Grepolis (Online)
Artikel veröffentlicht am 02.11.2009
Übermächtige Harpien, gefräßige Seeungeheuer und über allem wacht der große Göttervater Zeus. Wir haben eine Stadt im alten Griechenland aufgebaut, Streitkräfte rekrutiert und dem neuen Browserspiel von InnoGames dabei kräftig auf den jungfräulichen Beta-Zahn gefühlt. Von Philipp Otto
Weltherrschaft, wir kommen!
Die Hintergrundgeschichte des Strategiespiels Grepolis klingt nach Ärger. Das alte Griechenland hat sich in Stadtstaaten aufgeteilt und jeder Staat kämpft nun um die alleinige Herrschaft über das Land. Ihr besitzt einen dieser Stadtstaaten, dessen Machtbereich sich vorerst nur auf einen kleinen Teil einer unwichtigen Insel beschränkt. Hinterhältige Plünderungen und gewaltige Schlachten sind das Sprungbrett zur Macht. Der einzige Haken an der Geschichte ist, dass tausende Mitspieler das gleiche Ziel verfolgen.
Götter, Kultur und Bauernvolk
Zu Beginn des Spiels kriegen wir ein kleines Dörflein zugeteilt - unsere spätere Polis/Stadt - dessen Rohstoffproduktion wir zuerst ankurbeln müssen. Und das nicht zu knapp. Streitkräfte kosten viel, und genau die brauchen wir, um den feindlichen Polis zu zeigen, wer der wahre Herrscher über Griechenland ist. Nach einem Tag haben wir es endlich geschafft, eine Kaserne zu bauen, in der wir gleich 20 Schwertkämpfer rekrutieren. Das sind zwar eher Weicheier, aber für Bauerndörfer wird's schon reichen.
Fehlanzeige. Bauerndörfer werden vom System verwaltet und bieten eine Menge Rohstoffe, die es zu rauben gilt. Übertreiben solltet ihr es mit den Plünderungen besser nicht. Sobald die Stimmung eines Dorfes im Keller ist, fangen die zuvor friedfertigen Bauern an, sich zu wehren. Wir waren zu gierig und haben uns peinlicherweise von den Dorfbewohnern plattmachen lassen. Von 20 Schwertkämpfern sind nur fünf wieder lebend nach Hause gekommen.
Nach einigen Tagen des Plünderns und Brandschatzens beschließen wir, ein wenig Kultur in unsere Heimatstadt zu bringen. Wir bauen einen Tempel und weihen ihn einer Gottheit. Zur Auswahl stehen der Herrscher über Himmel und Erde Zeus, seine Tochter und Schutzgöttin Athene sowie Zeus' Frau und Göttin der Familie, Hera. Auch der Bruder des Göttervaters Poseidon, der Herr über die Meere, ist mit von der Partie. Jeder Gott hat ganz individuelle, sehr mächtige Fähigkeiten und überlegene Spezialeinheiten, die ihr durch die im Tempel gesammelte Gunst aktivieren könnt.
Die Götter bestimmen den Ausgang einer Schlacht
In der Kaserne stehen reguläre Einheiten zur Auswahl. Reicht die normale Schlagkraft nicht aus, könnt ihr die Götter um Beistand anflehen.
Zu Land und zu Wasser
Unsere kleine Stadt wächst täglich. Optisch ansprechend wird die Stadtansicht durch Figürchen zum Leben erweckt, die ihrem Tagwerk nachgehen. Da gibt es beispielsweise den axtschwingenden Holzfäller sowie Priester, die 24 Stunden am Tag für das Wohl der Polis beten. Wir wollen mehr solche Städte haben und erteilen den Auftrag, einen Hafen zu bauen. Kein Bauernhof ist mehr vor uns sicher. In Grepolis beschränkt sich das Kriegsgeschäft nicht nur auf öde Landkämpfe. Im Hafen entstehen majestätische Flotten, bereit, jedes Schiff auf Poseidons Meeren in die Tiefe zu schicken. Die Hauptaufgabe von Schiffen ist vor allem die Besiedlung neuer Inseln und der Truppentransport über Seewege.
Wir bauen also schnellstmöglich eine kleine Flotte und greifen eine Stadt der benachbarten Insel an. Nachdem unsere Schiffe eher schlecht als recht die Flotte des Gegners durchbrochen haben, können wir Truppen anlanden und die Stadt belagern. Nach einem glanzlosen Sieg fahren die angeschlagenen Einheiten wieder zurück in die Heimat-Polis, mit mehr Verlust als Gewinn - Pech gehabt, kein schöner Raubzug.
Auf Dauer langweilig
Das Ziel von Grepolis, die Weltherrschaft an sich zu reißen, klingt im ersten Moment verlockend und riecht nach Abenteuer und Herausforderung. Nach der Übernahme einiger feindlicher Inseln stellen wir jedoch leicht enttäscht fest, dass sich im weiteren Spielverlauf nicht viel ändert. Es ist immer der gleiche Rhythmus. Plündern, Plündern, Plündern. Und wenn genug Truppen vorhanden sind, auf zur nächsten Insel. Wir haben ein kleines Dèja-Vu. Grepolis wirkt in der Closed Beta auf uns wie das Strategiespiel Die Stämme mit leichten Änderungen und in anderer Verpackung.
Fazit
von Philipp Otto
Unterm Strich macht die erste Beta-Version des Spiels einen soliden Eindruck. Innovation und wirklich neue Ideen suchen wir in Grepolis bisher allerdings vergeblich. Bleibt zu hoffen, dass die Hamburger Entwickler bis zum Release noch Inhalt nachreichen. Trotzdem macht's einfach Spaß, die Bauern zu unterdrücken und den Gegenspielern das Leben schwer zu machen. Ich lasse mich zu der Aussage hinreißen, dass auch InnoGames drittes Spiel ein weltweiter Erfolg wird.
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