Marvel Super Hero Squad (Nintendo Wii)
Artikel veröffentlicht am 08.12.2009
Sie lassen die Augen aufgeweckter Kinder und moppeliger Nerds glänzen. Sie bekämpfen andauernd das Böse, tragen die Unterwäsche meistens über der Hose und haben immer einen abgebrühten Spruch auf den Lippen. In Marvel Super Hero Squad seht ihr sie mal von einer anderen, geschrumpften Seite: Superhelden. Von Philipp Rauh
Es ist doch immer wieder das gleiche. Da kommt ein verrückter Überfiesling mit markigem Namen auf die Erde und will die Herrschaft an sich reißen. In Marvel Super Hero Squad trägt der psychopathische Oberbösewicht Dr. Doom zwar keinen Dreifingerbart und ein Buch hat er auch nicht geschrieben, dafür besitzt er das Unendlichkeitsschwert, mit dem er die Menschheit unterjochen will. Doch zum Glück hat Iron Man das Schwert rechtzeitig in handliche Splitter zerbröselt. Jetzt ist ein Wettlauf zwischen den Mächten des bösen Dr. Dooms und dem Super Hero Squad nach den Splittern der Super-Duper-Klinge entbrannt. Soweit, so langweilig.
Fertig!
Habt ihr euch durch die sechs Kapitel und zwei Bonuslevel gekämpft, läuft nach vier bis fünf Stunden Spielzeit auch schon der Abspann über die heimische Flimmerkiste. Was aber nicht weiter verwundert, immerhin ist das Spielprinzip von Marvel Super Hero Squad recht simpel zu umschreiben: Draufhauen! In jedem Level besteht eure Aufgabe lediglich darin, alles mit der Faust zu bearbeiten, was in eurer Nähe kreucht und fleucht. Egal ob gegnerische Soldaten, Geschütztürme oder Fahrzeuge. Das Ganze geht auch zu zweit, der Story-Modus unterstützt nämlich eine kooperative Spielweise. Mehr Spaß bringt das zwar nicht unbedingt mit sich, aber immerhin langweilt ihr euch dann nicht mehr allein.
Spidermännchen und Wolverine Junior
Neben dem Story-Modus bietet Marvel Super Hero Squad einen Kampfmodus für bis zu vier Spieler. Aber auch hier bestimmen Mittelmäßigkeit und Tristesse das Geschehen. Die auswählbaren Helden, unter anderem Mini-Wolverine, Mini-Magneto und Mini-Spiderman, unterscheiden sich in der Steuerung und im Gefecht einfach nicht genug voneinander. Und auch die Kampfschauplätze sind unspektakulär. Spannung kommt in den wüsten Schlägereien nur auf, wenn ihr einen Krampf im Daumen bekommt und die Angriffs-Taste mit der Zunge bearbeiten müsst. Immerhin ist die Steuerung simpel gehalten und bedarf keiner langen Eingewöhnungszeit, lediglich das Anvisieren der Gegner ist etwas unglücklich umgesetzt.
Augen zu, Ohren auf!
Ganz klar, die Präsentation rund um den grünen Hosentaschen-Hulk richtet sich eindeutig an jüngere Spieler. Das spiegelt sich nicht zuletzt in der mauen Hintergrundgeschichte wieder. Auch die Grafik orientiert sich am kindlichen Gemüt. Alles ist schön bunt und knallig und glitzert. Doch auch das Farbengewitter kann nicht über die technischen Schwächen in der grafischen Umsetzung hinwegtäuschen. Die Engine wirkt altbacken. Da wäre mehr drin gewesen. Dafür gibt es immerhin etwas auf die Ohren. Über den Soundtrack und die Synchronisierung kann man nicht meckern. Hier wirkt alles stimmig und professionell.
Fazit
von Philipp Rauh
Ja, das Spiel ist für den Jüngeren und Junggebliebenen unter euch. Aber warum wurde es so lieblos umgesetzt? Alles wirkt unausgegoren, überall fehlt es an Abwechslung und frischen Ideen. Klar, das Spiel hat seine charmanten, sogar witzigen Seiten und die erste Zeit macht das Rumgeprügel auch Spaß, aber die zu kurze Spielzeit des Story-Modus und der belanglose Kampf-Modus ziehen Marvel Super Hero Squad in die unbedeutenden Weiten der Mittelmäßigkeit.
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