Economic War (PC)
Test
Economic War
Wirtschaftskriege sind, wenn man die Welt nicht mit kindlichen Augen sieht, ein nicht zu verleugnender Bestandteil der westlichen Welt. Genau dieser Tatsache nimmt sich die französische Spieleschmiede Monte Christo Games mit einer ordentlichen Prise Zynismus an. Ob das Prinzip Wirtschaftssimulation-plus-Satire-im-Comic-Stil aufgeht, wisst ihr, wenn ihr unseren Test gelesen habt. Von Daniel Frick
Zum Spiel
In "Economic War" nimmt man die Rolle eines der 23 zur Auswahl stehenden Länder ein und versucht durch Aufbau einer tragfähigen Wirtschaft bestimmte Ziele zu erreichen, wie man es eben von Spielen dieser Art kennt, zum Beispiel das Produzieren einer bestimmten Menge an Waren einer besonderen Art oder eines bestimmten Gewinns in einer vorgegebenen Zeit. Zugegeben, der Comicstil ist eine ganz nette Idee, mich als Comic- und Comedyfan konnte er nicht überzeugen. Fragt sich, welche Zielgruppe die Schöpfer dieser Kreation im Auge hatten: Sollten es etwa doch Erwachsene gewesen sein? Dann kann ich nur sagen: Kann mich und (hoffentlich) jeden anderen Erwachsenen nicht mal annähernd zum Schmunzeln bringen. Der Spaß beschränkt sich dann im wesentlichen auf peinliche schwarze Männchen, die aussehen wie Schornsteinfeger, in Wirklichkeit aber Spione darstellen sollen und deren Aufgabe das Ausspionieren des gegnerischen Parlaments ist oder ähnlich "lustig-böse" andere Aktionen. Haha ...
Handlungsmöglichkeiten, Benutzerfreundlichkeit und Grafik
Die Handlungsmöglichkeiten sind wie beschrieben die üblichen eines Spiels dieses Genres. Da kann man Produktionsketten aufbauen, Bündnisse schließen oder einen Krieg anzetteln, je nachdem, wonach dem korrupten und gewissenlosen Weltbeherrscher-Anwärter nach dem Frühstück eben so gerade zumute ist. Und so jagt man in 29 Missionen dem nicht so ganz selbstlosen Ziel der Weltherrschaft nach. Bei der Umsetzung dieser Spielelemente ist man ganz nach dem Bewährten vorgegangen, was nicht grundsätzlich schlecht sein muss. Trotzdem, ein paar neue Ideen hätten nicht geschadet. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich aufgebaut und das Tutorial gibt einen schnellen Überblick in die wichtigsten Bereiche. Die übriggebliebenen Fragen klärt das Handbuch. Die Grafik ist wie erwähnt im Comic-Stil gehalten. Ob das gefällt oder nicht, ist dann wohl Geschmacksache. Der Sound allerdings ist wirklich nervtötend. Ununterbrochenes Gedudel und Gepiepse lassen mich an meine alten C64-Tage zurückdenken - da gab es allerdings noch keine Möglichkeiten, den Sound eines Spiels ansprechend zur Unterstützung der Atmosphäre einzusetzen.
Fazit
von Daniel Frick
"Economic War" ist alles in allem kein Lichtblick, auch wenn es der vielversprechende Ansatz vielleicht erhoffen lässt: Die Umsetzung der Idee ist unfreiwillig komisch, der Schwierigkeitsgrad ist nicht sehr anspruchsvoll und von Langzeitmotivation kann nun wirklich nicht gesprochen werden. Spätestens nach den ersten Missionen beginnt einen das Spiel zu langweilen, wenn man dann noch nicht völlig entnervt vom Sound das Handtuch geworfen hat. So lässt sich also abschließend sagen: Vor allem jüngere Spieler, die sich mit dem Genre Wirtschaftssimulation vertraut machen möchten, können "Economic War" eine Chance geben. Sie finden das Spiel dann vielleicht auch (noch) witzig. Alle anderen, seien es nun anspruchsvolle Spieler oder Liebhaber guten Geschmacks sei gesagt: Finger weg! Da gibt es zig bessere Spiele dieses Genres.
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