Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2 (PC)
Artikel veröffentlicht am 22.10.2009
Es ist ein Traum vieler Menschen, auf einer einsamen Insel zu leben. Doch aus diesem Traum kann schnell ein Alptraum werden... Von Sandra Friedrichs
Extreme Pechsträhne
Von wegen alles geht gut: Der Hubschrauber wird beschossen und Nina und Jep sitzen wieder auf der Insel fest.Mina hat es wirklich nicht leicht. Nach einem Schiffsbruch landet sie auf einer mysteriösen Insel, die bis heute unentdeckt blieb. Mithilfe des kleinen Affens Jep findet sie einen verlassenen Stützpunkt von Kapitän Nemo, der vor vielen Jahren verstarb. Doch sein selbst konstruierter Schutzschild ist noch aktiviert und Mina hat keine Möglichkeit, die Außenwelt zu kontaktieren. Zu allem Überfluss werden die beiden (Tier-)Freunde auch noch von Nemos Robotern bombardiert. Doch es gelingt ihnen letztendlich trotzdem, den Schild zu deaktivieren und Hilfe zu holen. Erleichtert und erschöpft sprinten die Protaginsten in den Hubschrauber der Rettungstruppe. So endet die Geschichte von Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel, die auf dem Roman von Jane Goodall basiert.
Aber wann funktionieren schon Rettungsaktionen? Sie haben die Rechnung nicht mit Nemos Robotern gemacht, die den Hubschrauber kurzerhand mit einer Rakete vom Himmel holen. Nun liegt es an Mina und Jep herauszufinden, wieso sie beschossen wurden - und natürlich endlich von dieser verdammten Insel zu fliehen.
Willkommen im Klick-Dschungel
Jep ist wahrscheinlich der schlauste Affe. Er kann nicht nur Flöte spielen, sondern auch Sanitäter werden.Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2 ist ein typisches Point&Click-Adventure wie die Klassiker Sam & Max oder Monkey Island. Das heißt, dass ihr das Spiel lediglich mit eurer Maus per Rechts- und Linksklick steuert. Der Mauszeiger verändert sich natürlich, sobald ihr ein Objekt erreicht, mit dem ihr interagieren könnt. Leider gibt es keine Taste, die alle Hot Spots eines Ortes anzeigt. So müsst ihr von Pixel zu Pixel gleiten und es ist eine reine Geduldsprobe, alle geschichtsrelevanten Objekte zu finden. Da hätten sich die Entwickler ein Beispiel an Deep Silver nehmen müssen, die zum Beispiel bei Geheimakte diese Hot-Spot-Anzeige integriert haben.
Klickt ihr die rechte Maustaste an, öffnet sich euer Inventar mit allen gesammelten Objekten. Leider bietet es nicht viel Platz und birgt noch ein anderes Problem: Im Verlauf des Spiels schlüpft ihr abwechselnd in die Rolle des Affens und von Mina. Jep kann aber keine Objekte kombinieren und nimmt nur Sachen auf, die für ihn verwendbar aussehen. Ihr findet das logisch? Klar, einerseits wollten die Entwickler wohl Logik ins Spiel bringen. Doch wieso handelt ein Affe dann nicht wie ein Affe? Zum Beispiel trifft ihr auf eine Schlange. Ihr habt einen Stein, Ast und eine Flöte parat. Was würdet ihr als Tier nutzen? Natürlich die Flöte! Denn der Schlange eins drüber zu hauen wäre viel zu ordinär.
Affentheater
Die Minispiele sind zwar hübsch inszeniert und lassen sich per Ipod-Touch lösen, nerven aber sehr schnell.Abgesehen von etlichen schweren und teils unlogischen Rätseln werdet ihr von der Spielatmosphäre positiv überrascht sein. Die Umgebung ist grafisch schick sowie detailliert und der Soundtrack überzeugt mit typisch tierischen Klängen. Gelungen ist auch die Egoperspektive: Befindet ihr euch als Jep eher nahe am Boden und könnt Bäume empor klettern, bietet euch Mina eine weitere Sicht und mehr Funktionen mit herumliegenden Gegenständen an. Simpel, aber dennoch gelungen ist übrigens auch die Sprachausgabe. Die Synchronsprecherin von Mina liefert einen passablen Job ab und Jep hört sich an .... wie ein Affe. Wer hätte das bloß gedacht?
Fazit
von Sandra Friedrichs
Ich habe selten ein Spiel erlebt, das so viel Potenzial mit ärgerlichen Fehlern verschenkt. Die tolle Atmosphäre zieht mich zwar in den Bann, doch die fehlende Hot-Spot-Anzeige lässt euch einfach verzweifeln. Nach etlichen hilflosen Pixel-Jagden hatte ich keine Lust mehr, das Spiel überhaupt noch weiter zu spielen. Doch habt ihr erst einmal die benötigten Objekte gesammelt, stören die sehr schweren und manchmal unlogischen Rätsel den Spielverlauf. Liebhaber des ersten Teils werden von den Überlebungskünstlern begeistert sein, doch allen anderen empfehle ich einen besseren Inseltrip abzuwarten.
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