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James Cameron's Avatar (Nintendo Wii)

Artikel veröffentlicht am 15.12.2009

Wenn wir an Filmversoftungen denken, stehen uns oft die Haare zu Berge. Etliche Spiele sind, kurz gesagt, Lizenzschrott und höchstens für hartnäckige Fans tauglich. James Camerons Avatar für die Wii reiht sich in diese Reihe freudig ein. Von Sandra Friedrichs

Wieso sind die Menschen auf Pandora? Weshalb sind die Na'vi blau? Warum ist ausgerechnet Rai'uk der beste Krieger?

Die Menschen sind böse, sehr böse. Die Erde ist ihnen nicht genug, jetzt stürzen sie sich auch noch auf den Planeten Pandora, um ihn mit all seinen Ressourcen auszunehmen. Mithilfe einer RDA-Truppe errichten sie Lager auf und nehmen Pandora Stück für Stück ein. Doch sie haben die Rechnung ohne die einheimischen Na'vi gemacht - genauer gesagt ohne Rai'uk, der geschickteste Krieger des Stammes. Der will nämlich Rache und holt sich von den Menschen das zurück, was sie dem Stamm genommen haben.

Euch steht noch ein Fragezeichen im Gesicht? Kein Wunder, denn ihr erfahrt weder, wieso die Menschen ausgerechnet Pandora ausnehmen, noch wie sie diesen Planeten gefunden haben oder warum die blauen Na'vi wie irdische Indianer leben und naturverbunden sind. Euch bleibt also nichts anderes übrig, als den Kinofilm zu schauen. Klar, dass das Spiel deshalb knapp zwei Wochen vor dem Kinostart erscheint.

Altair in blau

Vermeidet den Nahkampf, da euer blauer Krieger sehr schwach ist.

Im Gegensatz zum Next-Gen-Bruder spielt ihr in der Wii-Fassung lediglich den Krieger Rai‘uk. In Schleichangriff-Manier, die wir aus Assassin's Creed oder Dark Project kennen, versteckt ihr euch im hohen Gras oder auch in luftigen Höhen. Begegnet ihr einem Menschen, schlägt Rai'uk Alarm und ruft "Gefahr!" oder "Da ist ein Feind!" Zwar nerven euch diese einfallslosen Kommentare schnell, doch so habt ihr wenigstens die Möglichkeit, euch auf euren Angriff vorzubereiten.

Da euer blauer Krieger mit Stab und Bogen gegen die Maschinengewehre der Menschen kaum eine Chance hat, müsst ihr die Eindringlinge aus dem Hinterhalt überfallen. Dafür schleicht ihr euch an, drückt die Z-Taste und löst ein Quick-Time-Event aus. Das läuft ziemlich unspektakulär ab - meist reicht eine einzige Bewegung, den Gegnern zu besiegen. Natürlich könnt ihr euch für etwas mehr Abwechslung in einen Nahkampf wagen und mit vielen Fuchteleinheiten gegen die Menschen beweisen, doch das macht auf Dauer wenig Spaß und geht extrem auf die Arme.

Zu viel vorgenommen

Das Anschleichen wird durch die störrische Kamera erschwert.

Die Steuerung ist zwar ziemlich träge, dennoch werden eure Bewegung präzise registriert. Falls ihr ein Balance Board besitzt, könnt ihr es während eines Flugs auf einem riesigen Vogel benutzen. Diese Steuerungsvariante per Gewichtsverlagerung ist zwar schwammig, aber trotzdem besser gelungen als das Lenken einer Höllenwespe mit dem Wii Motion Plus-Aufsatz. Mithilfe dieses Flugtieres sollt ihr die Umgebung erkunden können. Doch wegen der unpräzisen Steuerung fliegt die Wespe generell nicht in die gewünschte Richtung und nützt euch dementsprechend wenig.

Aber ein größeres Problem stellt die Kamera dar, die äußerst störrisch ist und sehr oft von euch nachjustiert werden muss. Gerade im Koop-Modus, in dem ein Mitspieler Rai'uks Schwester Kyuna steuert, sind die Kameraprobleme dramatisch und verhunzen diesen Modus völlig.

Augengraus

Leider sieht das Spiel nur halb so gut aus.

Es ist bekannt, dass die Wii in Sachen Grafik meilenweit hinter den anderen Next Gen-Konsolen liegt. Glänzt James Cameron's Avatar auf der Xbox 360 noch mit schicker Optik, ist auf der Wii davon keine Spur mehr zu sehen. Die Story wird in Standbildern und Texten wiedergegeben, die Umgebungen sind verpixelt und alle Charaktere haben unnatürliche kantige Gesichtszüge und Körperproportionen. Die Grafik ist keine totale Katastrophe, aber ein Augenschmaus wie Super Mario Galaxy ist sie auch nicht.

Wir möchten wirklich gerne ein gutes Haar an dem Spiel lassen, doch weder die Grafik, noch der Sound, der mit Abwesenheit glänzt, konnten uns überzeugen. Euch wird Langeweile statt Spannung geboten - ist das einen Kauf wert?

Fazit

von Sandra Friedrichs

Danke Ubisoft, dass ihr mir wieder bewiesen habt, dass ich Filmversoftungen eigentlich ignorieren sollte! Das Spiel überzeugt mich nicht einmal in Ansätzen! Das Gameplay, die Story, Kamerasteuerung und Grafik beweisen etliche Schwächen und hauen mich nicht aus den Latschen. Eventuell hätte das Spiel besser abgeschnitten, wenn die Entwickler Zeit für einen Feinschliff gehabt hätten - da dem nicht so ist, müssen Actionspieler sich mit einer durchschnittlichen Filmversoftung zufrieden geben oder sie einfach links liegen lassen. Ich tendiere für Letzteres.

spieletipps meint: Aus vielen guten Ideen haben die Entwickler wenig gemacht - euch erwartet nur eine durchschnittliche Filmversoftung ohne Höhepunkte.
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