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Dante's Inferno: Wir machen der Hölle Feuer unterm Hintern

Ein Mann auf Pilgerfahrt durch die Hölle - bewaffnet mit der Sense des Todes, einem geweihten Kreuz und mächtiger Magie will er nicht nur seine verlorene Liebe retten, sondern nebenbei Luzifer höchstpersönlich daran hindern, die Hölle zu verlassen. Von Kevin Lunn

10. Feb 2010

Göttliche Komödie

Dante tötet den Tod - und nimmt als Andenken seine Sense mit.

Dante's Inferno basiert auf dem ersten Buch der Göttlichen Komödie des Schriftstellers Dante Alighieri aus dem 14. Jahrhundert. In diesem Teil der Trilogie bestreitet der Protagonist eine Pilgerfahrt durch die insgesamt neun Kreise der Hölle: der Limbus, Wollust, Völlerei, Habgier, Zorn, Häresie, Gewalt, Betrug und Verrat.

Vieles wurde aus der Buchvorlage ins Spiel übernommen. So trefft ihr auf eurem Weg neben Dämonen und Endgegner wie Cerberus, euren Vater und Luzifer auch auf verlorene und verdammte Seelen, die sich einer der sieben Todsünden strafbar gemacht haben. Dantes Rolle jedoch wurde für das Spiel angepasst: während er in der originalen Geschichte eher zurückhaltend ist und bei jeder Gelegenheit in Ohnmacht fällt, wenn es mal etwas brenzliger wird, ist der Protagonist hier zielgerichtet, energisch und siegessicher.

Selber schuld!

Es geht abwärts in Richtung Hölle.

Aber was sucht Dante eigentlich in der Hölle? Nachdem der Held vom heiligen Kreuzzug wieder in seine Heimat kommt, zeigt sich ihm ein erschreckendes Bild: Sein Frau Beatrice wurde skrupellos ermordet. Als wäre das nicht schon genug, schaut plötzlich der Herr der Unterwelt höchstpersönlich vorbei, um die Schönheit abzuholen - und daran ist Dante ganz alleine Schuld.

Bevor er sich nämlich auf den Weg zum Heiligen Land machte, schwor er seine Liebsten "allen fleischlichen Freuden zu entsagen". Beatrice verwettete daraufhin ihre Seele, da sie sich absolut sicher war, dass Dante sein Versprechen halten würde. Aber der männliche Geist ist schwach und nach dem leeren Versprechen eines Bischofs begeht Dante nicht nur eine Sünde, sondern gleich alle sieben. Als Strafe dafür kassiert Luzifer nun Beatrices Seele. Dumm gelaufen.

Der Limbus

König Minos ist blind und verlässt sich voll und ganz auf seinen Riechkolben.

Der Limbus ist das höllische Wartezimmer für all die Seelen, die nicht gesündigt haben, denen das Paradies dennoch verwehrt blieb. Hier herrscht König Minos (griechische Mythologie: Sohn von Zeus und Europa), der darüber entscheidet, in welchen Kreis der Hölle sie auf ewig verbannt werden.

Ihr werdet regelrecht in die düstere Unterwelt geschmissen, die von Details nur so strotzt und eine grandiose Atmosphäre liefert: Ihr hört die schmerzverzehrten Klagerufe der Verdammten, der Himmel ist grau, es regnet Schwefel und vereinzelt fällt auch mal eine brennende Seele aus dem Nichts herunter, in der Entfernung seht ihr ein abstraktes Schiff und Verbannte, die wie willenlose Marionetten des Systems den langen Pier zur hölzernen Fähre gehen.

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