Test

Machinarium: Schräges Adventure-Märchen für jedes Alter

Ein kleiner stummer Roboter landet auf einem trostlosen Planeten voller Schrott und muss sich gegen große stumme Roboter wehren, die den ganzen Schrott in die Luft jagen wollen. Muss uns das interessieren, vielleicht sogar Spaß machen? Wir werden sehen, denn bekanntlich liegen die besonders wertvollen Dinge oft im Dreck.

Aschenputzig

Der rote Teppich für den rostigen Helden.

Im krassen Gegensatz zur edlen Hochglanzverpackung mit der üppigen Zugabe von Poster, Soundtrack-CD und Bonusspiel "Samorost 2" bietet "Machinarium" selbst eine ausgesprochen triste Kulisse. Josef, unser Robo-Held, wird in Einzelteilen auf einem Planeten abgeladen, der aus nicht näher erklärten Gründen als Müllhalde dient und ausschließlich von Maschinen bewohnt ist. Nachdem Josef sich wieder zusammengesetzt hat, erschleicht er sich den Zugang zu Machinarium City, um dort allerlei Abenteuer zu bestehen. Er spielt "Space Invaders", besorgt einer Wasserpumpenzange Tanzmusik und befreit seine große Liebe.

Wer ein realistisches Adventure mit forensischen Ermittlungen oder langen Dialogen sucht, braucht eigentlich gar nicht weiter zu lesen. Für diejenigen, die auf hintergründigen Humor oder skurille Charaktere stehen und die leisen Töne bevorzugen, ist "Machinarium" genau das Richtige. Wem die früheren Spiele von Daedalic (etwa Edna bricht aus) gefallen haben, der weiß sowieso, was ihn erwartet.

Rostkäppchen

Auch R2-D2 hatte einen grünen Daumen.

Die allerersten Schritte werden noch mit kurzen Hilfetexten begleitet, aber eigentlich kommt jeder auf Anhieb mit der Steuerung zurecht, selbst wenn er ein achtjähriger Computerneuling ist. Bis auf kleine, völlig unverständliche Abzüge wie das umständliche Ablegen nicht gebrauchter Gegenstände oder die Tatsache, dass nur Dinge erkennbar und benutzbar sind, die sich in unmittelbarer Umgebung von Josef befinden, ist die Bedienung genretypisch simpel gehalten. Besonders gelungen sind die Animationen beim Aufnehmen von Fundstücken, die der Held nicht einsteckt, sondern verschluckt. Auch bereits verwendete Teile werden hübsch und abwechslungsreich entsorgt.

Grafisch ist "Machinarium" ebenso gelungen wie das bereits jetzt Kultstatus genießende The Whispered World, besitzt aber seinen ganz eigenen Stil. Die von Hand gezeichneten Hintergründe mit kleinen, witzigen Details an jeder Ecke sind ja schon Standard bei Spielen aus dem Hause Daedalic.

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Machinarium
Machinarium

spieletipps meint: Die schönsten Dinge gehen immer am schnellsten vorbei: Ein ungewöhnliches, liebevoll gezeichnetes, angenehm faires, aber zu kurzes Adventure-Highlight. Artikel lesen

Genre: PC | Grafik-Adventure
Publisher: Daedalic
Release: 27.10.2009
Spieletipps-Award
84

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