Test Karten des Schicksals - Seite 2

Die Diesellok kam ganz klar von rechts.Die Diesellok kam ganz klar von rechts.

Langsamer, als das FBI erlaubt

Noch besteht kein Zusammenhang zu der schrecklichen Tat im Vorspann, also auch kein Grund zur Eile. Genretypisch bleibt alle Zeit der Welt, um den Bildschirm abzufahren und jede leere Cola-Dose unter die Lupe zu nehmen. Bei Bedarf beschleunigt eine nur mit der Maus zu bedienende Hilfefunktion mit dezenten Symbolen die Suche. Auch in den Gesprächen müssen wir erst minutenlang Smalltalk plappern, bevor der entscheidende Hinweis ausgeplaudert wird. Im Polizeirevier geht es ebenfalls bürokratisch behäbig zu. Im gerade geschehenen Mordfall darf erst weiter ermittelt werden, wenn die Scannerklappe ordnungsgemäß geschlossen ist.

Langsam kommt jedoch ein mulmiges Gefühl auf. Es scheint, dass der Killer nicht nur in Serie killt, sondern unsere Anwesenheit am Tatort minutiös geplant und es sogar auf uns abgesehen hat. Das eigentliche Spiel hat es dabei schwer, das hohe Niveau der Zwischensequenzen aufrecht zu erhalten. Beweisstücke einscannen, kopieren, in Tüten verpacken und analysieren mag vielleicht realistisch sein, aber spannend ist es nicht.

Warum sind verlassene Vergnügungsparks eigentlich immer gruselig?Warum sind verlassene Vergnügungsparks eigentlich immer gruselig?

Drohender, dreckiger, düsterer

Die Schauplätze zeigen nicht die Sonnenseite von New York, ganz und gar nicht, aber sie sind herrlich detailliert und abwechslungsreich gezeichnet. Dadurch wird das Gefühl, der Mörder könnte hinter jeder Schmuddelecke lauern, noch verstärkt. Die Figuren, ihre Bewegungen und ihre Mimik sind jedoch auf dem Niveau der Vorgänger stehen geblieben und heben sich negativ und holzschnittartig von den Hintergründen ab. Dies wird durch die mitunter lustlos wirkende Synchronisation noch verstärkt. Manche Dialoge sind zu lang oder ergeben einfach keinen Sinn. Einer der Hauptkritikpunkte an den Vorgängern war die blasse Hauptdarstellerin und auch der dritte Teil ändert daran wenig. Der Identifikationsgrad geht gegen Null. Allerdings hat sich die Menge der Kommentare bei Fehlversuchen um 50 Prozent gesteigert - von zwei auf drei.

Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel zieht recht früh ordentlich an, zerrt aber teilweise auch am Geduldsfaden. Aus acht verschiedenen Punkten ohne Hinweis eine Kombination von dreien zu finden, bedeutet reichlich Lust an "Versuch und Irrtum".

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Meinungen - Die Kunst des Mordens - Karten des Schicksals

Dawn358
92

Grandios!

von gelöschter User

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