Test Star Trek Online: Testflug mit der USS Spieltipps - Teil 1

von Nils Freitag (08. Februar 2010)

Äußerst misstrauisch blicken wir dem ersten Online-Spiel im Star-Trek-Franchise entgegen. Cryptic Studios hat das Spiel überraschend schnell fertig gestellt - zu schnell? Fancommunities befürchten Schlamperei bei Star Trek Online. Wir zücken unsere Diagnose-Scanner und halten Ausschau nach schlappmachenden Warpkernen und unsichtbaren Planenten.

Wenn die Schilde erstmal unten sind, ist der Todesstoß ein leichtes.Wenn die Schilde erstmal unten sind, ist der Todesstoß ein leichtes.

Unterwegs mit der USS Spieletipps

"Offiziere sofort auf die Brücke! Alarmstufe Rot!", schallt es aus den Lautsprechern. "Alle Mann auf Gefechtsstation!", brüllen wir begeistert und stürzen uns in ein waghalsiges Gefecht gegen die Klingonen. Überall explodieren verbündete wie gegnerische Schiffe im tödlichen Durcheinander aus Phaserfeuer und Torpedobeschuss. Hilferufe erreichen uns gleich zu Dutzenden über die Notruffrequenzen.

Doch auch die USS Spieletipps, ein Schwerer Kreuzer der Konstellation-Klasse, hat mit den massiven Angriffen der Klingonen zu kämpfen. Mehrere Decks haben wir bereits evakuieren müssen, die Schilde liegen bei unter 20 Prozent und die strukturelle Integrität der Außenhülle kann von unserem technischen Offizier nicht mehr gewährleistet werden. In einem todesmutigen Vorstoß durchbrechen wir die feindliche Blockade, verlegen alle Energie auf die vorderen Phaserbänke. "Feuer!" Kaboom, weg ist das feindliche Flaggschiff.

Energieschilde schützen euch in Bodengefechten vor Phaserfeuer.Energieschilde schützen euch in Bodengefechten vor Phaserfeuer.

Nach nur zwei Jahren fertig entwickelt?

Lange hat es gedauert und viele Hochs und Tiefs musste die Trekkie-Community überstehen, bis das erste Star-Trek-Online-Rollenspiel seine Tore öffnet. Nachdem 2008 Erstentwickler Perpetual Entertainment das Projekt nach vier Jahren in den Sand setzte und die Pleite erklären musste, nahm sich Cryptic Studios des Mammutprojekts an. Der bis dahin entstandene Code und die Engine des Spiels verblieb aber im Besitz von Perpetual, sodass Cryptic das Spiel von der Pike auf neu erfinden musste.

Nach nur zwei Jahren erklärt Cryptic das Projekt nun für marktreif - ein Fehler? Zumindest die erste Beta machte deutlich, dass Star Trek Online durchaus ein paar Monate mehr Entwicklungszeit hätte vertragen können. Zugegeben, eine Beta ist dazu gedacht, Bugs auszumerzen und letzte Korrekturen vorzunehmen. Aber was Cryptic uns in den ersten spielbaren Versionen präsentierte, war noch weit von der Marktreife entfernt. Haufenweise Probleme mit der Engine und den Servern, verbuggte Missionen sowie extrem lange Ladezeiten gingen uns, freundlich gesagt, leicht auf den Zeiger. Glücklicherweise ließ sich Entwickler Cryptic Studios nicht lange bitten und stellte binnen kürzester Zeit einen umfangreichen Patch (vier Gigabyte) zusammen. Dankbares Aufatmen bei den Trekkies. Endlich ließ sich das Spiel überwiegend problemlos spielen.

In Star Trek Online begegnet ihr altbekannten, wie auch neuen Spezies.In Star Trek Online begegnet ihr altbekannten, wie auch neuen Spezies.

Wir spielen Gott und haben diabolischen Spaß dabei

Der Einstieg in Star Trek Online beginnt wie üblich mit der Charaktererstellung. Zu allererst müsst ihr euch auf eine Laufbahn in der Sternenflotte festlegen, die auch gleich Auswirkungen auf eure Fähigkeiten hat. So ganz können wir uns nicht zwischen der Karriere als Ingenieur oder taktischer Offizier entscheiden, nehmen wir also die goldene Mitte: den Wissenschaftsoffizier. Der erhält unter anderem Boni auf Heilfähigkeiten und stärkt Gruppenmitglieder.

