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Mass Effect 2 (Xbox 360)

Artikel veröffentlicht am 16.11.2009

Nachdem die Nachricht über Shepards Tod scheinbar jeden Winkel dieses Universums erreicht hat und sich Krieger aus allen Ecken der Milchstraße zusammengefunden haben, um dem Entwickler gehörig in den Hintern zu treten, können die Crossfire-Gewehre und Hurricane-Pumpen nun doch weggelegt werden: Shepard lebt! Von Kevin Lunn

Ein Blick ins Logbuch

Kein Gegner ist vor euch sicher!

Computerlogbuch Nummer 1 der SSV Normandy, Sternzeit 2183: Als Commander Shepard, dem ersten menschlichen Hardcore-Super-Duper-Master-Geheimagenten der Gemeinschaft weltraumreisender Zivilisationen (kurz: Spectre), macht ihr im ersten Teil der Mass Effect-Trilogie eine erschreckende Entdeckung: Vor ziemlich genau 50.000 Jahren war eine uralte Maschinenrasse für die völlige Ausrottung der galaktischen Zivilisationen verantwortlich. Damit natürlich nicht genug, denn eine Nachricht kommt selten allein: Es handelt sich scheinbar um eine Art ewigen Kreislauf und die Maschinen stehen kurz davor, wieder zurück zukommen um erneut zu "ernten"!

Ihr seid natürlich die einzige Person, die etwas gegen die Bedrohung unternehmen kann und stürzt euch auf eine Reise durch die Galaxie, um den feindlichen Agenten der Maschinenrasse die Kabel zu ziehen.

Teil Zwei von drei

Mass Effect 2 bietet schweres Geschütz mit ordentlich Wummes!

"Mass Effect" war von Anbeginn der Menschheit als Trilogie gedacht. Das Besondere ist, dass ihr euren Charakter, eure Entscheidungen und Taten in die nachfolgenden Teile übernehmen könnt - natürlich nur, wenn ihr den Vorgänger durchgespielt habt.

Für diejenigen unter euch, die den ersten Teil nicht besitzen: Ihr werdet nicht einfach eurem Schicksal überlassen und ins All geschossen, sondern seht eine Revision der bisherigen Ereignisse und müsst euch bei Schlüsselszenen nachträglich entscheiden, wie es weitergehen soll. Es ist aber vermutlich trotzdem ratsam, den ersten Teil gespielt zu haben. Die darin erlernten Fähigkeiten werden zwar nur beschränkt zur Verfügung stehen, alt eingesessene Weltraumpioniere werden es trotzdem einfacher haben. Im weiteren gehen wir davon aus, dass ihr keine Weltraumneulinge seid.

Völkernapping

Einige Planeten sind wie leer gefegt.

"Mass Effect 2" spielt zwei Jahre, nachdem ihr als Commander Shepard den bösen Plan der Reaper durchkreuzt habt. Nun taucht ein neuer mysteriöser Feind auf, der ganze Zivilisation und Völker verschleppt. Um die unbekannte Bedrohung zu stoppen, tut ihr euch mit den Anhängern der skrupellosen Cerberus-Organisation zusammen und geht erneut auf rette-das-Universum-Mission!

Wie "Mass Effect 2" beginnt, hängt aber von euren Entscheidungen aus dem ersten Teil ab. Egal wie ihr euch am Ende entschieden habt, wer sterben musste, wer leben durfte: Ihr werdet die Milchstraße genauso wieder finden, wie ihr sie verlassen habt.

Düsterer als der Vorgänger

Rollenspiel. Nicht Horror! Oder?

Die Atmosphäre von "Mass Effect 2" wird sich deutlich düsterer zeigen als noch im Vorgänger. Bioware-Chef Greg Zeschuk zufolge ist die Stimmung ungefähr mit Das Imperium schlägt zurück vergleichbar. Die melancholische Stimmung bringen auch verschiedene Trailer zum Ausdruck, in denen der Tod Commander Shepards angedeutet wird. Auch wirken die Begleiter des Spectres deutlich rücksichtsloser.

Die spannende Geschichte ist ebenfalls sehr düster: Ihr wisst, dass die Reaper immer noch da draußen sind. Denn am Rande des Universums verschwinden immer mehr Menschen spurlos und ihr müsst mit den rassistischen Cerberus-Mitgliedern kooperieren.

Ergreife die Gelegenheit!

Während eines Dialoges habt ihr erstmal die Möglichkeit direkt ins Geschehen einzugreifen.

Eine von vielen Verbesserungen in "Mass Effect 2" ist eine besondere Dialog-Option, die es im ersten Teil nicht gab: Ihr werdet während eines Gesprächs die Möglichkeit haben, in das Geschehen um euch herum einzugreifen. Ihr könnt die Initiative ergreifen und euer Gegenüber beispielsweise durch die Glaswand hinter ihm treten.

Ein weiteres Beispiel: Ihr unterhaltet euch gerade mit einem Salarier über Quantentheorien und Singularitäten von Phase und Polarisation des Lichts, als ihr auf der Stirn eures Gesprächspartners den Punkt eines Striker-Scharfschützengewehres mit Laservisier entdeckt. Nun ist es an euch, die Initiative zu ergreifen. Mit einem einzige Knopfdruck könnt ihr den Alien aus der Schussbahn reißen - aber wenn ihr so an das Gespräch zurück denkt, lasst ihr es lieber bleiben und wendet euch der hübschen Asari zu.

Nebenmissionen und Erkundungen

Ihr werdet auf viele verschiedene Zivilisationen in der Milchstraße treffen.

Da Nebenmissionen in Rollenspielen für zusätzliche Tiefe sorgen, verzichtet der Entwickler genau wie im ersten Teil nicht auf die Randaufträge. Sie sollen in "Mass Effect 2" jedoch um einiges besser und vor allem aufregender gestaltet sein. Obwohl sie weiterhin optional sind, soll euch das Gefühl vermittelt werden, sie seien für die Hauptmission erforderlich.

Auch in Sachen Planetenerkundung hat sich Bioware scheinbar einiges einfallen lassen: Die Himmelskörper sollen sich untereinander stärker unterscheiden und es wird sogar eine Art Mini-Game geben, die das Scannen der Planeten interessanter für euch macht. Ihr haltet mit den Schiffsscannern Ausschau nach Lebenszeichen, Technologies und Ressourcen und könnt dann entscheiden, ob sich eine Landung lohnt.

Fazit

von Kevin Lunn

Eins steht schon fest: "Mass Effect 2" wird noch umfangreicher als der sowieso schon mächtige Vorgänger. Soweit nichts Besonderes. Die Story scheint auf den ersten Blick auch noch nichts Ungesehenes zu bieten. An dieser Stelle also auch nichts Besonderes: Ein Sequel wie (fast) jedes andere?

Nein. Wenn man sich nämlich den ersten Teil anschaut, der durch ein riesiges Spieluniversum, eine grandiose Atmosphäre und eine niveauvoll umgesetzten Story begeistert hat, dann nehmen die Verbesserungen eine ganz andere Dimension an. Der erste Teil war zwar nicht perfekt, aber laut Bioware wurden viele Kritikpunkte in die unendlichen Weiten befördert. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass uns mit "Mass Effect 2" ein weiteres kinoreifes Spiel erwartet, das spielerisch um einiges zugelegt hat.


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