Kolumne
Der Spieletipper
Die Top 10 der nervigsten Mitspieler
von Martin Deppe
Multiplayer-Spiele sind toll. Sie haben nur einen Nachteil: Man braucht andere Spieler. Und die sind nicht immer toll. Aber keine Panik - der Spieletipper entlarvt die zehn nervigsten Typen, die ihr online meiden solltet. Vom Ninja-Looter bis zum Zwischendurch-Verschwinder.
Es ist wie im echten Leben: Irgendeiner stänkert, trödelt, heult immer rum und versaut uns den schönen Spielspaß. Wir haben euch die zehn größten Spielverderber aufgelistet - und verraten, was sie im echten Leben machen.
Ninja-Looter
Jeder, der schon mal ein Online-Rollenspiel gespielt hat, kennt diese Gesellen: Da kloppen wir in einer Instanz ewig auf den Boss ein, bis er endlich umkippt - und dann schnappt uns so ein %&/%$!!§ einfach die heiß ersehnte Beute weg. Ohne Absprache, ohne zu würfeln. Und manchmal kann er die weggeschnappte Beute nicht mal verwenden. Eine Variante des Ninja-Looters ist der Plötzlich-Wegmüsser - der plötzlich wegmuss, wenn er gerade eine besonders begehrte Beute eingesackt oder sein persönliches Ziel erfüllt hat. Sollen die anderen doch sehen, wie sie weiterkommen!
Ninja-Looter sind im echten Leben: Steuerhinterzieher, Schwarzfahrer
Unpünktliche
Diese Gattung nervt bei jedem Multiplayer-Spiel: Da verabredet man sich um sechs Uhr, gegen sieben meldet sich der Unpünktliche fröhlich und fragt, ob's endlich losgehen kann - nur um dann verwundert festzustellen, dass seine Kumpels a) schon ohne ihn angefangen haben oder b) gar nicht mehr online sind, weil sie ihren gerissenen Geduldsfaden flicken müssen oder c) ihn ebenso fröhlich begrüßen - weil sie den Trödelkopp genau kennen und ihm sechs Uhr gesagt haben, obwohl's sowieso erst um sieben losgehen sollte.
Unpünktliche sind im echten Leben: Lokführer, Frauen
Teamspeak-Trottel
Teamspeak ist super. Da hocken wir mit Headset vorm Monitor, müssen nicht rumtippen, sprechen uns einfach und unkompliziert ab. Theoretisch. In der Praxis ist immer ein Spieler dabei, der nicht kapiert, dass wir sein Nicken oder Kopfschütteln nicht hören können. Und dass es uns nicht die Bohne interessiert, was seine Mama im Hintergrund zum Thema Hausaufgaben oder Zocken zu kreischen hat. Wir möchten auch nicht hören, was er gerade isst, trinkt oder mit seiner Freundin anstellt. Obwohl...
Teamspeak-Trottel sind im echten Leben: Im-Auto-vor-der-Ampel-Nasebohrer, FKK-Fans
Oberbefehlshaber
Das kommt davon: Raid-Teilnehmer Udo K. aus Oer-Erkenschwick hat seinen Gildenchef schnöde ignoriert."AAAAAAAAAAAAAAACHTUNG! AAAAAAAAAAAAAAAAAANTRETEN um 1800!" Ohne den Oberbefehlshaber geht nix. Es muss nicht mal der Gildenchef sein, aber irgendein Mit"spieler" meint immer, das Sagen zu haben. Es gibt sogar welche, die ihre Untergebenen vor einem Raid einzeln die Taktiken abfragen - wer da patzt, darf gar nicht erst mit. Klar, mit so einem Privatfeldwebel ist man erfolgreicher. Aber macht's dann noch Spaß? Ne.
Oberbefehlshaber sind im echten Leben: bei der Musterung durchgefallene Jungspunde, Altnazis
Besserwisser
Egal, was man sagt oder tut: Der Besserwisser sagt oder tut es besser. Oder gar nicht, weil‘s ja scheiße war, was man gerade gesagt oder getutet hat. Der Besserwisser weiß für jeden Angriff die bessere Taktik, für jeden Auktionshaus-Verkauf die besseren Preise, und hat eigentlich besseres zu tun, als gerade mit uns zu spielen. Auf unseren zarten Hinweis, dass uns das auch lieber wäre, reagiert er mit einem beleidigten "Ich hab's ja nur gut gemeint", was uns wiederum an Mutti erinnert.
Besserwisser sind im echten Leben: Besserwessis, Oberlehrer
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