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MAG (Playstation 3)

256 Soldaten auf Zerstörungs-Orgie

Artikel veröffentlicht am 12.02.2010

Gleich sind wir da. Nur noch wenige Meter. Wir müssen schneller sein! Das Pfeifen der Kugeln dringt in unsere Ohren, das Rattern der Maschinengewehre macht uns taub. Wir müssen konzentriert bleiben! Da! Dahinten, dahinten liegt er! Unser Kamerad, unser Freund, er braucht nur ein Medikit und dann ist er wieder auf den Beinen. Und los, zur nächsten Deckung! Unser Squad gibt uns Feuerschutz. Wir sind da! Jetzt holen wir nur noch das Medikit raus und ... Peng, tot, erledigt, alles vorbei. VERDAMMT NOCHMAL! Von Jannick Gänger

Ruckelfrei

Es rummst und explodiert an jeder Ecke.

Solche Situationen werdet ihr in Sonys MAG öfters erleben. MAG ist die Abkürzung für Massive Action Game - auf den ersten Blick klingt das nach einem neuen Genre, ist aber "nur" ein gewöhnlicher Multiplayer-Shooter exklusiv für die Playstation 3. Gewöhnlich stimmt nun jedoch nicht ganz, denn Schlachten mit 256 Spielern auf einem Server sind eine Seltenheit.

Um gleich jedwede Spekulationen zu vermeiden: Es ist flüssig. Es ist zu jeder verdammten Zeit flüssig, geschmeidig und ruckelfrei. Wie immer Zipper Interactive und Sony das hinbekommen haben, sie haben es hinbekommen und nur das zählt. Ab und zu gibt es kleinere Lags und bei einer massiven Verteidigung des eigenen Lagers, wo gerade gefühlt alle 256 Spieler aufeinandertreffen, geht die Bildrate auch etwas nach unten, aber das sind verzeihbare und vor allem seltene Schönheitsfehler der Server.

Kein Modern Warfare!

Das Männer-Herz schlägt höher!

Um gleich mal mit dem Vorwegnehmen weiterzumachen: MAG ist kein Call of Duty - Modern Warfare 2. Nicht mal im Ansatz. Es sind gänzlich unterschiedliche Multiplayer-Shooter. Die einzigen Gemeinsamkeiten sind die Waffen und die Erfahrungspunkte. Jegliche spielerische Vergleiche mit dem Call-of-Duty-Shooter sind völlig unpassend. Während wir in Modern Warfare als einziger Mann eine Menge reißen können, ist das bei MAG nicht mal im gröbsten Ansatz der Fall. Solo-Künstler und Action-Egoisten werden hier nicht nur nicht viel Erfolg haben, sie sorgen auch dafür, dass die Gruppe scheitert.

Aber von Anfang an. Denn bis es überhaupt so weit ist, dass wir die komplexen Spielmodi verstanden haben, vergehen viele Stunden. Ein kleines Tutorial verrät uns einfach zu wenig, da es, wie gesagt, einfach zu klein und wenig detailreich ist. Für die Größe der Karten und die fast unüberschaubaren Ziele wird uns da als Einstieger viel zu wenig geboten. Zum Glück ist der erste Modus nur eine Art Trainings-Schlacht gegen unsere eigenen Männer.

Ein Hauch von Geschichte

Immer schön den Bunker verteidigen.

Vorher jedoch müsst ihr euch erst einmal für eine von drei Privat-Armeen entscheiden. Eine wirkliche Story ist nicht vorhanden, da es sich nun mal um einen reinrassigen Online-Shooter handelt, aber ein stimmiges Intro täuscht eine Geschichte zumindest vor. Im Jahre 2026 ist die Welt ziemlich im Arsch, könnte man sagen. Die drei größten Armeen der Welt sind im Clinch und sowieso fliegen hier Körperteile wie die Vögel am Himmel. Aus Europa stammend, sind die Ravens eine extrem moderne Gruppe von Kämpfern, die alles daran setzen, die Ressourcen der Erde für sich zu beanspruchen. Das Gleiche wollen aber auch die Jungs der Armee SVER, die ziemlich notdürftig ausgerüstet sind und dennoch gewaltig auf den Putz hauen können. Die dritten im Bunde sind quasi das Pendant der amerikanischen Army, die Valor. Alle Parteien haben so ihre Eigenarten und besonderen äußerlichen Merkmale. In den Maps selber spiegelt sich dies auch authentisch wieder.

