Test Drakensang 2 - Seite 5

Die Kämpfe kommen nur schwer in Schwung, sind aber angenehm taktisch.Die Kämpfe kommen nur schwer in Schwung, sind aber angenehm taktisch.

Nicht konsequent

Leider gibt es nicht durchgehend bis zum Schluss genügend Abwechslung, um von faden Gegner-Gruppen und immer gleichen taktischen Vorgehensweisen abzulenken. Zu häufig kommt es vor, dass wir gar Stunden gegen die selben Gegner in der selben Anzahl im selben Szenario antreten müssen - das ist nicht nur demotivierend, auf Dauer eben auch langweilig. Hier und da gibt es zwar schon wirklich interessante Schlachten und Viecher, die durchaus den Status "Boss" verdienen, aber die Taktik ist hier innerhalb weniger Sekunden durchschaut. Kein Scherz. Aber im Laufe der rund 30 Stunden Spielzeit zaubern die Entwickler zwar mehr oder weniger simple Kämpfe aus dem Ärmel, inszenieren sie jedoch unglaublich spannend. Spoiler: Wenn wir gegen eine Ork-Armee antreten oder im finalen Showdown eine wahre Schlacht erleben, ist das schlichtweg spannend, genial und höchst atmosphärisch.

Aber vielleicht wussten die Entwickler schon, dass der ein oder andere Kampf etwas stumpf wird. Dafür haben sie eben ein paar echt knackige Rätsel eingebaut. Da schippern wir gemütlich mit unser "Thalaria" auf dem Großen Fluss, verstauen unsere Gegenstände und plötzlich gibt es in der Ruine nebenan so richtig kniffelige Aufgaben. Nach einer durchzockten Nacht fliegen da nicht nur Tastaturen an die Wand...

Einige Rätsel sind durchaus erfrischend und knackig.Einige Rätsel sind durchaus erfrischend und knackig.

Sammlertrieb? Nö.

Ein großes Problem an Drakensang 2 sind die nicht vorhandenen Items. Wir müssen sagen, dass wir durchaus geduldig sind. Wirklich. Wir brauchen nicht sofort den "Schwerttöter der Super-Riesendrachen", aber nach den ersten zehn Stunden haben wir gerade mal drei bis vier Gegenstände gewechselt. Dabei waren die neueren Dinge nicht mal auffällig mächtiger. Zugegeben, im Zahn der Zeit liegt die Macht, aber gerade in den ersten Studen geschieht im Prinzip nichts mit den Waffen und der Rüstung. Ein richtiger Sammeltrieb kommt nie auf. Gegen Ende hin bekommen wir zwar endlich richtig gute, mächtige und furchterregend aussehende Gegenstände, aber das hat uns ein wenig zu lange gedauert.

Am Handwerk wurde wenig bis gar nichts verändert, was allerdings auch nicht nötig ist. Es gibt erneut mannigfaltige Möglichkeiten, Waffen herzustellen oder Tränke zu brauen. Ganz simpel: Ihr findet Rezept, schaut euch die benötigen Dinge zur Herstellung an, findet/kauft/tauscht sie und tadaaaa - die Welt ist gerettet. Na, fast. Zumindest wurde ein neuer Bogen gebaut. Und der rettet halt die Welt.

Meinung von Redaktioneller Mitarbeiter

Da liegt Drakensang 2 nun. Immer noch. Auch noch nach rund 30 Stunden des Durchspielens. Und die Ernüchterung ist nicht mal mehr im Ansatz vorhanden - Drakensang 2 ist toll! Dennoch muss ich festhalten, dass Radon Labs zu wenig verbessert hat, damit dies letztlich ein großer und eigenständiger Titel geschweige denn Nachfolger ist. Ein Drakensang 1.5 trifft es eher. Natürlich wurde extrem am Spiel geschraubt: Die komplette Sprachausgabe ist herrlich gelungen und sorgt für eine noch lebendigere Spielwelt. Kleinere Optimierungen machen die ohnehin schon gute Grafik zum sensationellen Erlebnis, hinzu kommen die wunderbaren Animationen der Fähigkeiten und Zauber. Aber es wurde wieder nicht geschafft, der Gruppe eine wichtige emotionale Funktion für den Spieler zuzuweisen. Natürlich wachsen einem die Charaktere ans Herz, aber mehr Interaktion hätte durchaus gut getan. Außerdem ist der Einstieg unheimlich zäh, unspannend und langatmig. Zu wenig ist geboten, damit die Story interessant wird. Haargenau wie bei dem ersten Teil.

Allerdings schafft es Radon Labs, eine authentische Verbindung zwischen beiden Teilen zu ziehen, die Erzählweise ist erfrischend anders und packte letztlich nach vielen Stunden auch mich. Und da kommt das Gute an Drakensang 2 zur Geltung: Es fühlt sich einfach so herrlich altmodisch, so herrlich nostalgisch an, wenn wir zocken. Wir erinnern uns ein wenig an Baldur's Gate, schwelgen in Erinnerungen und genießen die so glaubwürdige DSA-Welt. Die stets spürbare und sehr mächtige Atmosphäre holt eine Menge aus dem Titel raus, und der neue Geode spielt sich grandios. Ich muss die Entwickler sowohl loben als auch schelten - sinnvolle Verbesserungen sind zu selten, viele Macken des Vorgängers immer noch da. Trotzdem ist Am Fluss der Zeit ein Rollenspiel, dem man die Leidenschaft der Entwickler anmerkt. Und zwar richtig. Übersteht einfach die ersten zehn Stunden, danach wird alles gut. Versprochen.

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85 Spieletipps-Award

meint: Eine gewaltige Atmosphäre und ein herrlich altmodisches Kampfsystem lässt über die fehlende Party-Interaktion und den zähen Einstieg hinwegsehen.

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