Test Dragon Age - Seite 2

Ich packe meinen Koffer: Auch auf dem PC ist das Inventar-Fenster eine Spur zu klein ausgefallen.Ich packe meinen Koffer: Auch auf dem PC ist das Inventar-Fenster eine Spur zu klein ausgefallen.

Bisexuelle Killer

Etwas ganz ähnliches passiert den Gefährten, die sich uns im Laufe des Abenteuers anschließen: Die sind zwar durch die Bank weg mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, haben eigene Persönlichkeiten, Ängste und Sehnsüchte - aber weil Bioware selbst die Messlatte mit Star Wars - Knights Of The Old Republic in geradezu schwindelerregende Höhen schraubte, bleiben sie ein wenig blass. Klar, das ist subjektiv und wird von jedem Spieler anders erlebt ... aber uns fehlte eine denkwürdige Figur wie etwa der psychopathische Killerdroide HK-47 aus Knights of the Old Republic. Am Ehesten erreicht noch Zevran dieses Niveau, ein bisexueller Auftragsmörder, der uns erst umbringen und dann in die Kiste kriegen will. Hier kommt auch die einzige kleine Schwäche der ansonsten erstklassigen deutschen Synchronisation zum Tragen: Zevran, nie um einen süffisanten Spruch verlegen, ist vergleichsweise langweilig vertont.

Leliane langweilt uns mit ihrem Schuhtick. Aber wir spielen mit. Sonst kriegen wir sie nicht in die Kiste.Leliane langweilt uns mit ihrem Schuhtick. Aber wir spielen mit. Sonst kriegen wir sie nicht in die Kiste.

Nihilisten sind nicht nett

Weil wir gerade bei den Gefährten sind: Die halten uns im gesamten Spielverlauf ordentlich auf Trab. Nahezu alle Mitstreiter haben eine eigene Quest-Linie. Formwandlerin Morrigan beispielsweise traut ihrer Hexen-Mutter nicht über den Weg und bittet uns, das Zauberbuch der Frau Mama zu besorgen - mit höchst brisanten Inhalten und noch brisanteren Folgen. Entweder für Morrigan oder Mutti. Zudem haben unsere Gefährten ganz unterschiedliche Wünsche und Ansichten. Entsprechen wir denen - ob nun in Dialogen oder indem wir sie beschenken - steigt ihre Zuneigung zu uns und wir schalten nette Boni auf ihre Charakterwerte frei. Das funktioniert allerdings auch umgekehrt: Wer in den zahlreichen Gesprächen nicht aufpasst, stößt schnell einen Kameraden vor den Kopf. Die nihilistische Morrigan mag's überhaupt nicht, wenn wir nett sind zu irgendwelchem dahergelaufenen Dorfgesindel. Templer Alistair wiederum findet das ganz dufte, kriegt aber einen Anfall, sobald wir uns mit einem abtrünnigen Blutmagier einlassen.

So menschlich dieses Feature unsere Gefährten macht, so frustrierend ist es bisweilen. Da wir die Zusammenstellung unserer Gruppe nicht jederzeit ändern können - in manchen Passagen verwehrt uns das Spiel diese Möglichkeit aus durchaus nachvollziehbaren Plot-Gründen - finden wir uns des öfteren in Situationen wieder, in denen wir unweigerlich einen unserer drei Begleiter böse verärgern. Das ist realistisch, ja, aber wenn die ganze mühsam aufgebaute Zuneigung von drei Stunden Spiel plötzlich für die Katze ist, laden wir doch lieber neu und spielen die Passage nochmal von vorne - nicht unbedingt Spaß, Abenteuer und fetzige Sachen.

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