Haben wir uns also für eine Armee entschieden, sind zunächst zwei Modi freigeschaltet. Im Modus "Unterdrückung" lernen 64 Spieler der gleichen Armee das Spiel kennen, machen sich ein wenig mit der Hierarchie im Squad bzw. Platoon vertraut und bekommen erste Erfahrungspunkte. Wenig spektakulär, aber hilfreich für den Einstieg.

Angriff! Äh... wo gehts überhaupt lang?

Reparieren ist manchmal doch wichtiger als Zerstören.

So richtig geht es dann im Sabotage-Modus los - 32 vs. 32, erster Kontakt mit den Feinden. Klassisch: Die Angreifer versuchen, zwei Ziele einzunehmen, danach ein drittes zu zerstören. Hier kommt die Aufteilung der Spieler zum ersten Mal so richtig zur Geltung. Ein Squad hat acht Spieler, ein Platoon vier Squads. Dabei führen hochstufige Spieler selbige an und erteilen per Knopfdruck Befehle. So ist der Ablauf eines durchschnittlichen Sabotage-Kampfes wie folgt: je zwei Squads versuchen ein Ziel einzunehmen. Ist das geschafft, rennt jeder Spieler wie ein Verrückter zum dritten Ziel, um dort für Zerstörung zu sorgen oder mit kugelintensiver Verteidung das Ziel für den Rest der Zeit zu halten. Hierbei wird sofort deutlich: Bombastisch! Es feuern und bombadieren hier zwar "nur" 64 Spieler, aber es rummst und explodiert an jeder Ecke. Wenn sich die Spieler dann auch noch taktisch klug anstellen, ist es kein sinnloses Gewusel mit noch sinnloserem Geballer.

Im Übernahme-Modus schreiten zum ersten Mal zwei Platoons der eigenen Armee in den Krieg. Also rechnet mal aus: Ein Platoon hat 32 Spieler, zwei Platoons sind dann ingesamt 64, das Ganze auch bei der gegnerischen Armee und schon sind wir bei 128 Soldaten angelangt. Koordination wird spätestens jetzt zum größten Punkt des Spieles. In jenem Modus müssen wir nämlich zwei Fahrzeuge stehlen, die befinden sich allerdings tief in der gegnerischen Basis. Nun gilt es, zwei Platoons auf die richtigen Ziele anzusetzen, da sich unzählige Geschütze, Flak-Batterien und Bunker vor den eigentlichen Fahrzeugen befinden.

Überfordert, Chef?

Ein herzliches Willkommen!

Im letzten Modus, passend genannt Herrschaft, geht es dann mit vier Platoons der eigenen Armee und so mit 256 Spielern in die Schlacht. Um es ganz nüchtern zu sagen: Jeder andere Online-Shooter stinkt spätestens hier ab. Was wir hier an Explosionen, intensiven Feuer-Gefechten, zahlreichen taktischen Zielen und genial gestalteten Maps erleben, ist schlicht großartig und auch ein bisschen einzigartig.

Fakt ist aber, dass diese fesselnden Kämpfe - nein, Schlachten ziemlich selten sind. Auf dem Papier hört es sich gewiss großartig an, wenn sich so viele Spieler gegenseitig den Kopf einschießen wollen, aber auch hier muss koordiniert und taktisch vorgegangen werden. Der Squad-Leader, also ein Anführer von sieben Spielern, kann schnell und einfach Ziele markieren, die für den gesamten Squad sofort sichtbar sind. Aber nicht jeder Depp oder Shooter-Egoist kann sofort eine solche Position einnehmen. Voraussetzung: Stufe 15. Erst dann können sich die Spieler für eine solche Rolle vor jeder Schlacht bewerben. Für den Posten eines Platoon-Leaders oder gar Anführer des gesamten Teams (vier Platoons) braucht man allerdings zusätzlich spezielle Anführer-Punkte. Aber ein Squad-Leader kann jeder ab Stufe 15 werden. Da tritt ein Problem auf: Stufe 15 bedeutet nicht zwangsläufig Hirn im Kopf. Denn die Anführer müssen ihre Teams sinnvoll koordinieren, zahlreiche Ziele einnehmen oder überrennen lassen und Bombadierungen von Oben anfordern. Nicht jedes gegnerische Ziel bedeutet ein gutes Ziel. Taktik ist gefragt. Wie gehen die anderen Platoons vor, lohnt sich ein schneller Abzug zum anderen Ziel und können wir den Bunker überhaupt noch halten - Fragen, die sich ein Leader um jeden Preis und zu jeder Zeit stellen muss!

