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Tekken 6 (Playstation 3)

Artikel veröffentlicht am 14.11.2009

Der Inbegriff der Beat em Ups heißt Tekken. Und zwar schon seit Jahren. Indes: Der sechste Teil schwächelt - aber ausgeknockt wird er nicht. Von Sandra Friedrichs

Ein Familienstreit mit schweren Folgen

Heihachi Mishima ist zwar sehr gealtert, aber die Frisur sitzt weiterhin.

Ihr kennt das vielleicht aus eigener Erfahrung: Ihr seid sehr wütend auf eure Eltern und wollt ihnen etwas heimzahlen. Gut, sie haben euch vielleicht nicht in eine Schlucht geworfen und ihr habt auch kein Interesse, an einem Kampfturnier teilzunehmen. Aber Kazuya Mishima ist alles recht, um sich an seinem Vater Heihachi Mishima zu rächen. Gelingt dem Sohn zuerst noch der Sieg über das grausame Elternteil, wird ihm im zweiten Turnier schnell ein Schlussstrich durch die Rechnung gezogen. Sein Vater schmeißt ihn eiskalt in einen Vulkan! Doch Kazuyas Sohn Jin macht sich ehrgeizig auf zum dritten Turnier, um Heihachi zu schlagen - aber sein Großvater spielt mit unfairen Mitteln und schießt Jin in den Kopf.

Ihr denkt die Geschichte ist vorbei? Noch lange nicht, denn Tekken wurde schließlich von Japanern entwickelt! Auf wundersame Weise überleben Jin sowie sein Vater Kazuya, der in einem Geheimlabor wieder zu alten Kräften erwacht. Letztendlich gelingt Jin der Sieg über das letzte Turnier und die Fronten sollten eigentlich geklärt sein. Aber, wie sollte es bei Tekken auch anders sein, einer erhebt sich trotzdem wieder und so geht die ganze Kämpferei von vorne los.

Tierschützer sofort wegschauen

Kitschige Szenen bei einem Beat em Up. Ihr denkt, das passt nicht zusammen? Da habt ihr vollkommen recht!

Natürlich braucht ihr dieses Hintergrundwissen nicht zu kennen, denn es wird euch am Anfang des Kampagnenmodus in hübschen Videosequenzen gezeigt. Diesen besagten Modus müsst ihr im Übrigen durchspielen, um alle wichtigen Items und Modi freizuschalten. "Na, das schaff ich doch mit links", denkt ihr vielleicht - falsch gedacht. Noch nie wurde so ein trostloser Einzelspielmodus als Herzstück eines Videospiels verkauft. Die kitschige Geschichte mit seinen seichten Dialogen und schnulzigen Phrasen ist einfach nur zum Wegschalten, selbst die Level sehen grafisch einfach nicht mehr zeitgemäß aus. Doch der größte Kritikpunkt: Ihr schlagt arme Tiere zusammen, manchmal sogar mit einer Eisenstange! Das will niemand in einem Beat em Up sehen, also etwas mehr Niveau bitte, Namco Bandai!

Prügeln, bis die Schwester kommt

Die Kämpfe sind im Mehrspielermodus sehr gelungen.

Quält ihr euch durch diesen Einzelspielmodus, habt ihr euch eine Belohnung redlich verdient. Schmeißt euch einfach ins Multiplayer-Gefecht oder spielt online mit etlichen Spielern. Mit allerlei Tastenkombinationen könnt ihr eure Gegner mit Kombos auf die Bretter der Stage bringen.

Natürlich steht es euch frei, eure 40 Charakteren optimal zu stylen. Gerade Männerherzen werden dabei höher schlagen, wenn sie ihre geliebten Kämpferfrauen in Krankenschwestern-Outfits stecken können. Aber wo wir gerade von den Charakteren sprechen, die seit Beginn an freigeschaltet sind, müssen wir Namco Bandai wirklich lohnen. Die neuen Gesichter gliedern sich optimal ins Spielgeschehen mit ein. Zum einen gibt es beispielsweise das Robotermädchen Alisa Bosconovitch, das sich mit seinem Jetpack in die Lüfte erhebt und sich des Öfteren an ihren Motorsägen im Arm bedient. Ein weiterer nennenswerter Charakter ist der kräftig gebaute Bob, der euch im Kampf mit heftigen Attacken, aber dennoch recht flottem Schritt überzeugen kann.

Optimale Entwicklungen

Interaktive Hintergründe machen das Kämpfen zu einem tollen Erlebnis.

Generell hat sich Tekken 6, verglichen mit seinem Vorgänger, verbessert (wenn ihr den Kampagnenmodus außen vor lasst). Die Grafik ist hübsch aufpoliert und das Gameplay ausgefeilter und flüssiger. Doch positiv hervorheben lässt sich der neue Arenenkampf, der aus der Dead or Alive-Serie stammen könnte. Der Kampfhintergrund ist nicht mehr starr und langweilig, sondern stets abwechslungsreich. So kann während eures Kampfes in einer Großstadt ein Hubschrauber in ein Hochhaus stürzen und in Flammen aufgehen. Oder ihr seid Zeuge des Tag- und Nachtzyklus mit den entsprechenden Sonnenauf- und -untergängen. Oder Panzer rasseln gefährlich dicht an den Kämpfern vorbei. Oder, oder, oder. Lasst euch einfach überraschen von der großen Vielfalt und mitreißen von den tollen optischen Effekten, die mehr Spannung in den Kampf reinbringen.

Fazit

von Sandra Friedrichs

Ich weiß nicht genau, was ich von Tekken 6 halten soll. Zwar wurden die Grafik und das Gameplay optimiert, doch der Kampagnenmodus macht alle positiven Entwicklungen zu Nichte. Nicht nur, dass ihr kleine, süße Bärenbabys mit einer Eisenstange ins Land der Träume schicken könnt, sondern das gesamte miese Packet an üblen Fehlern (Grafik, Story, etc.) macht den Spaß im Einzelspielermodus einfach kaputt. Warum muss ich das aber unfreiwillig durchspielen, damit ich die wertvolle Kleidung und die Credits freischalten kann? Lieber würde ich mich gleich in einen Arenenkampf begeben, als den Kampagnenmodus zu spielen. Aber gut, beißt in den sauren Apfel, denn dafür werdet ihr mit genialen Multiplayer-Kämpfen wirklich belohnt!

spieletipps meint: Die Prügelklassiker hat ein wenig Staub angesetzt und Fans vermissen sinnvolle Kampagnen. Im Multiplayer überzeugt er aber auch weiterhin.
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