Test Drakensang 2 - Seite 2

Ein schleimiger Baron!Ein schleimiger Baron!

Das geht doch gar nicht

So zeigt uns dieser Einstieg auch, wie Drakensang 2 - Am Fluss der Zeit zukünftig erzählt wird. Denn es handelt sich hier nicht einfach um einen Nachfolger, der die Geschichte weiterführt oder gar eine gänzlich andere erzählt, nein, es handelt sich um die Vorgeschichte zum ersten Teil. Anno 2008 bekamen wir einen Brief, dass unser guter Freund Ardo von Eberstamm gestorben ist. Wir mussten herausfinden, wie all das geschehen konnte und trafen dabei auch Forgrimm, der stets ein treuer Begleiter von Ardo war. Jetzt allerdings spielt sich alles genau 23 Jahre vor dem Tod von Ardo ab. Wir erleben quasi die letzten Jahrzehnte unseres treuen toten Freundes aus dem ersten Teil.

Forgrimm und das hübsche Mädchen, das sich als Kladdis entpuppt, stehen im Intro also vor einem Gemälde voller Nostalgie und Erinnerungen. Die junge Diebin Kladdis, ebenfalls Charakter im ersten Teil, möchte mehr über ihren Vater und die Abenteuer von Forgrimm wissen. Wir sind gerade übrigens wieder in der Gegenwart von Drakensang. Verwirrend, ja. Forgrimm beginnt nun, die Geschichte um Ardo, Cuano (den Vater von Kladdis) und den Großen Fluss zu erzählen. Und nun kommen wir in die 23 Jahre zurückliegende Vergangenheit, da wir quasi die Geschichten spielen. So wird ein fast stetiger Zusammenhang zwischen beiden Teilen gelegt, da in einigen Ladezeiten Forgrimm immer wieder etwas spannendes berichtet, was wir selber erleben. Hierbei schleicht sich auch gleich ein "neues" Feature ein - wir können nicht sterben. Ok, natürlich können wir sterben, und wie wir das können. Aber da die Geschichte ja irgendwie zum ersten Teil führen muss, wäre der Tod der Helden ein geschichtlicher Bruch. Wenn wir also sterben, schaltet sich Kladdis ein und unterbricht den alten Zwerg sinngemäß: "Das geht doch gar nicht!" Womit sie recht hat. Also wird ein alter Speicherstand geladen.

Vogelperspektive zum selbermachen.Vogelperspektive zum selbermachen.

Ich kann besser kämpfen als reden

Obwohl das Intro unheimlich atmosphärisch ist und großen Hunger auf die Story macht, ist der spielerische Einstieg ebenso zäh wie unspektakulär. Bevor das Ganze überhaupt erstmal anfängt, geht es in die Charaktererstellung. Hier fällt sofort auf, dass wir es mit einem bestehenden Universum zu tun haben: Unzählige Kulturen, Rassen und Klassen erwarten uns, von dem einfachen Mittelländer als Dieb zum elfischen Zauberweber haben wir eine große Auswahl. Wirklich neu sind "nur" zwei Klassen beziehungsweise Professionen, wie es hier genannt wird. Zum einen wäre da der zwergische Geode, ein Priester der Natur. Zum anderen der Gjalskerländer, ein roher und brutaler Nahkämpfer. Da es bereits einige Nahkämpfer als spielbare Klassen gibt, ist der Nordmann nicht unbedingt eine innovative Offenbarung, aber dafür liefert der Geode einige neue und sehr interessante Fähigkeiten.

Auf großartige äußerliche Veränderungen müsst ihr hingegen verzichten. Vorgefertigte Gesichter wären nicht einmal sonderlich schlimm, wenn es sie in großer Anzahl geben würde, aber hier beschränkt es sich doch arg. Auch die Anzahl der Haarschnitte hätte größer sein können. Dennoch bleibt die Charaktererstellung interessant und ausführlich, schließlich bietet der Expertenmodus eine komplette Punkteverteilung von null an. Wir können bestimmen, welche Eigenschaften zuerst gepusht, welche "Zauber"-Fähigkeiten gesteigert werden und welche Attribute Priorität haben. Neu im zweiten Teil ist die Auswahl an Vor- und Nachteilen des Charakters. So können wir ihm einen Bonus auf Selbstbeherrschung gewähren, dafür aber einen authentischen Malus im Gassenwissen. Klingt kompliziert, ist es auch. Ein eingefleischter DSA-Fan und/oder ein liebender Rollenspieler (ob am PC oder auf dem Tisch) wird gar Stunden dafür brauchen.

Solche Boss-Gegner sind teilweise echt bockschwer.Solche Boss-Gegner sind teilweise echt bockschwer.

Runter vom Schiff

So. Nach dem also in zwei Minuten oder drei Stunden der Charakter mit Leben und Attributen gefüllt wurde, fängt der zähe Einstieg auch so richtig an. Wir sind an Bord der "Stern von Ferdok" und wollen eigentlich nur unsere Ausbildung beenden. Nun liegt das kleine Schiff jedoch am Ufer, ein Nachtlager steht an. Zufälligerweise (Spoiler kommt!) sind auch Ardo, Forgrimm und Cuano mit von der Partie, die wir zunächst aber nicht kennen und nur als mysteriöse Mitfahrende eingestuft werden. Nach anfänglichen Laufarbeiten und einem kurzen Nickerchen werden wir allerdings angegriffen. Und das nicht zu heftig. Zuvor hatten wir nur kurz die Chance, uns mit dem komplexen und pausierbaren Kampfsystem außeinanderzusetzen, vor allem bedürfen die Fähigkeiten und Angriffe eine enorme Einarbeitungszeit, und jetzt müssen wir uns schon einer Horde Banditen stellen. Nach dem wir so oder so ordentlich auf den Deckel bekommen und danach sicher in Nadoret aufwachen, lernen wir die drei Mit-Protagonisten endlich persönlich kennen. Von hier an sind sie und wir der primäre Teil der Geschichte und wir erfahren fortwährend, warum wir ein Bestandteil eben jener Geschichte sind.

Dennoch ist das sehr trocken und langatmig. Die ersten Quests bestehen vornehmlich aus Laufereien, richtige Kämpfe sind immer noch Gewöhnungssache, da sich die pausierbaren und rundenbasierten Kämpfe und das Regelsystem nicht von allein erklären. Auch wenn Drakensang 2 - Am Fluss der Zeit kein Dragon Age sein möchte, müssen wir trotzdem festhalten, dass Biowares Epos da ganze Universen packender unterhält.

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