Medic!

Ist das nicht der Fall, kann das eine rasche Niederlage bedeuten. Recht schnell merken wir, ob der Anführer taugt oder nicht. Eine Seltenheit ist es nicht, dass gerade immer wir die idiotischen und/oder überforderten Leader abbekommen.

Aber, und jetzt kommt das Gute an MAG, wenn die Spieler Ahnung haben, sinnvolle Befehle erteilen und sich ab und zu auch mal im Squad-Voice-Chat zu Wort melden ("Need Määhdic! Wtf, Guys?! MÄHDIC!") werden die Schlachten zu genialen Erlebnissen. Es ist atemberaubend, wenn quasi jeder einzelne Mann die letzte Stellung überrennt und der Sieg unser ist, während davor die wahrscheinlich meisterhafteste Taktik aller Zeiten angewandt wurde. Wenn die Gegner dann auch noch gescheite Anführer ihr Eigen nennen, geht es vor allem im Herrschafts-Modus gut und gerne mal eine halbe Stunde gewaltig und spannend zur Sache. Da ist es auch nur eine kleine Nebensache, wenn wir verlieren. Wir ziehen darauf schlicht den Hut vor allen Leadern und Soldaten auf dem Schlachtfeld.

Erfahrungspunkte statt Urin

Die Grafik ist nicht brandaktuell.

Natürlich sind die Befehlserteiler nicht der Schlüssel zum Erfolg, schließlich machen sie den kleinsten Teil der 128 bzw. 256 Mann aus. Die übrigen Spieler müssen die Befehle ja erst einmal befolgen. Tja - einfacher gesagt als getan. Und hier passt der ausgelutschte Spruch perfekt. Es ist nun mal nicht jeder Online-Spieler da draußen eine geballte Taktik-Bombe und Teamplay kommt auch nicht überall gut an - in urinbefleckten Unterhosen sitzt er da, der Shooter-Depp, rennt wie ein wütender Ameisenbär über die Map und rotzt irgendwelche Befehle ins Mikrofon. Solche Spieler gibt es, ja, leider. Auch in MAG. Wie bringen wir sie nun dazu, dass sie wenigstens den Umstand des auf der Map rumrennenden Ameisenbärs ablegen? Wir geben ihnen Erfahrungspunkte!

So einfach kann es gehen. Sony, Zipper Interactive, ihr seid verdammte Genies! Denn wenn wir den Befehlen unserer Führer sorgfältig nachgehen, gibt es zusätzliche Erfahrungspunkte. Solisten und Egoisten werden dahingehend recht schnell merken, dass ihr Vorgehen nicht mehr Punkte bedeutet und somit schließen sie sich irgendwann klammheimlich ihrem eigentlich Squad an. So ist es brav. Wenn die Befehle zusätzlich noch gescheit ausfallen, ist der Sieg fast sicher.

Medic, Gunner, Sniper, Raketenwerfer, Granater, Pistoler, usw.

Mit dem eigenen Squad ins Gefecht - und im Voice-Chat klingelnde Telefone und weinende Babys!

Bei jedem Aufstieg eures Charakters erhaltet ihr Fertigkeitspunkte. Die Erfahrungspunkte dienen nur dem Aufstieg, jene Fertigkeitspunkte hingegen benötigt ihr für euren Charakter, um verschiedenstes Equipment zusammenzustellen. Denn: Vorgefertigte Klassen gibt es nicht. Dafür könnt ihr euch in neun Fertigkeits-Slots frei austoben. Natürlich werden hierbei im Ansatz schon verschiedene Klassen deutlich. Wenn ihr euch auf schwere Waffen konzentriert und die Nachladezeit mit jenen Wummen senkt, seid ihr eben kein Scharfschütze. Das seid ihr eher dann, wenn ihr euch für ein besseres Zielfernrohr entscheidet. Als "Mhädic!" solltet ihr euer Medizinkit aufrüsten, sodass ihr gestorbene Kameraden wiederbeleben und schneller heilen könnt. Die Lebensenergie füllt sich nämlich nicht automatisch wieder auf.

