Test Dragon Age - Seite 3

Uh-oh: Da hilft auch der Zoom nix mehr ... wir sind hin und Morrigan ist kurz davor.Uh-oh: Da hilft auch der Zoom nix mehr ... wir sind hin und Morrigan ist kurz davor.

Und Kinder sind kleine Teufel

Fetzig sind hingegen die Quests. Jedenfalls die meisten. Insbesondere die Hauptquest, bei der wir eine Allianz zwischen Elfen, Zwergen, Menschen und Magiern schmieden müssen, ist perfekt designed und unglaublich abwechslungsreich. Sehr nett: In vielen Situationen werden wir vor eine moralische Wahl gestellt. Sollen wir das von Dämonen besessene Kind nun kurzerhand umbringen? Oder tun wir uns lieber mit einem Blutmagier zusammen und treiben den Dämon aus, was zwar das Balg rettet, aber die Mutter tötet? Oder rennen wir doch zu den Magiern und fragen dort nach Hilfe, laufen dabei aber Gefahr, dass der Junge inzwischen die halbe Stadt abmurkst? Eine richtige Entscheidung gibt es selten; die Grenze zwischen gut und böse ist bei Dragon Age fließend und manchmal ertappen wir uns dabei, dass wir eben die Entscheidung treffen, die gerade opportun ist - etwa, weil wir ansonsten einen Begleiter zornig machen.

Auch abseits der Hauptquest gibt's jede Menge zu entdecken in Ferelden. Relativ früh stehen uns die meisten relevanten Orte offen und wir dürfen frei entscheiden, in welcher Reihenfolge wir sie abklappern. Eine zusammenhängende Spielwelt wie in The Elder Scrolls 4 - Oblivion gibt es nicht; stattdessen suchen wir uns auf der Karte das passende Ziel aus und sind eine Zufallsbegegnung später da. Letztere gibt's übrigens in allen erdenklichen Varianten, vom Banditenüberfall bis hin zum Easter Egg. Rollenspiel-Veteranen, die bereits in Fallout 2 stundenlang über die Karte düsten, um auch jedes noch so rare Zufallsereignis freizuschalten, haben also ordentlich was zu tun.

In der PC-Version sind die Kämpfe übersichtlich und taktisch. Auf der Xbox sind sie chaotisch.In der PC-Version sind die Kämpfe übersichtlich und taktisch. Auf der Xbox sind sie chaotisch.

PC olé ...

Zu tun haben wir auch. In den Kämpfen nämlich. Zumindest in der PC-Version. Da spielt sich Dragon Age sehr taktisch, stures Draufloshauen führt selten zum Ziel. Stattdessen hat jede Figur ähnlich wie bei einem MMO eine festgelegte Rolle. Ein Krieger tankt - sprich, er zieht die Gegner auf sich und kassiert ordentlich Haue, damit der Schurke, im MMO-Slang DPS genannt, in Ruhe von hinten einige kritische Treffer landen kann. Unterdessen hält der Heiler den Tank am Leben und der Kampfmagier unterstützt den Schurken mit vernichtenden Zaubern. Natürlich sind andere taktische Kombinationen denk- und machbar. So tauschen wir etwa den Kampfmagier gegen eine Bardin aus und stellen ganz einfach vier oder fünf Gegner auf einmal für einige Sekunden still, damit sich der Rest der Gruppe genüsslich einzeln durch die Feinde schlagen kann. Über das Taktik-Menü weisen wir der KI dabei bestimmte Verhaltensweisen zu - ähnlich wie beim Gambit-System in Final Fantasy 12. Alternativ pausieren wir das Ganze kurzerhand und erteilen jedem Charakter einzeln Befehle; gerade bei schwierigen Gegnern extrem hilfreich.

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