Die vorgefertigten Rassen, die uns bei der Charaktererstellung präsentiert werden, interessieren uns herzlich wenig, auch wenn die Modelle detailreich und seriengetreu dargestellt werden. Wir wollen ein bisschen Gott spielen und eine eigene Spezies erschaffen. Der Editor von Star Trek Online ist dafür perfekt geeignet. Ob als schrumpliger E.T. oder glubschäugige Mischung aus Klingone und Yeti, der Fantasie werden im Spezies-Editor nahezu keine Grenzen gesetzt. Geheime Talente als Modedesigner könnt ihr bei der Gestaltung eurer Uniformen ausleben. Es macht richtig viel Spaß, Spore-mäßig eigene Spezies zum Leben zu erwecken. Entsprechend lange blödeln wir mit den vielen Funktionen herum und erschaffen uns eine von Gott so bestimmt nie gewollte Kreatur.

Im Kampf gegen die Borg benötigt ihr viel Feuerkraft.Im Kampf gegen die Borg benötigt ihr viel Feuerkraft.

Die erste Mission

Ladebildschirm und auf geht's. Wir finden uns in einer Lounge mit riesigem Panoramafenster wieder. Dort bietet sich uns bereits ein atemberaubendes Spektakel. Die Borg sind mit ihren technologisch hochgerüsteten Schiffen in unseren Sektor eingedrungen und liefern sich eine mörderische Schlacht mit den Schiffen der Föderation. Wir erhalten den Auftrag, uns bei unserem Captain zu melden, beamen uns statt dessen aber auf die USS Kitomer, die einen dringenden Notruf abgesetzt hat. Dort erwarten uns die ersten Aufgaben im Spiel. Es erleichtert die Quests enorm, dass mögliche Interaktionsobjekte (Turbolifte, Konsolen und so weiter) leicht aufblinken. Schnell treffen wir auf die ersten Borg-Drohnen, also Phaser zücken und eliminieren, sonst wird assimiliert.

Die Steuerung eures Charakters funktioniert wie gewohnt über die WASD-Tasten. Im Kampf wählt ihr zuerst einen Gegner aus und benutzt dann eine Fähigkeit oder Waffe. Zum besseren Zielen solltet ihr euch hinknien, im Nahkampf ist das allerdings nicht zu empfehlen. Je nachdem, wo ihr die Gegner trefft, verursachen eure Waffen unterschiedlich viel Schaden. Bei seitlichen Treffern und gemeinen Schüssen in den Rücken bekommt ihr einen "Flankenbonus" auf den Grundschaden aufgerechnet. Mithilfe unserer zu Beginn ausgewählten Telekinesekräfte und des einfachen Phasers überwinden wir die ersten Borg schnell und einfach - das sah in der Serie irgendwie schwieriger aus.

Nichts in der Birne - die NPCs sind nicht gerade mit Intelligenz gesegnet.Nichts in der Birne - die NPCs sind nicht gerade mit Intelligenz gesegnet.

Zombie oder Crewmitglied - wer hat mehr Gehirn?

Die USS Kitomer haben wir nun erfolgreich von den Borg gesäubert, als Belohung dürfen wir uns einen Offizier für unsere Crew aussuchen. Die NPCs begleiten euch bei Bedarf auf Schritt und Tritt durch das Spiel und unterstützen euch mit unterschiedlichen Fähigkeiten, auch auf der Brücke eures Schiffes. Wir wählen uns einen taktischen Offizier, schließlich macht das Spiel einen überaus kampflastigen Eindruck.

Das neue Crewmitglied stellt leider sofort unter Beweis, dass Abzeichen auf der Uniform kein Garant für Intelligenz sind. Bratzig wie die ersten Counterstrike-Bots sind die NPCs in Star Trek Online eine echte Peinlichkeit. Mit unserem neuen Gefährten kehren wir kopfschüttelnd zurück auf unser eigenes Schiff. Bei unserem Eintreffen sind alle ranghöheren Offiziere bedauerlicherweise schon mausetot, was ein Zufall aber auch - somit sind wir unverhofft zum Captain der USS Kitomer aufgestiegen. Ihr ahnt es schon. Damit ist die Tutorial-Mission beendet. Natürlich schimpft sich jeder Spieler in Star Trek Online "Captain" und kommandiert ein eigenes Schiff.

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