Kolumne
Der Spieletipper
Ihr habt gewählt: eure Top 10 der nervigsten Spielertypen!
von Martin Deppe, 31. Januar 2010
Vor rund vier Wochen stellten wir in einer Kolumne "die zehn nervigsten Spielertypen" vor. Und forderten euch auf, uns eure fiesesten Typen zu mailen. 578 Mails später ist es soweit: Hier kommt EURE Top 10 der schlimmsten Mitspieler, vorgestellt vom Spieletipper!
Männer, die sich als Frauen ausgeben. Spieler, die ihren eigenen Kameraden in den Rücken schießen. Betrüger, Bettler, Schläfer. Auch ohne Schniedelverlängerer und Viagra-Dealer steckt das Internet voller Gefahren! Doch die spieletipps-Gemeinde schlägt zurück: Wir nennen die zehn schlimmsten Spielerspezies, die ihr uns nach unserer letzten Spieletipper-Kolumne zugeschickt habt - vielen, vielen Dank dafür!
Platz 10: Der Angsthase
Angsthasen [vulg.: Hosenscheißer] haben Angst vor allem und jedem: Eine Tür öffnen? Nee, dahinter könnte ja jemand lauern! Den nächsten Raum stürmen? Neenee, da drin ist's ganz arg dunkel! Die Waffe heben? Neehee, da könnte sich ein Schuss lösen! Und überhaupt ist die Musik hier ganz schön gruselig!
Nur beim anschließenden Verteilen der Beute sind Angsthasen ganz vorn dabei - aus Angst, dass ihnen jemand was wegschnappt. Schließlich waren sie im Gefecht ja bei uns. Zumindest in ihren Gedanken.
Angsthasen sind im echten Leben: überversichert, Bei-Horrorfilmen-Augenzumacher
Platz 9: Der/die Geschlechtswandler(in)
Diese Spezies ist vor allem bei Online-Rollenspielen anzutreffen: Mädels, die sich als Jungs ausgeben, damit sie nicht blöd angelabert werden. Kann ich ja noch verstehen, Jungs sind echt schlimm. Schlimmer aber sind Jungs, die sich als Mädels ausgeben - um von den anderen Jungs mit Nachsicht und bevorzugt behandelt zu werden. Das sind dann die "Spielerinnen", die sich vorm Auktionshaus halbnackich machen, /dance eintippen und auf notgeile Mitspieler hoffen, die ihnen Spielgeld in die nicht mehr vorhandene Tasche stecken.
Könnt ihr ganz einfach mal testen: Baut in einem Online-Spiel mal richtig Mist und schreibt sowas wie "hoppla, tut mir leid, aber früher hat mein Ex-Freund mir hier immer geholfen und jetzt bin ich ganz alleiheieiein!" Schlagartig kochen bei den männlichen Mitspielern, die jetzt normalerweise die Noob-Keule auspacken würden, die Beschützerinstinkt-Hormone über: "Das macht doch gar nichts! Kann ich Dir helfen? Und was hast Du eigentlich gerade an?"
Geschlechtswandler sind im echten Leben: DSDS-Kandidaten, ständig erkältet
Platz 8: Der Schlaf-Host

Als der Host nach sieben Stunden immer noch nicht antwortete, machten die Counter-Terroristen das Beste aus der Lage.Endlich! Da öffnet ein Host eine Command&Conquer-Partie, alle stürzen sich auf die freien Plätze, besprechen Taktiken ... und warten. Und warten. Und warten. Die ersten Möchtegern-Spieler rufen nach dem Host. Und warten. Und warten. Die ersten Spieler verlassen die Lobby. Die anderen warten. Die nächsten gehen, neue kommen hinzu. Und warten.
Nach einer Stunde ist von der Originalbesetzung niemand mehr da, trotzdem jeder Platz besetzt. Von Wartenden. Doch dann passiert es: Der Host verlässt wortlos die Lobby, die Partie ist abgeblasen!
Schlaf-Hosts sind im echten Leben: Busfahrer an Endhaltestellen, ständig müde
Platz 7: Der Nichtstuer
Nichtstuer sind entfernte Verwandte des Schlaf-Hosts. Immerhin haben sie es aber in ein laufendes Match geschafft. Wobei "laufend" das falsche Wort ist: "Stehend" wäre besser - denn die Nichtstuer stehen konsequent nur herum und lassen andere die Arbeit machen.
Dafür kommentieren Nichtstuer die Arbeit der anderen ausführlichst via Chat oder Teamspeak: "Das war wohl nix!", "So wird das nix!", "Beeilt euch mal!" sind noch die nettesten Kommentare. Ganz schlimm sind Nichtstuer, wenn sie durch ihr Nichtstun die Arbeit der anderen behindern. Da stehen sie in engen Gassen bei Counterstrike und blockieren das Weiterkommen. In Battlefield lümmeln sie auf dem Panzer-Fahrersitz rum. In World of WarCraft werden sie hingegen hyperaktiv und pullen einen Mob nach dem anderen - um dann nichtstuend zuzugucken, wie die anderen damit klarkommen.
Nichtstuer sind im echten Leben: Unfallgaffer, Bildzeitung-Leserreporter
Platz 6: Der Rowdy

Rowdys sind oft sehr junge Spieler, die in der Anonymität des Internets einen auf dicke Hose machen. Oder auch nicht.Rowdys haben entweder null oder sehr viel Ahnung vom Spiel. Worum's im Spiel geht, ist ihnen herzlich egal - Hauptsache, sie haben ihren Spaß. Rowdys ziehen in World of WarCraft mit Level 80 in die Startgebiete und kloppen stundenlang auf Neuankömmlinge ein. Bis ihnen ein anderer Großer endlich auf die Nase haut.
In Shootern hüpfen Rowdys permanent durch die Map, schießen auf wehrlose Hühner und Radios, klauen anderen die Munition, locken Gegner an, ballern in die Luft, die eigenen Fahrzeuge zu Klump oder verraten aus Spaß die Position ihrer Mitspieler. Wenn es eine Pinkeln-Taste gäbe, würden sie womöglich noch an die Texturen pullern!
Rowdys sind im echten Leben: Mobbing-Opfer, Supernanny-Täter
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