Alles in allem sorgt dieses System für viele unterschiedliche Soldaten. Wir sind zum Beispiel ein gewandter Mediziner mit voll aufgerüstetem Medikit, dazu ein simples Maschinengewehr - aber der Raketenwerfer und die Granaten dürfen nicht fehlen. Es kann sich also jeder nach seinen Vorlieben austoben.

Sammelt euch!

Im Herrschafts-Modus sind diese Türme von hoher Wichtigkeit.

Es gilt natürlich: Je unterschiedlicher die Klassen im Squad, desto besser. Medics sind immer gut, vorallem werden sie durch ihr Heilen mit Erfahrungspunkten belohnt. Ebenfalls dürfen Scharfschützen nicht fehlen, die uns den Rücken freihalten. Und brachiale Sturmtruppen sind selbstverständlich auch notwendig, damit ein Squad variantenreich ausgestattet ist.

Wir müssen erneut erwähnen, wie herrlich flüssig und geschmeidig das gesamte Spiel abläuft. Das hat jedoch seinen Preis. Die Grafik ist altbacken. Ganz klar. Battlefield - Bad Company 2 wirkt da nicht nur um Welten schöner, es ist auch einfach so. Viele Texturen sind matschig, bleiben es auch zu jedem Zeitpunkt. Ebenso sind geballte Explosionen der zerstörten Bunker, Fahrzeuge oder Soldaten nicht mal im Ansatz so spektakulär wie im DICE'schen Online-Shooter. Es wirkt alles etwas nüchtener, trockener, einfach ohne Schnörkel auf den Punkt gebracht. Daher sind großartige grafische Höhepunkte einfach nicht vorhanden. Dass die Soundkulisse ebenfalls etwas dumpf klingt, war zu erwarten. Aber das alles ist verschmerzbar, denn bei einer grafischen Pracht der 'Konkurrenten' wäre die technische Umsetzung von 256 Spielern auf einem Schlachtfeld unmöglich gewesen. Sowieso sind die Maps in der Anzahl eher dürftig (zwölf an der Zahl), in der Gestaltung aber brillant ausgearbeitet. Nicht nur rein von der Kulisse her. Es gibt unzählige Deckungsmöglichkeiten, heilige Orte für Sniper und gelungene Gräben, um sich dort vor einem gemeinsamen Sturmangriff zu sammeln. Grandios, einfach nur grandios!

Übung macht den Meister

Die Maps sind riesig, authentisch gestaltet und vor allem abwechslungsreich.

Ganz wichtig ist selbstredend die Steuerung. Schon seit Jahrzehnten ist klar, dass auch Shooter mit einem normalen Gamepad gut gesteuert werden können. Aber in MAG ist das ein wenig ... anders. Klar, Ego-Perspektive, mit R1 feuern wir die Waffe ab, mit dem Dreiecks-Knopf gehen wir in Deckung, X ist der Sprung-Knopf. Mit R2 wechseln wir die normalen Handfeuerwaffen. Ja, genau, die Augenbraue wandert nach oben. Mit R2 wechseln wir also nur zwischen dem Gewehr und der Pistole, quasi. Wir haben natürlich noch drei weitere Slots, die wir unter anderem mit verschiedensten Granaten, Medikits oder Raketenwerfern ausstatten können. Doch um an jene Dinge zu kommen, spielt L2 eine wichtige Rolle. Erst L2 drücken, dann erst haben wir eines der drei Dinge in der Hand, erneut L2 drücken, um zu wechseln. Danach L1, um die Granate zu werfen, die Medizin einzusetzen oder den Raketenwerfer zu betätigen. Klingt gewöhnungsbedürftig, ist auch so. Aber wir waren selbst erstaunt, wie rasch uns mittlerweile der Wechsel zwischen Granaten und Gewehr von der Hand geht. Übung macht den Meister.

