Was ist Was - Abenteuer Erde (Nintendo DS)
Artikel veröffentlicht am 20.10.2009
Das erste Was-ist-Was-Spiel hat auf geniale Weise gezeigt, dass sich Lernen und Spaßhaben nicht gegenseitig ausschließen. Und weil es keinen Grund gab, an dem gelungenen Konzept etwas zu ändern, machen die Entwickler beim Nachfolger nicht alles anders - aber manches besser. Von Gerd Schüle
Lernen als Abenteuer
Wie schon bei der Buchreihe steht bei Was ist Was - Abenteuer Erde die kindgerechte Aufbereitung von Wissen im Vordergrund. Zielgruppe sind kleine Abenteurer zwischen sieben und zwölf Jahren. Lesen sollten die jungen Entdecker allerdings schon können - ansonsten stoßen sie schnell auf sprachliche Hindernisse. So spaßig-spielerisch wie in Abenteuer Erde wurde Wissen selten vermittelt. Die anspruchsvollen Fragen haben es zwar bisweilen in sich, aber da sich jedes Quiz beliebig oft wiederholen lässt, bleibt der Frust aus und die Motivation hoch. Zudem werden falsche (und richtige) Antworten ausführlich besprochen; das steigert den positiven Lerneffekt. Und natürlich kommt auch das Spielerische nicht zu kurz. Aber fangen wir von vorne an...
Opa gesucht
Der kleine Held des Spiels erinnert sich noch gerne an die letzten Ferien und an das tolle Abenteuer rund um die versunkenen Schätze. Und er freut sich auf das Wiedersehen mit Opa. Doch kaum am Treffpunkt Blautopf angekommen, stellt er fest, dass Opa verschwunden ist - klar, dass wir uns sofort auf die Suche nach ihm machen. Ausgangspunkt ist dabei wieder die Familienburg. Die ist übrigens nicht mehr der einzige Speicherpunkt des Spiels; nun dürft ihr den Spielstand an jedem Reiseziel sichern.
Und offenbar hat auch ein Architekt im Gemäuer vorbeigeschaut: Die Bibliothek befindet sich nämlich nun im Studierzimmer. Dort könnt ihr natürlich auch weiterhin nach Herzenslust in der umfangreichen Was-ist-Was-Sammlung schmökern. Löblich: Die Burg wurde stärker ins eigentliche Spiel integriert. So steht ihr zu Beginn vor einigen verschlossenen Türen, die sich erst nach und nach mit den passenden Schlüsseln öffnen lassen. Es lohnt sich also, immer wieder in die Burg zurückzukehren und die Räume gründlich zu erforschen.
Gipfelstürmer
Schon beim zweiten Professor-Layton-Spiel hielten sich die Änderungen zum Vorgänger in Grenzen - und Was ist Was - Abenteuer Erde geht ebenfalls keine Experimente ein. Die Verbesserungen finden sich im Detail. So benötigt ihr nun verschiedene Gegenstände wie ein bestimmtes Gestein oder eine Machete, um neue Reiseziele freizuschalten. Den Schlüssel zu eurem ersten Ziel - dem Mount Everest - findet ihr gleich zu Beginn am Blautopf. Doch bevor ihr den Gipfel stürmen dürft, müsst ihr erst ein Quiz über Asien bestehen - sonst gibt's keine Fahrkarte in den Himalaya.
Aber nicht immer führt der Weg an neue Ziele über Frage-und-Antwort-Spiele: Mal müsst ihr auf dem Globus Länder oder Flüsse einzeichnen, mal wie in einem Adventure verschlossene Räume mit Amuletten öffnen. Die Reisen zu den Zielgebieten sind dabei deutlich abwechslungsreicher geworden. Ob per Hubschrauber, Heißluftballon, Leicht- und Düsenflugzeug oder U-Boot - jedes Vehikel steuert sich unterschiedlich, außerdem gibt es unterschiedliche Flugaufgaben-- ihr müsst etwa unterwegs Sterne einsammeln.
Neue Mini-Spiele
Am Zielort angekommen, merken wir schnell: Der grundlegende Spielablauf wurde beibehalten, aber aufgelockert. Während beim Vorgänger noch jeder Abschnitt nach Schema F gestaltet war, spielt sich Was ist Was - Abenteuer Erde abwechslungsreicher. Dazu tragen auch die neuen Mini-Spiele bei, die durchweg gelungen sind, sich aber leider einen Tick zu oft wiederholen.
So müsst ihr etwa mit einer Steinschleuder vorbeisausende Symbole abschießen oder beim Flaggenspiel den einzelnen Landesfahnen die richtigen Farben zuordnen. Das Symbolspiel wiederum trainiert das Gedächtnis, indem es euch für kurze Zeit eine Reihe von Symbolen präsentiert, die erst verschwinden und dann wieder auftauchen - und zwar mit einem zusätzlichen Symbol, das ihr finden und antippen müsst. Sämtliche Mini-Spiele sind altersgerecht gestaltet und spielen sich locker und flott, ohne die junge Zielgruppe zu überfordern.
Masterfrage
Abgeschlossen wird jedes Reiseziel mit der Masterfrage. Beantwortet ihr die richtig, erhaltet ihr eine Belohnung. Aber keine Angst, das blaue Fragezeichen Theo - bekannt aus der Was-ist-Was-Rätselbuchreihe - steht euch als Helfer zur Verfügung. Im Gegensatz zum Vorgänger hat Theo diesmal nicht nur einen Tipp pro Reiseziel parat, sondern gleich drei.
Um ihm die zu entlocken, müsst ihr kleine blaue Bälle suchen und einsammeln. Für jeweils fünf Bälle lässt Theo einen Tipp springen, und wer alle 225 Bälle im Spiel sammelt, bekommt noch eine Belohnung obendrauf. Nichts zu mäkeln gibt es an der Steuerung. Sowohl der kleine Held als auch die Mini-Spiele steuern sich flott von der Hand - beziehungsweise vom Stylus. An der Grafik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nahezu nichts getan.
Fazit
von Gerd Schüle
Getreu dem Motto "Evolution statt Revolution" wurde das erfolgreiche erste Was-ist-Was-Spiel hervorragend weiterentwickelt. Die Änderungen sind - ähnlich wie beim zweiten Professor-Layton-Titel - zwar nicht gravierend, aber sinnvoll und hilfreich. Das gilt ganz besonders für die zusätzlichen Speicherpunkte an den Reisezielen. Aber auch die kleinen Gameplay-Änderungen und die neuen Mini-Spiele haben mir sehr gut gefallen.
Das Wichtigste allerdings wurde erfreulicherweise unverändert übernommen: Die spielerische und kindgerechte Aufbereitung von Wissen anhand der vielen Fragerunden. Lernen und Spaßhaben eben. Trotzdem fällt mir die Bewertung nicht ganz leicht. Hardcore-Zocker werden natürlich komplett unterfordert. Aber für die eigentliche Zielgruppe passt Was ist Was - Abenteuer Erde wie die Faust aufs Auge: sowohl spielerisch als auch inhaltlich. Und genau diese Zielgruppe habe ich bei meiner Wertung im Auge.
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