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Disney Micky Epic (Wii)
Artikel veröffentlicht am 02.11.2009
Als eines von wenigen deutschen Spieleportalen waren wir nach London eingeladen, ins europäische Hauptquartier von Disney. Warren Spector, unter anderem bekannt durch die Thief- und die Deus-Ex-Reihe, hat uns dort sein neues Werk gezeigt: Micky Epic.
Kein Spiel für Kleinkinder
"Wie mache ich Micky Maus wieder cool?", fragt sich Spector, der das Junction-Point-Studio in Austin, Texas leitet. Mit seinem Team entwickelt er das Jump'n'Run mit Rollenspiel-Elementen für die Wii und steht vor einem Problem: So richtig interessiert sich keiner mehr für die alte Disney-Maus. Trotzdem soll mit dem Titel und einem völlig neuen Konzept wieder alles werden wie früher, als Millionen Leser weltweit die Comics verschlangen.
Micky Epic wird kein Spiel für Kleinkinder, setzt das Konzept voraus. 13 bis 34 Jahre ist die Zielgruppe alt, das Szenario für Wii-Verhältnisse eher düster. Zu Spectors früheren Spielen passt das hervorragend. In Thief - The Dark Project schlüpften wir in die Rolle eines Meisterdiebs, der seine Gegner am liebsten hinterrücks ermordete. Und das Cyberpunk-Rollenspiel Deus Ex zeichnete eine rabenschwarze Zukunft, in der eine dubiose Untergrundorganisation versuchte, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
Rette die Cartoon-Welt!
Micky Epic hält da mit. Im Spiel erschafft der Magier Yen Sid eine skurrile Welt, in der sich Disneys vergessene und altgediente Kreationen niedergelassen haben. Nachdem Micky Maus das Licht der Cartoon-Welt erblickt, wird Oswald, der lustige Hase - Walt Disneys erster Zeichentrickheld aus dem Jahre 1927 - in Spectors Spiel zum ersten Bewohner von Yen Sids zauberhafter Welt. Oswald versucht, die Zeichentrick-Einöde für die anderen ausgedienten Charaktere, die nach und nach im magischen Land eintreffen, angenehm und lebenswert zu gestalten.
Die Jahre vergehen, und Oswald stößt Mickys Beliebtheit immer mehr auf. Als Micky zufällig eine Karte von Yen Sids Welt findet, begeht er versehentlich einen schrecklichen Fehler und zerstört Oswalds behaglichen Lebensbereich. Am Ende wird die Maus durch ihr eigenes Missgeschick in die geheimnisvolle Cartoon-Welt hineingezogen und mit dem Schaden konfrontiert, den sie unwissentlich angerichtet hat. Jetzt muss sie Oswalds Vertrauen zurückgewinnen, damit sie zusammen ein böses, schwarzes Phantom besiegen und die Cartoon-Welt retten können.
Henning Ohlsen war für euch in London und traf Warren Spector. Aus ganz Europa reisten Journalisten an, um die Ankündigung von Disneys Micky Epic mitzuerleben. Auf so einem Event dürfen natürlich auch ein paar hübsche Mäuschen nicht fehlen.
Immer diese schwierigen Entscheidungen...
Während unserer Entdeckungsreise tragen wir, ähnlich wie in Okami, mit der Wii-Fernbedienung magische Farbe auf und gestalten die Welt um uns herum mit einem Farbverdünner neu. Der Radier-Effekt des Verdünners und das kreative Potenzial des Farbpinsels stellen unsere Werkzeuge dar und geben uns die Wahl, die Gebiete auf verschiedene Arten zu durchreisen. Die Entscheidung, Farbe, Verdünner oder beides anzuwenden, ändert die Spielwelt dynamisch. Benutzen wir oft den Verdünner, verfinstert sich die Welt und Micky wird als böse wahrgenommen. Mit dem Farbpinsel hingegen malen wir sie kunterbunt an und werden zu Hero Micky. Die Umgebung, Interaktion mit anderen Charakteren, ja sogar Mickys Erscheinungsbild und Fähigkeiten ändern sich dadurch.
Allerdings war bisher nicht ersichtlich, inwieweit unsere Aktionen tatsächlich den Verlauf der Geschichte beeinflussen. Wir sollen zwar in der Lage sein, selbst zu entscheiden, ob wir zum Beispiel einen Bossgegner bekämpfen. Andererseits können wir laut Spector auch die Probleme der Bosse ergründen, sie lösen und uns so einen Kampf ersparen. Ob das jedoch zu einem anderen Ausgang der Geschichte führt, ließ der Chef-Entwickler offen. Er verriet nur, dass die Story linear bleibt.
Eine Armee Maschinen-Donalds
Neben den Bossen erwarten Micky natürlich auch noch verschiedene andere Gegnertypen. Vom Roboter bis zum mutierten Kampfhasen, vor denen wir uns laut Spector besonders in Acht nehmen sollten, watscheln die Viecher in den teilweise dunklen, teilweise kunterbunten Gebieten herum. Auch andere bekannte Disney-Helden wie Donald Duck tauchen auf. Spector sagte, dass sie von Oswald, dem lustigen Hasen, zu Maschinen verwandelt wurden, um uns zu bekämpfen. Erst wenn wir sie erlösen, können wir mit ihnen sprechen und Aufträge annehmen.
von Henning Ohlsen, 02.11.2009, 23:04 Uhr
Eigene Meinung:
Jedem bei Disney ist klar, dass Micky Epic zum Erfolg verdammt ist. Zum einen, um dem eigenen Anspruch an seinen alten Comic-Helden gerecht zu werden. Und zum anderen, weil mit Warren Spector einer der erfahrensten Entwickler der Branche an dem Titel werkelt. Als wir ihn reden hörten, hatten wir den Eindruck, als stecke er wirklich viel Leidenschaft in seine Arbeit. Deshalb, und weil Spectors Spiele für Qualität stehen, sind unsere Erwartungen hoch. Aber um ein prägnantes Fazit abzugeben, ist es noch zu früh. Das Spiel erscheint erst im Herbst 2010 und zu wenig wurde in London verraten.
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