Diesen Spruch solltet ihr euch sowie so zu Herzen nehmen. Denn die ersten Stunden werden euch einiges abverlangen. Selbst Veteranen im Shooter-Geschehen werden hier Orientierungs- und Koordinierungs-Probleme bekommen. Selbst die erste Map ist so vollgepumpt mit Zielen, dass es wirklich mehrere Matches braucht, damit wir den Ablauf von vorne bis hinten verstehen.

Multikulti

Also in Deckung gehen hilft hier auch nicht mehr.

Und wenn es dann in die erste Schlacht mit 255 weiteren Spielern geht, ist das Gehirn nur noch überfordert. Überall Explosionen, Ziele, Deckungen, Gegner, Fahrzeuge - was zur Hölle?! Wir sind zunächst so verwirrt, dass wir einfach unserem Squad-Ziel entgegen laufen und hoffen, dass unser Leader mit diesem Befehl auch Recht hat. Wir wissen eh nicht, was nötig ist, um auf dieser Map zu gewinnen. Gerade im Herrschafts- und Übernahme-Modus sind viele, viele Matches nötig, um den komplexen Ablauf und die vielen Befehle überhaupt erstmal verstehen zu können. Natürlich sind die Beschränkungen sinnvoll, dass diese beiden Modi erst ab einer bestimmtem Stufe freigeschaltet werden, aber die Reizüberflütung wird dadurch nicht verhindert.

Eine kleine Warnung zum Abschluss: In der Raven-Armee sind wir nicht oft auf deutsche Spieler gestoßen. Es ist eine Seltenheit, die deutsche Sprache im Voice-Chat zu hören. Vielmehr solltet ihr Englisch können, wenn ihr mit euren Kameraden reden wollt. Wir haben sogar schon Chinesen gehört, die sich anscheinend herzhaft amüsierten, so war das Lachen doch unüberhörbar. Es könnten auch Japaner gewesen sein - klingt ja alles gleich. Worauf wir hinaus wollen: Macht keine fiesen Witze über Japsen, Amis, Franzosen oder Chinesen - sie können euch nämlich hören!

Fazit

von Jannick Gänger

Also bisher dachte ich ja, 42 sei die Antwort auf all meine Fragen. Aber ich habe mich getäuscht! Von nun an ist 256 die Antwort auf alles - zumindest auf die Frage, wieviel Spieler ich in einem Online-Shooter haben möchte. Denn MAG macht so richtig Laune und wischt mit der Konkurrenz ordentlich das Schlachtfeld auf. Im Prinzip ist ein Modern Warfare oder ein Bad Company keine Konkurrenz, da es sich um völlig verschiedene Titel handelt. In MAG zählt nämlich eines: Teamplay. Wenn das funktioniert und die Anführer kluge Befehle erteilen, sind die Online-Kämpfe so spektakulär, bombastisch und taktisch wie nie zuvor. Die Anzahl der Maps mag jetzt nicht unbedingt arg hoch sein, ihre Größe aber fasziniert von Anfang an. Es hat schon ein Weilchen gedauert, bis ich die Maps von vorne bis hinten gekannt habe.

Aber um die Realisierung von 256-Mann-Schlachten zu ermöglichen, müssen enorme grafische Mängel in Kauf genommen werden. Viele Texturen sind zu jeder Zeit matschig, die Licht- und Schatteneffekte fallen mager aus. Es fehlt der optische Bombast - der ist aber spätestens dann da, wenn gefühlt 200 Spieler aufeinandertreffen und quasi gleichzeitig eine Granate werfen. Und die Tatsache, dass alles geschmeidig, fast lag- und ruckelfrei läuft, ist Gold wert - dafür nehme ich die eher altbackene Grafik sogar sehr gern in Kauf. Der Einstieg fällt zwar auch eher nüchtern aus, da die meisten Spieler einfach zu überfordert sind, aber nach einigen Matches und Stunden ist auch dieser Zustand vorbei. Wenn sich dann auch die Anführer klug anstellen, begeistert MAG mit gigantischen Schlachten und intensivem Teamplay.

spieletipps meint: Umfangreicher Taktik-Online-Shooter mit atemberaubenden 256 Spielern. Mit klugen Anführern und gutem Teamplay sind die Schlachten konkurrenzlos spannend.
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