es sein muss auch mit Waffengewalt. Klingt abstrus? Ist es auch.

Was für eine Invasion. Voller Ehrfurcht gähnend schaut ihr zu.Was für eine Invasion. Voller Ehrfurcht gähnend schaut ihr zu.

Technisch überlegen

Ein Spiel wie Dragon Rising lebt von seiner Atmosphäre. Und die könnt ihr bereits nach den ersten Minuten praktisch mit dem Messer schneiden. Die Grafik setzt das beklemmende Szenario eindrucksvoll in Szene, neue Standards definiert sie allerdings nicht. Dafür läuft das genügsame Spiel auch auf älteren Rechnern sehr gut. Clipping- und Texturfehler tauchten während unserer mehrtägigen Testphase angenehm selten auf. Ein großes Plus gegenüber dem Konkurrenten Armed Assault.

Allerdings teilen sich "Dragon Rising" und "Armed Assault" einen großen Fehler: Die deckungsgebende Vegetation verschwindet ab einer bestimmten Entfernung. Gegner im hohen Gras liegen auf einmal auf kahlem Sandboden. Das ist besonders im Multiplayer ärgerlich.

Die Soundkulisse leistet sich keine Patzer dieser Art. Die Waffen- und Fahrzeuggeräusche sind realistisch, die Funkgespräche professionell umgesetzt. Und nachts mit seiner Einheit Elitesoldaten durch einen Wald voll (virtuellem) Leben zu schleichen macht Dank der Umgebungsgeräusche einfach Spaß.

Die Jungs machen das schon.Die Jungs machen das schon.

Intelligente Künstliche Intelligenz

Eine der Stärken von "Dragon Rising" liegt eindeutig in der ausgereiften künstlichen Intelligenz der Polygonsoldaten. Aussetzer gab es nur wenige, ab und an stolpern chinesische Kämpfer über ihre pazifistische Ader und weigern sich auf euch zu schießen, oder verlaufen sich zwischen Bäumen. Das fiel in unserem Test aber nur selten negativ auf. Dafür geben sie sich wie im echten Leben gegenseitig Deckung, umkreisen unachtsame Amerikaner, eröffnen Unterdrückungsfeuer und stürmen äußerst effektiv Häuser. Hier merkt man, dass Codemasters sich von echten Marines beraten ließ.

Befehle erteilt ihr euren Kameraden über einen umfangreichen, aber intuitiven Befehlskreis. Ähnlich wie bei Brothers in Arms wählt ihr einen Befehl aus, etwa "rechts flankieren", und klickt mit der Maus wahlweise auf der Übersichtskarte oder direkt in eurem Blickfeld auf einen Punkt in der Landschaft. Schon setzen sich eure Männer in Bewegung. Auch abseits davon spielt sich Dragon Rising angenehm eingänglich. Untypisch für eine Militärsimulation. Lediglich Fahrzeuge wie Jeeps oder Amphibienpanzer steuern sich etwas schwammig.

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