Two Worlds 2 (PC)
Preview
Two Worlds 2: Besser als Risen?
Alles kann, nix muss
Komfortabel: Wir können bis zu vier verschiedene Rüstungssets speichern und per Shortcut jederzeit wechseln.Aber seien wir ehrlich: Hochauflösende Texturen hin, dynamische Lichtquellen her, das alles bringt ziemlich wenig, wenn das eigentliche Spiel zu kurz kommt. Kommt's aber nicht. Schon bei der Charakterentwicklung - die in Grundzügen an Elder Scrolls 4 - Oblivion erinnert - zeigt sich die enorme Freiheit von Two Worlds 2. Motto: Alles kann, nix muss. Feste Klassen gibt es nicht; stattdessen entwickeln wir ganz gezielt eine Reihe von Fähigkeiten weiter. Nahkämpfer, Fernkämpfer, Zauberer, Dieb oder alles zusammen? Kein Problem. Besonders löblich: Stellen wir nach ein paar Stunden fest, dass uns der Charakter doch nicht gefällt oder wir uns irgendwo "verskillt" haben, dann dürfen wir das Ganze (für ein paar Goldmünzen, versteht sich) kurzerhand zurücksetzen und die Punkte erneut verteilen. Diese Komfort-Funktion dürfte ruhig Standard werden im Genre.
Ähnlich frei sind wir beim Zusammenbasteln von neuen Gegenständen. Zur Erinnerung: Im Vorgänger konnte man Waffen des gleichen Typs einfach stapeln und bekam dafür eine stärkere Waffe. Das war zwar durchaus motivierend, führte allerdings schnell zu Balancing-Problemen, weil sich findige Spieler zu früh die mächtigsten Schwerter zusammenstapeln konnten. Two World 2 macht's besser: Nun gibt es Ressourcen, mit denen wir vorhandene Gegenstände aufwerten können. Die reichen von Holz und Erz bis hin zu Edelsteinen, die magische Boni freischalten. Auf diese Weise entwickeln wir unsere Lieblingsaxt über das ganze Spiel hinweg kontinuierlich weiter - und das macht richtig Laune.
Freiheit!
Aber damit nicht genug der Möglichkeiten. Wem das Aussehen seiner Rüstung nicht gefällt, der färbt sie ganz einfach neu. Und wem die vorgegebenen Farben nicht gefallen, der mischt sich einfach neue. Uns ist selten ein Rollenspiel begegnet, bei dem wir unseren Charakter - und alles, was dazugehört - so frei und individuell auf unsere Vorlieben zurechtschneiden können wie bei Two Worlds 2. Diese Optionen motivieren nicht nur - sie sorgen auch dafür, dass wir uns stärker mit unserer Figur identifizieren, tiefer in die Spielwelt eintauchen.
Gleiches gilt übrigens auch für die Zaubersprüche. Wer will, der darf wie in anderen Rollenspielen auch auf eine Reihe von vorgefertigten Sprüchen zurückgreifen. Wer nicht will, der ändert die Sprüche einfach nach eigenem Gutdünken. Euch gefällt die Dauer nicht? Ihr hättet gerne mehr Reichweite? Zauber zu schwach? Kein Problem - lässt sich alles einstellen. Ganz Experimentierfreudige dürfen sich auch eigene Zaubersprüche aus einer großen Bandbreite möglicher Effekte und Parameter zusammenstellen.
Von Gäulen und Hexen
Noch mehr spielerische Freiheit gefällig? Alles klar: Während die ersten drei Kapitel (insgesamt gibt es fünf) noch relativ linear verlaufen, steht euch ab dem vierten Kapitel die komplette Welt offen. Wer jeden Zipfel des riesigen Areals erkunden und auch die letzte Nebenquest erfüllen will, dem verspricht Zuxxez eine Spieldauer von über 150 Stunden. Und ein komfortables Reisesystem: Zur Auswahl stehen Pferd, Boot sowie ein sehr ausgeklügeltes Teleport-Netzwerk, das unnötige Laufwege minimieren soll.
Apropos Quests: Die Gesamtqualität der Aufträge lässt sich nach einem erstmaligen Anspielen natürlich noch nicht beurteilen. Aber das, was wir gesehen haben, macht Lust auf mehr. So kämpfen wir uns beispielsweise im Verlauf der Hauptquest durch einen monsterverseuchten Sumpf und sind ganz glücklich, wenn wir plötzlich ein kleines Dorf erreichen. Die Bewohner des Dorfes hingegen sind nicht ganz so glücklich - offenbar haben wir beim Durchqueren des Sumpfes die Aufmerksamkeit einer uralten Sumpfhexe auf uns gezogen, die nun das Örtchen vernichten könnte. Klar, dass wir den Bewohnern helfen. Nicht ganz so klar, dass wir im weiteren Verlauf hinter ein düsteres Geheimnis kommen und feststellen, dass Gut und Böse in diesem Fall nicht so eindeutig verteilt sind wie wir ursprünglich dachten.
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