Test The Saboteur: Open-World-Paris besetzt von Nazis

von Redaktioneller Mitarbeiter (07. Dezember 2009)

Brüste - das ist das erste, was ich in The Saboteur zu Gesicht bekomme. "Ist doch geil! Gutes Zeichen!" wird man(n) sagen. Ok, zugegeben, die Brüste sind tatsächlich das Beste was uns hier begegnet. Für ein Videospiel allerdings dürfte diese Aussage ziemlich vernichtend sein.

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Eindrücke aus The Saboteur

Sean Devlin kann sich per Knopfdruck eine Zigarette anzünden - unheimlich cool!Sean Devlin kann sich per Knopfdruck eine Zigarette anzünden - unheimlich cool!

Wieso nur? Wieso tun die Entwickler uns das an? Vielmehr: Wieso tut uns die Branche das an? Wir haben den Zweiten Weltkrieg satt! So, jemand muss es doch mal sagen, ohne Umschweife, ohne Beschönigungen - kein Zweiter Weltkrieg mehr in Videospielen! Jawoll. In Call of Duty 5 - World at War oder Medal of Honor Airborne oder Brothers in Arms oder Company of Heroes oder... na, merkt ihr was? Es geht nie zu Ende, dieses Unding. Ok, vor vielen Jahren war die erste Schlacht am D-Day noch beeindruckend, vor vielen Monden war die erste Begegnung mit den Nazis noch furchterregend - heute kennen wir jede bekannte Schlacht, wissen mehr als bekannte Historiker und können sowie so detailgetreu wiedergeben, wer wie wo was gemacht hat und wieso.

Allerdings müssen wir jetzt die altbekannte Lanze für die Entwickler von Pandemic brechen: Dieser Zweite Weltkrieg ist in The Saboteur offen. Nicht streng-linear wie in Call of Duty, sondern offen und frei begehbar wie in Grand Theft Auto. Wir reden hier zwar "nur" von Paris, das von den Deutschen besetzt ist, aber immerhin - es handelt sich um eine Weltpremiere.

Wir sind erneut im Zweiten Weltkrie... äh, im Bordell?Wir sind erneut im Zweiten Weltkrie... äh, im Bordell?

Whiskey und die Nazis

Leider ist diese Weltpremiere eher dürftig ausgefallen. Aber von Anfang an. Stellt euch vor, ihr seid Ire - keine angenehme Vorstellung, aber versucht es einfach. Nun seid ihr in Paris, wisst aber nicht warum. Es ist einfach so. Und dort wollt ihr Rennen fahren. Vorher wart ihr jedoch Mechaniker. Aber nun seid ihr Rennfahrer. Ein logischer Schritt, zumindest irgendwie. Egal. Wir schreiben übrigens das Jahr 1940. Eure Freunde wollen also mit euch Rennen fahren und düsen daher nach Saarbrücken, denn dort findet der nächste Grand Prix statt.

Blöd nur, dass die Deutschen gerade mitten drin sind, im Krieg zu sein. Da bleiben Frankreich und Saarbrücken gewiss nicht verschont. Und da wir Ire sind und nach Whiskey stinken, machen wir Blödsinn und schon befinden wir uns auf einem großen Rachefeldzug, weil die Deutschen gemein waren.

Die deutschen Sprecher sind recht überzeugend, die Mimik ist es weniger.Die deutschen Sprecher sind recht überzeugend, die Mimik ist es weniger.

Wie immer böse

Wir übernehmen den Iren Sean Devlin. Nachdem die Deutschen gemein zu ihm waren, betrinkt er sich in Paris und gibt sich den weiblichen Rundungen hin - ab und zu auch den männlichen, der Whiskey ist Schuld. Da geschieht es allerdings: unfreiwillige Komik. Sean sitzt in einer Bar und wird von einem Kerl angesprochen, der ihn lautstark dazu auffordert, die Nazis kalt zu machen. Aha. Und was macht Sean? Natürlich, er schließt sich dem Kerl an, selbstlos wie er ist, und plötzlich sprengen die beiden ein Sprengstofflager der Nazis in die Luft. Obwohl der Protagonist verzweifelt ist und dies auch gut in Zwischensequenzen zur Geltung gebracht wird, erscheint dieser plötzliche Rachefeldzug unfreiwillig lächerlich.

Hinzu kommen die erfrischend schlechten Dialoge. Das einzig Gute an ihnen sind die teilweise hervorragenden deutschen Sprecher, die einen authentischen Akzent hinbekommen, aber schon bei dem ersten Treffen mit den Nazis werdet ihr einem Lachanfall erlegen. Nicht nur, dass wir Deutschen selbstredend abgrundtief böse und verbittert sind, wir sind zudem auch alle blond, 1,90 Meter groß und stark.

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