Test Bayonetta - Seite 5

Glaubt uns, das hier zeigt nicht mal annähernd die enorme Kreativität im gesamten Spiel.Glaubt uns, das hier zeigt nicht mal annähernd die enorme Kreativität im gesamten Spiel.

Gezieltes Drücken

Obwohl von uns immer wieder Button-Smash-Orgien verlangt werden, wie bei den Folterangriffen, ist das abseits der Finishings-Moves kein Garant zum Erfolg. Auf dem unspektakulär genannten Schwierigkeitsgrad "Normal" wird uns schon alles abverlangt. Alles! Das Genre mag als sinnlose Tasten-Drückerei abgestempelt werden, aber in Bayonetta sind Techniken und Combos der Weg zum Erfolg. Alles andere führt einfach zum Scheitern. Punkt. Bei "good old" Rodin können wir neue Waffen, Techniken und Lollys kaufen. Ab und zu erstellt er uns auch ganz besondere Wummen, dafür spaziert er kurz in die Hölle.

Es gibt zwar unzählige verschiedene Combos, doch da der Ladebildschirm auch gleichzeitig als Trainingsarena fungiert, können wir wild herumprobieren. Und wenn dann noch einige Feinde ihre übergroßen Speere oder Schwerter liegen lassen, können wir sie nutzen und damit weiter töten. Ihr glaubt, ihr habt die perfekte Angriffstechnik gefunden? Glaubt uns, die müsst ihr bald wieder verwerfen. Jeder Gegner verlangt euch alles ab. Hier gibt es keinen perfekten Angriff oder eine stets perfekte Strategie.

Eigentlich kann die Grafik einiges...Eigentlich kann die Grafik einiges...

Wir fliegen und töten

Die Bossgegner hingegen sind perfekt. Dazu müssen wir eigentlich nichts mehr sagen, aber schließlich ist perfekt extrem hochgegriffen. Dabei sind einige Bosskämpfe recht simpel: Im richtigen Moment da oder dort hin ausweichen, um folgend einige Sekunden ganz viel Schaden zu machen. Es geht aber auch anders: Quicktime-Events an völlig unerwarteten Situationen schocken uns extrem, nachdem wir auf den riesigen Armen des Viechs leuchtende Kugeln zerstört haben. Zugegeben, das Prinzip, nach dem einige Bosskämpfe vonstatten gehen, ist teilweise sehr simpel und vor allem schnell durchschaut, dabei harmoniert aber das Aussehen perfekt mit dem Kampf selber. Wir empfehlen euch übrigens dringend ein paar Controler auf Vorrat zu organisieren, denn ihr werdet sie irgendwann in die Ecke schmeißen. Bayonetta frustriert. Ihr denkt, eine Zwischensequenz erzählt euch etwas von der Story, dabei dient das nur als Ablenkung für das nächste, unerwartete Quicktime-Event. Und die Boss-Gegner sind erst recht knackig. Sie kommen schließlich aus dem Himmel.

Abseits morbider, erotischer und extrem absurder Kampfakrobatik gibt es ab und zu auch mal Passagen, die etwas ruhiger sind. So müssen wir die Hexenzeit aktivieren, um bestimmte Hindernisse zu überwinden. Oder aber wir nutzen unsere wilde Bestie, die uns in einen Panther oder einen Vogel verwandelt, und überqueren so zahlreiche Wege. Teilweise sind sogar Ansätze von Rätseln zu erkennen.

... aber auf der Playstation 3 nicht.... aber auf der Playstation 3 nicht.

Kreativität an der Grenze

In 20 Kapiteln werdet ihr also einiges erleben. Spektakuläre Kämpfe, erotische Anspielungen, wirre Story-Wendungen - aber all das sorgt nicht endgültig für die finale Reizüberflutung. Es ist das Spiel als Ganzes. Es ist die endlose Kreativität der Entwickler von Platinum Games. Herrlich. Ok, gut, es ist zwar irgendwie spürbar, dass hier japanische Entwickler Hand angelegt haben, aber das ist einfach egal. Es ist egal. Wirklich. Es fällt wirklich schwer, das Maß an Absurditäten, erotischen Andeutungen und spielerischen Meisterleistungen zu beschreiben.

Aber ihr kennt das: Perfekte Spiele gibt es zu selten. Bayonetta ist natürlich auch keins. Es ist aber sehr nahe dran. Doch die technischen Aspekte, besonders auf die Playstation 3 bezogen, sind teilweise arg enttäuschend. Zunächst leiden die PS3'ler unter deutlich längere Ladezeiten - und deutlich darf hier gerne überdeutlich genommen werden. Immer wieder erleben wir sogar heftige Ruckler, die ein flüssiges Spielen sehr selten machen. Und wie soll es anders sein, die PS3 leidet heftigst unter Tearing. Dabei kann die Grafik wirklich eine Menge. Aber leider nicht auf der PS3. Schwache Texturen, Ladezeiten in den Kapiteln - es ist zum Heulen. Glücklicherweise ist das Spiel komplett in Englisch. Auch die deutsche Version. Keine Sorge, ihr bekommt die deutsche Übersetzung per Untertitel - aber warum nun glücklicherweise? Fragt ihr das ernsthaft? Eine deutsche Lokalisierung würde niemals an das Original herankommen. Niemals.

Meinung von Redaktioneller Mitarbeiter

Puh. Alter Schwede. Heilige Maria. Verdammt nochmal. DAS IST ACTION! So. Verzeihung. Das musste mal raus. Aber es ist einfach so. Bayonetta ist der Inbegriff von Action und setzt neue und unüberwindbare Maßstäbe im gesamten Genre. Klingt unmöglich, nicht wahr? Ja, das habe ich auch gedacht. Wirklich. Ich war skeptisch. Kein Wunder, schließlich sind mir Frauen mit Dämonenhaaren und Stiefelkanonen suspekt. Aber Bayonetta kombiniert die grenzenlose Kreativität genialer Entwickler mit einer spielerischen Perfektion. Bayonetta ist erotisch, spannend, unheimlich lustig, sexy, extrem abwechslungsreich und alles andere, was positiv klingt und ein Adjektiv ist. Die körperlichen Reize der Hexe werden konsequent in Szene gesetzt, doch billig oder obszön wird es nie. Bayonetta ist lustig, heiß, klug und charmant. Lara Croft ist das auch. Aber bei Lara Croft denkt jeder nur an die riesigen Brüste. Bei Bayonetta denkt eben jeder an große Brüste und ein bombastisches Spiel-Erlebnis.

Aber so herrlich absurd das Spiel auch ist, die technische Umsetzung auf der Playstation 3 ist eine bodenlose Frechheit. Anders kann ich es nicht sagen. Auf längere Ladezeiten hätte ich ja noch klarkommen können, aber diese heftigen Ruckler und das starke Tearing enttäuschen maßlos. Wer aber auf die technischen Probleme nichts gibt, darf gerne noch 5 Punkte hinzu zählen. Oder mehr.

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91 Spieletipps-Award

meint: Ein fulminates und völlig überdrehtes Action-Erlebnis mit packenden Boss-Kämpfen. Die einzigen Schwächen sind in der Technik zu finden.

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