Test
Harvest Moon: Pflugzeugbauer sucht Frau
Das soziale Umfeld
Aber so abwechslungsreich das Farmer-Leben auch ist, wer sich nur darauf konzentriert, beschäftigt sich nur mit einem Teil des Spieles. Ihr kauft und verkauft die verschiedensten Dinge, pflegt den Kontakt zu den anderen Inselbewohnern und nehmt an gesellschaftlichen Ereignissen teil. Dabei lernt ihr eventuell auch den virtuellen Partner fürs Leben kennen, heiratet, bekommt Kinder, mit denen ihr dann zum Beispiel ein neues Spiel beginnen könnt. Oder ihr zähmt Wildtiere und macht sie dadurch zu Haustieren. Wenn ihr wollt, lernt ihr Fischen oder sucht in Minen nach Gold und Kristallen. Zusätzlich könnt ihr jederzeit einen Teilzeitjob annehmen, um eure Kasse aufzufüllen.
Schließlich ist auch auf der Waffelinsel das Leben nicht billig, und wenn ihr euch neue Möbel, einen Fernseher oder andere nützliche oder schönen Dinge kaufen wollt, braucht ihr das nötige Kleingeld. Die Möglichkeiten sind vielfältig und gut in Szene gesetzt. Aber im Gegensatz zu den Sims-Spielen geht es in "Harvest Moon - Baum der Stille" nicht nur darum, euren Figuren ein glückliches Leben zu ermöglichen. Ihr begebt euch auch auf die Suche nach der Erntegöttin. Euer Ziel: den Mutterbaum und die Erntewichtel retten. Als Belohnung warten neue Gebiete mit neuen Items und Wildtieren.
Insel auf Raten
Aber leider wird der durchaus positive Eindruck durch unnötige technische Mängel getrübt. Den zähen Einstieg ins Spiel haben wir bereits erwähnt. Doch nicht nur am Anfang braucht ihr einiges an Geduld, sondern während der gesamten Spielzeit: Ihr seht viel zu oft einen Ladebildschirm. Die Waffelinsel wurde wie in Fable in unterschiedliche Gebiete aufgeteilt. Bei jedem Gebietswechsel und bei jedem Gebäude, das ihr betretet oder verlasst, beginnt das Warten von Neuem. Dabei sind die Zeiten zwar recht kurz, summieren sich aber. Wenn ihr dann mal quer über die ganze Insel laufen müsst, wird das richtig nervig. Und das trotz einer unterdurchschnittlichen grafischen Gestaltung, die uns nicht überzeugt hat. Auf der Wii gibt es wesentlich schönere Titel.
Auch soundmäßig glänzt das Spiel nicht. Außerdem ist die Steuerung absolut Wii-untypisch, obwohl "Baum der Stille" exklusiv für die Wii entwickelt wurde. Ohne einen Blick in die interne Hilfsfunktion oder das Handbuche werden viele Farmer an einigen Punkten einfach nicht weiterkommen. All das bremst den Spielspaß leider ordentlich aus.
Fazit
von Gerd Schüle
Der Baum der Stille hinterlässt bei mir einen sehr zwiespältigen Eindruck. Zuerst muss ich mich durch ein zu langes Intro und ein nerviges Tutorial quälen, nur um festzustellen, dass mir wichtige Dinge vorenthalten werden. Als dann das Spiel so richtig in Schwung gekommen ist, zieht es mich immer wieder in seinen Bann, dank des sehr abwechslungsreichen Spielprinzips der spaßigen Bauernhofsimulation.
Aber die ständigen Ladebildschirme und andere technische Mängel dämpfen gnadenlos den immer wieder enorm aufkeimenden Spielspaß. Das finde ich sehr schade, denn der Kern des Spiels ist eine kleine Perle, die aber leider nicht blank poliert wurde und ihren Glanz darum in einer wenig reizvollen technischen Hülle versteckt.
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