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Dead Space - Extraction (Nintendo Wii)

Artikel veröffentlicht am 02.11.2009

Geschnetzelt, nicht geschnitten: In keinem anderen Titel machte das stilvolle Zerlegen von Insektenwesen mehr Spaß als im Horrorschocker "Dead Space" aus dem letzten Herbst. Mit dem Untertitel "Extraction" erscheint nun eine Wii-Umsetzung. Von Philipp Schneider

Was bisher geschah

Fiese Gestalten tauchen plötzlich vor euch auf.

Dabei handelt es sich allerdings weder um eine 1:1-Umsetzung des Originals noch um eine Fortsetzung. Vielmehr erzählt "Dead Space - Extraction" die Vorgeschichte. In fast cineastischer Art und Weise erlebt ihr, wie die Probleme der Weltraumstation beginnen. Das ist fraglos spannend und abgesehen von einzelnen langweiligen Dialogen interessant präsentiert, zumindest soweit ihr das von der Grafik und dem Sound eines Wii-Titels erwarten könnt. Für die Verhältnisse der Nintendokonsole ist das sogar mehr als ordentlich und richtig schick, doch wenn ihr Dead Space auf PS3 oder Xbox360 gespielt habt, müsst ihr euch dennoch mit der technisch limitierten Präsentation erst einmal anfreunden.

Freiheit war gestern

Die Gesichtsanimationen sind für Wii-Verhältnisse noch okay.

Leider wurde der spielerische Part arg beschnitten. Statt sich frei in den engen Gängen der Stationen bewegen zu dürfen, bewegt sich euer Charakter in "Extraction" wie auf Schienen komplett automatisch durch die Level. Wie in einem Lightgun-Shooter ist es eure einzige Aufgabe, die vor euch auftauchenden Feinde mit gezielten Schüssen zu zerlegen. Natürlich spielt es dabei eine Rolle, wo ihr die Gegner trefft, doch so spaßig wie das Insektenschnetzeln im Original ist das Ganze auf der Wii nicht, dafür fehlt jegliche Freiheit und Entscheidungsmöglichkeit.

Coop-Schnetzeln

Das gezielte Treffen bestimmter Körperregionen ist natürlich vorteilhaft.

Immerhin gibt es regelmäßig etwas Abwechslung. So bedient ihr interaktive Konsolen und löst kleinere Rätsel im simpelsten Pipemania-Stil. An einigen Stellen dürft ihr euch sogar umsehen, um Kisten zu zerschießen und Objekte wie neue Waffen einzusammeln. Der spielerische Anspruch ist dennoch überschaubar und hat uns nicht überzeugt. "Extraction" lebt einzig von der düsteren Atmosphäre und der gelungenen Story. Vor allem ein Wiederspielwert ist praktisch nicht vorhanden, allenfalls im Coop-Modus mit einem weiteren Spieler an einer Konsole mögt ihr die Missionen nochmals durchspielen. Am Ende eines jeden Abschnitts wird eure Leistung bewertet und ihr erhaltet Waffenupgrades, auf die ihr allerdings keinen Einfluss habt. Nach sieben bis achts Stunden habt ihr die Story beendet, anschließend dürft ihr euch noch im Challenge-Modus versuchen.

Fazit

von Philipp Schneider

So toll "Dead Space" war, trotz ähnlicher Atmosphäre und Story will bei mir der Funke in "Extraction" nicht überspringen. In einem Actionspiel aus dem Jahr 2009 möchte ich schon selbst bestimmen, in welchem Tempo ich durch die Gänge laufe und nicht derart eingeschränkt sein - wobei ich noch nie ein großer Fan von Lightgun-Shootern war. Ist das bei euch anders und könnt ihr mit den typischen Wii-Schwächen bei der Technik leben, dürft ihr euch aber auf ein spannendes Sci-Fi-Abenteuer freuen.

spieletipps meint: Spielerisch mau, doch die Atmosphäre und die spannende Vorgeschichte von Dead Space reißen einiges heraus.
79

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