WWE SmackDown vs. Raw 2010 (Playstation 3)
Artikel veröffentlicht am 09.11.2009
Schon wieder Wrestling? THQs drittes Mattenturnspiel innerhalb eines Jahres steigt in den Ring und will mal wieder allen anderen zeigen, wo der Finisher hängt. Aber haben die Entwickler in so kurzer Zeit genug Neues eingebaut, um einen Neukauf zu rechtfertigen? Von Michail Grammatikakis
Die große Hausnummer, die einzige Hausnummer
THQ ist inzwischen im Genre der Wrestlingspiele unangetastet die Nummer Eins, und das seit mehreren Jahren. Wie früher bei den Fifa-Spielen von Electronic Arts wächst in uns aber die Befürchtung, dass durch die fast monatlich erscheinenden Updates ein gewisser Stillstand in der Entwicklung der Reihe eintreten kann. Jeder weiß das: Wo die Konkurrenz fehtl, fehlen auch Wille und Zwang, die ausgetretenen Pfade mal zu verlassen und etwas zu riskieren. Ein paar Verbesserungen hier, ein paar Verschlimmbesserungen da, fertig ist das Spiel XY mit der aktuellen Jahreszahl im Titel. Ganz so schlimm gestaltet sich das bei "WWE Smackdown vs. Raw 2010" nicht, trotzdem könnte das Spiel ein paar Neuerungen vertragen.
Ihr dachtet, das war Optionsvielfalt?
Seit jeher ist die riesige Auswahl an Spiel, Kampf und Optionsmöglichkeiten in THQs Serie Referenz. Dieser Umstand wird in diesem Jahr sogar übertroffen. Alle Varianten, die wir im Laufe der Jahre zu schätzen gelernt haben, finden sich hier wieder. Die einzelnen Möglichkeiten, zum Beispiel Cage Fighting, Tag-Team-Kämpfe oder der erweiterte Royal Rumble Modus, bringen auch dieses Mal viel Abwechslung ins Spiel. Fast alles ist Einstellungssache. Der ohnehin sehr gute Editor ist noch einmal stark verbessert worden und bietet uns nun wahrlich fast unbegrenzte Einstellungsmöglichkeiten. Ein Traum für jeden Bastler.
Jetzt mach' keine Szene - gilt hier nicht
Eine der wenigen echten Neuerungen im Spiel ist der Szenen-Editor. Hier bietet euch THQ die Möglichkeit, eure eigenen Kämpfe zu inszenieren. Wie soll der Einmarsch aussehen, welche Kämpfer treten an, welche Dialoge werden gesprochen? Lobend zu erwähnen, dass es sich nicht nur um rudimentäre Auswahlmöglichkeiten handelt, hier kann sich der Wrestling-Regisseur richtig austoben. Zusammen mit dem leistungsstarken Editor haben wir in der Redaktion bereits sehr gute Ergebnisse erzielen können. Die Spielredaktion veranstaltet ein Royal Rumble - der Gewinner darf den neuesten Spielekracher vor allen anderen zocken und testen. Mit dem Editor kein Problem.
Stillstand im Ring
Natürlich können wir uns mit den Auswahlmöglichkeiten ewig lange beschäftigen, aber was ist mit der wichtigsten Komponente des Spieles, dem Kampfgeschehen an sich? Der Enthusiasmus, mit dem die Entwickler diese Sportart umsetzen und der sonst an jeder Ecke und Spalte des Spieles zu erkennen ist, fehlt uns leider genau in diesem Part. Kaum etwas wurde geändert. Hier hat sich THQ nicht richtig getraut. Natürlich ist das Kampfgeschehen immer noch sehr gut, aber eben leider genau auf dem gleichen Stand wie der Vorgänger. Und eine gewisse Verbesserung im Gameplay sollte doch jede Fortsetzung mindestens mitbringen. Wenigstens erwarten wir Spieler das. In diesem Titel - Fehlanzeige.
Steife Angelegenheit
Technisch hat sich demzufolge nichts geändert. Das Spiel beruht auf dem gleichen Technikgerüst wie der Vorgänger, mit allen Stärken wie zum Beispiel große, extrem detaillierte Kämpfer und ein paar Schwächen, die dieses Jahr noch mehr ins Gewicht fallen. Es gibt immer noch Polygonfehler und hässliche Überschneidungen in manchen Kampfszenen, was auf wenig Feintuning hinweist. Umso unverständlicher, da "UFC 2009 Undisputed" aus dem gleichen Haus gerade in dieser Beziehung einwandfrei funktioniert. Ein weiteres Problem der Technik sind die Animationen. Die wirken steif und ungelenkig, hinzu kommt, dass die Übergänge zwischen Lauf- und Schlaganimationen inzwischen nicht mehr zeitgemäß aussehen.
Fazit
von Michail Grammatikakis
Schade, wirklich schade. So viele tolle Optionen, ein genialer Charakterditor und viele kleinen Auswahlmöglichkeiten. Jedes andere Sportspiel sollte sich das hier zum Vorbild nehmen. Kaum war ich jedoch im Ring hat sich schnell Ernüchterung breit gemacht. Spielerisch entspricht das Spiel zu 99 Prozent dem Vorgänger. Wenn ihr den wie ich bereits lange gespielt habt, dann bietet der neue Teil im Ring nichts, um erneut zuzuschlagen. Alle anderen Wrestler können natürlich zugreifen, denn objektiv gesehen handelt es sich hier um das beste Wrestling-Spiel aller Zeiten.
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