Test
Clash of Heroes: Klasse Gefechte mit einem Hauch Might&Magic
Karrieresüchtig
Durch gewonnene Gefechte heimsen Helden und Truppen Erfahrungspunkte ein, die irgendwann zum Levelaufstieg führen. Der wiederum spendiert uns automatisch bessere Angriffs- und Verteidigungswerte sowie Armeegrößen und Hitpoints, das war's auch schon. Süchtig macht die Hatz nach dem nächsten Level trotzdem, denn es warten immer mal deftigere Gegner, gegen die wir lange keinen Blumentopf gewinnen konnten, und denen wir jetzt endlich ans Leder wollen.
Auch die Hatz nach Gold und Rohstoffen motiviert - obwohl wir mit dem Zeugs keine Städte ausbauen wie im PC-Vorbild, sondern nur Meister- und Elitetruppen kaufen. Artefakte gibt's auch gelegentlich als Belohnung, allerdings darf unser aktueller Held immer nur eins tragen.
Heldenhaftes Hirnjogging
Gelegentlich können wir freiwillig besondere Kampfrätsel lösen, in denen wir mit einer vorgegebenen Truppenaufstellung den Gegner innerhalb einer Runde plätten müssen. Die Knobeleien sind teilweise richtig heftig (Anmerkung des Redakteurs: Wer mir als erster die Lösung für das zweite Rätsel von Kneipenwirt Ronny schickt, wird in meiner nächsten Kolumne ganz arg gelobt).
Unfreiwillig, aber nicht ganz so deftig sind die Bossgefechte und Kampfaufgaben, in denen wir unsere Truppen besonders pfiffig einsetzen müssen. Da hüpft beispielsweise eine verbündete Figur in der Feindarmee herum, die wir nicht treffen dürfen. Oder wir müssen Wandschalter hinter dem gegnerischen Heer in der richtigen Reihenfolge treffen. Oder einem wandernden Bossgegner die Feuerbälle aus den Händen schlagen.
Fünf Freunde
Im Spielverlauf lenken wir nach und nach je einen von fünf Helden. Anfangs die Elfin Anwen (Namensähnlichkeiten mit der feschen Arwen aus Herr der Ringe sind natürlich rein zufällig), die in den Rundenkämpfen einen mächtigen Pfeil verfeuern kann, sobald er sich durch eigene oder feindliche Verluste aufgeladen hat. Auch die Art der Verteidigungswälle hängt vom Helden ab: Die okkult angehauchte Fiona etwa errichtet Wälle aus Knochen, die sich nach ihrer Zerstörung in der nächsten Runde wieder berappeln.
Durch solche Unterschiede spielen sich die Fraktionen schön unterschiedlich, wie im PC-Vorbild: Die dämonischen Inferno-Truppen sind starke Angreifer, aber schwache Verteidiger. Die Akademie-Streiter hingegen schwächeln in beiden Disziplinen, hauen aber magisch kräftig rein. Im Multiplayerpart via Drahtlos-Übertragung gegen einen Kumpel könnt ihr aus zwölf Heldentypen wählen.
Fazit
von Martin Deppe
Clash of Heroes hat mit Heroes of Might and Magic ungefähr so viel zu tun wie Tetris mit Call of Duty. Darum war ich als Heroes-Fan mehr als skeptisch, ob das kindlich wirkende DS-Spiel mit den fesselnden PC-Brüdern mithalten kann.
Es kann! Clash of Heroes erzeugt einen ähnlich hohen Suchtfaktor, kommt allerdings wegen des doofen Artefakt-Limits und fehlenden Städtebaus nicht ganz an die PC-Epen heran. Dafür sind die ungewöhnlichen, anfangs gewöhnungsbedürftigen Gefechte knifflig-klasse.

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