Test Saboteur - Seite 3

Führerschein benötigt

Aber dieses System ist einfach zu inkonsequent. Wieso sollten wir uns lang und breit an den Nazi anschleichen, wenn wir ihn sowie so mit einer Waffe erledigen können? Spielerisch bieten die Stealth-Einlagen keinen Vorteil, früher oder später werden wir doch erkannt. Und selbst wenn wir sofort mit der Wumme drauf halten, die KI ist wirklich der helle Wahnsinn - diese Art von Wahnsinn jedoch, die euch so richtig und herzhaft lachen lässt. Es ist wirklich wahr: Die Nazis überfahren sich gegenseitig. Wir haben die Deutschen alamiert und warten in einer guten Deckung auf die vollen Einsatzwagen - da kommt der erste Transporter und brettert gleich mal seinen Kollegen um. Herrlich. Die Nazis können sich untereinander wohl nicht leiden.

Selbst auf dem höchsten der vier Schwierigkeitsgraden ist die künstliche Intelligenz sehr bedenklich. Hier wird niemand gefordert, hier ist keine Taktik gefragt - stumpfes Ballern ist da vielmehr der Weg zum Ziel. Es macht aber dennoch Spaß. Es macht Spaß, die bösen Buben zu erledigen - vielleicht auch nur, um sie von dieser "Intelligenz" oder dem, was sie steuert, zu befreien.

Die Stadt ist völlig frei begehbar, allerdings gibt es so gut wie keine offenen Häuser.Die Stadt ist völlig frei begehbar, allerdings gibt es so gut wie keine offenen Häuser.

In your face!

Konsequent inkonsequent geht es weiter. Wir können uns den Deutschen auch im Nahkampf stellen. Aber dieses System beleidigt erneut unsere Intelligenz - Button-Smashing der ganz niveaulosen Sorte. Im Prinzip brauchen wir nur auf eine Taste zu hämmern. Nach zwei bis vier Schlägen liegt der blonde Bube auf dem Boden. Keine Konter, Deckung ist unwichtig, Würfe ebenfalls. Erwähnten wir bereits die plumpen Animationen?

All das mag überwiegend negativ klingen, aber The Saboteur hat wirklich gute Ansätze. Da wäre zum Beispiel das Verdachtssystem. Die Nazis sind recht misstrauisch und schauen sich jeden Bewohner von Paris genau an. Sobald wir mit einer gezogenen Waffe an einer Stellung der Deutschen vorbei laufen, riechen die Kerle Lunte - der Verdachtsbalken füllt sich. Nun haben wir zwei Möglichkeiten: Wir könnten die Waffe wegstecken und ganz normal weiter gehen, die Soldaten würden darauffolgend das Interesse verlieren. Oder aber wir halten die Waffe weiterhin in der Hand, sodass der Soldat selbst die Waffe zückt und auf uns schießt. Wenn er dann die Möglichkeit bekommt, seine Trillerpfeife zu nutzen, werden auch umliegende Nazi-Stellungen alarmiert.

Am besten sofort drauflosschießen!Am besten sofort drauflosschießen!

Guter Ansatz

Natürlich erregen wir auch Aufmerksamkeit, wenn wir Nazi-Fahrzeuge beschädigen oder uns den befestigten Stellungen nähern. Damit wir aber wenigstens ab und an mal die Wumme in der Tasche lassen, ist es möglich, die deutsche Uniformen anzuziehen. So können wir uns einem Ziel nähern, es schnell ausschalten und dann rasch flüchten. Wenn wir uns den Deutschen allerdings zu sehr nähern, erkennen sie uns und eröffnen das Feuer. Das Originelle dabei: Wir können wie ein Deutscher gehen, damit unsere Tarnung nicht sofort auffliegt.

Die Mühe lohnt sich aber gar nicht. Fliegen wir auf, ist es uns ein Leichtes, die Nazis zu töten. Die sind einfach weiterhin so saublöd, da müssen erst 20 Nazis und drei Panzerwagen aufkreuzen um uns tatsächlich gefährlich zu werden. Alternativ hauen wir einfach ab und klettern über die Dächer - ein kleiner Trick, denn dort hin können uns die Soldaten nicht folgen.

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