Kolumne
Der Spieletipper
Ihr habt gewählt: eure Top 10 der nervigsten Spielertypen!
Platz 5: Der Spammer
Sie kennen weder die Leertaste noch Punkt und Komma: Spammer, neudeutsch für Laberköppe, müllen mit ihren total wichtigen Beiträgen jeden Chat und Kopfhörer voll. Dabei schreiben sie nicht in ganzen Sätzen, sondern nur in Fragmenten:
Hallo
Kann
Mir mal
Wer helfen
Pls?
Ich komm grad
Nicht
Weiter mit
Meinen
Mathe-
Hausaufgaben!
Spammer schaffen es auch, innerhalb einer Minute zehn hochkomplexe Fragen zu stellen, um dann sauer zu werden, wenn niemand in der gleichen Zeit genauso hochkomplex antwortet. Dann mutieren sie zu Flamern und müllen den Chat erst recht zu.
Spammer sind im echten Leben: Quizmaster, Kommunalpolitiker
Platz 4: Der Hacker
Aus diesen Typen würde man am liebsten Wallhackbraten machen: Möchtegern-Hacker, die mit Cheats und Hacks durch Wände laufen, auf zwei Kilometer Distanz im Dunkeln bei Gegenwind um die Ecke genau zwischen die Augen treffen, sich mit Stufe 1 die Mega-Duper-Supa-Imba-Wumme zulegen. Fies!
Besonders fies wird's aber, wenn ein Spieler nicht mal weiß, was ein Hack ist, sondern einfach nur verdammt gut ist. Denn dann steht er sofort unter pauschalem Hackerverdacht - kann ja wohl nicht sein, dass der blöde Kerl durch hartes Training so gut geworden ist!
Hacker sind im echten Leben: ständig verbeult - das kommt davon, wenn man permanent durch Wände laufen will!
Platz 3: Der Bettler
Ey, hasse mal nen Gold? Ey, kannse mich mal ziehen? Ey, gibbse mir mal Feuerschutz? Schlimm genug, dass wir am Hauptbahnhof von Punks, in der Fußgängerzone von panamerikanischen Panflötenspielern und an der Wohnungstür von Jehova-Zeugern belästigt werden - das geht in Multiplayer-Spielen gnadenlos weiter!
Da stolpern wir am Auktionshaus über halbnackte Betteltänzer (siehe Platz 9), sollen unfähige Faulpelze stundenlang durch Instanzen zerren (ey, kriegst auch Taschengeld, wa?!) oder gefälligst mal ein paar Granaten rüberwachsen lassen. Wobei - das mit den Granaten machen wir natürlich gerne. Aber den Splint behalten wir.
Bettler sind im echten Leben: Wachturm-Halter, Hausaufgaben-Abschreiber
Platz 2: Der Camper
Camper sind bekanntlich Leute, die einmal im Jahr total spontan ihr Haus verlassen, in den Urlaub fahren und ihr Zelt verwegen an supergefährlichen bewachten Campingplätzen aufschlagen. Hey, die müssen ja gefährlich sein - sonst wären sie schließlich nicht bewacht, oder? Zur Sicherheit verschanzt sich der Camper noch hinter einem Jägerzaun (im Osten Deutschlands Maschendrahtzaun).
In Computerspielen sind Camper längst nicht so verwegen. Sie schleppen sich gerade mal zum nächsten freien Schussfeld und rühren fortan keinen Finger mehr. Bis auf den Zeigefinger. Als Jägerzaun dient eine Handvoll Claymore-Minen, mit denen der gemeine Camper sein Areal schützt. Quasi das virtuelle Handtuch auf der virtuellen Pool-Liege.
Eine besonders fiese Gattung ist der sogenannte Spawn-Camper. Der zeltet an exakt der Position, an der soeben von ihm gemeuchelte Gegner wehrlos wieder auftauchen. Wer trotzdem mal so einen Heckenschützen vom Campingplatz jagt, steht natürlich sofort unter Hacker-Verdacht. Siehe Platz 4.
Camper sind im echten Leben: Camper, Sofapupser, Holländer
Platz 1: Der Teamkiller
Die mit Abstand meisten Mails habe ich zum Thema Teamkiller bekommen: Ergreifende Leidensgeschichten und hasserfüllte Triaden berichten von zerbrochenen Freundschaften und nie überwundenen Enttäuschungen. Manche spieletipps-Leser bewegen sich nur noch mit dem Rücken zur Wand und verstecken ihre Küchenmesser vor dem eigenen Ehepartner!
Was ist mit ihnen geschehen? Was hat sie so aus der Schussbahn geworfen? Sie alle eint das Schicksal Teamkiller-Opfer. Ein Schicksal, das in der heutigen Gesellschaft totgeschwiegen wird. Denn die Betroffenen sind entweder tot oder in ihren Gefühlen schwer verletzt. Schlimm genug, dass das gegnerische Team auf sie ballert - muss es dann noch der eigene Kamerad sein, der ihnen den Rücken perforiert?
Stellt man Teamkiller zur Rede, hört man immer das gleiche:
"Sry, ich dachte, die Roten sind die Bösen!"
"Was läufste mir auch ins Schussfeld, Noob?!"
"Sry, ist Friendly Fire nicht off?"
"Sry, ich wollte nur die neue Pumpgun testen. Funktioniert!"
Ob Teamkiller aus Frust oder Doofheit oder beidem handeln, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Fakt ist jedoch, dass sie gesellschaftlich mittlerweile geächtet sind. Augenzeugen berichten von Multiplayer-Partien mit 32vs32, die plötzlich in 63vs1 umkippten - weil die zuvor verfeindeten Spieler gemeinsam den einen Teamkiller jagten.
Teamkiller sind im echten Leben: Brutus, Eigentorschützen, SPD-Mitglieder
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