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Star Wars Battlefront - Elite Squadron (Sony PSP)

Artikel veröffentlicht am 19.11.2009

Von "X-Wing" über "Jedi Knight" bis zu "Battlefronts": Die Star-Wars-Franchise dürfte wohl einer der zuverlässigsten Spiele-Software-Gelddruck-Maschine in diesem Sonnensystem sein. Mit "Elite Squadron" geht die Battlefronts-Lizenz auf der PSP mit neuen Ideen in die dritte Runde. Mit Macht in die Schlacht oder nur Kampf mit Krampf? Von Daniel Frick

Double X

Stillleben mit Klon-Held und Jedi.

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie die Klonsoldaten eigentlich zu einer so schlagkräftigen Truppe geworden sind? Schließlich will auch im Star-Wars-Universum das Kriegshandwerk gelernt sein! Des Rätsels Lösung: Die Ur-Klon-Prototypen mit den wahrhaft lyrischen Namen X1 und X2 haben ihre Millionen Brüder ausgebildet - und fragt jetzt bloß nicht, wo wiederum die beiden Klon-Väter gelernt haben, wie man unvorsichtige Separatisten und anderes Gesindel durchsiebt.

Wie auch immer, in der Singleplayer-Kampagne dient das Schicksal von X2 als lose Rahmenhandlung, die im weiteren Verlauf beileibe nicht zu erzählerischen Höchstleistungen aufläuft. Ihr selbst schlüpft in die Rolle von Zwilling Zwei und helft eurem "großen Bruder" bei dem, was ihr am besten könnt: Das Imperium ärgern. Denn die Klone stehen, ganz ihrem ursprünglich ehrbaren Ziel verbunden, auf Seiten der Rebellenallianz.

Offene Welt. Äh, System! Galaxis?

Auch der Eisplanet Hoth ist im Spiel vertreten.

Die Kampagne beginnt mit einem kleinen Tutorial-Level, der euch nicht nur mit den Grundlagen der Steuerung, sondern auch mit den drei Spielebenen vertraut macht, die es im direkten Vorgänger so nicht gab. Eure Schlachten schlagt ihr nämlich zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Na ja, jedenfalls fast. Quasi "stufenlos" könnt ihr bei entsprechendem Missionsdesign mit Jägern von den Planeten starten und feindliche Jäger ins All verfolgen. Habt ihr mit der entsprechenden Artillerie von der Planetenoberfläche deren Schilde geknackt, landet ihr anschließend auf den Flugdecks von Sternenzerstörern und sucht per Pedes den Reaktorkern, um einen fetten Bonus für das Ausschalten des Kommandoschiffs abzusahnen.

Die Illusion der gänzlich offenen Spielwelt greift zwar wegen des kurzen Zwischenladens nicht ganz, schafft aber trotzdem gelungen die Atmosphäre eines lückenlos echten Schlachtenerlebnisses, das viel Spaß verspricht.

Multi-Kloni

Die Luftkämpfe lockern mit simpler Steuerung das Spielgeschehen gelungen auf.

Spaß gibt's vor allem im Multiplayermodus, wo die beschriebenen Übergänge teilweise tatsächlich so ablaufen und die dynamischen und (im Gegensatz zum Einsatz am Boden) einfach zu fliegenden Dogfights mit feindlichen Jägern das übliche Schlachtengetümmel toll auflockern. Auch das Gesamt-Balancing des Multiplayer-Erlebnisses haut gut hin, "Battlefronts" ist wie eh und je komplex und bietet viel taktischen Tiefgang, wenn man das Spiel mit anderen Taktikern spielt. Im "echten" Onlinemodus tretet ihr gegen bis zu 15 Mitspieler an, wie von der Battlefronts-Reihe gewohnt nehmt ihr dabei verschiedene Kampfklassen auf Seiten des Imperiums oder der Rebellenallianz ein.

Zum Austoben dienen die klassischen Spielmodi wie Deathmatch oder Capture the Flag, einzig das Helden-CTF bietet eine willkommene Variation. Hier schlüpft ihr für begrenzte Zeit in die Haut eines Jedi oder Sith und teilt mit dem Lichtschwert aus. Lucas Arts kennt die Fangemeinde, Jedis mit ihren Lichtschwertern rocken wohl einfach und sind aus kaum einem Star-Wars-Spiel wegzudenken.

Stolpernde Klon-Helden

Bei den Schwächen der Steuerung liegt man bei flinken Gegnern sehr schnell auf dem Endor-Waldboden.

Bei aller gelungenen Sternensaga-Stimmung gehört zu einem guten Spiel aber natürlich eine funktionierende, bestenfalls komfortable Bedienung, vor allem auf einem Handheld. Das komplexe Spielprinzip mit einer soliden Steuerung zu versehen, scheint keine leichte Aufgabe. Vielleicht ist sie deshalb auch nicht wirklich gut gelungen. Der Analogstick reagiert für einen Shooter viel zu träge, schnelles Drehen oder ähnliche Manöver gelingen häufig nicht. Hat man nicht den leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade gewählt, ist man vor allem zu Beginn schneller tot als man "Klonkriege" sagen kann. Daran ändert leider auch die automatische Zielsuche nur bedingt etwas, weil sie wegen der agilen Gegner das Ziel häufig wieder verliert. Die feindliche KI ist übrigens selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad nicht von schlechten Klon-Eltern.

Unglücklicherweise ist das in Kombination mit der teilweise trägen Steuerung eher frustrierend als motivierend. Verstärkt wird das Gestolper noch durch eine zickige Kollisionsabfrage, die einen an tausend Mauervorsprüngen und Zeltstangen hängen lässt. Könnte man an einem Abgrund ausnahmsweise mal etwas Haftung gebrauchen, erwischt man garantiert den einen von tausend Fällen, wo das nicht so ist und stürzt mit einem "Sch... Steuerung" ins Leere. Auch die Landeanflug-Manöver aus dem All zurück an die Planetenoberfläche sind aufgrund eines fehlenden "Schwebe-Modus" recht kniffelig, hier hilft aber etwas Training durchaus. Leider trifft das nicht auf die Steuerung als Ganzes zu. Schade, bei den vielversprechenden Ansätzen des Spiels!

Fazit

von Daniel Frick

Das bekannte Spielprinzip von "Battlefronts" wurde stimmungsvoll und nah an der ursprünglichen Vorlage umgesetzt. Bekannte Star-Wars-Klänge inklusive einer Sprachausgabe im Singleplayer und die offene Spielwelt mit den drei Kampfebenen vermitteln echtes Sternenkrieger-Feeling, die Grafik fällt dagegen schon deutlich auf Durchschnitt zurück. Wegen der unglücklichen Steuerung rate ich aber nur echten Star-Wars-Fans bzw. jenen, die PSP-Shooter in Jedi-Meditation beherrschen, der "Elite Squadron" beizutreten. Die dürften dann wohl auch entspannt genug sein, um mit gelegentlichen Frust-Erlebnissen gelassen umzugehen. Wer auf Multiplayer setzt, setzt auf die Stärke des Spiels und kann nochmals bis zu 5 Punkte zu unserer Wertung hinzuaddieren.

spieletipps meint: Stimmungsvoller Taktik-Shooter mit solidem Multiplayer-Part, aber gewöhnungsbedürftiger Steuerung.
72

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