Test Heavy Rain - Seite 4

Technische Hilfsmittel lassen den FBI-Agenten Norman besser ermitteln.Technische Hilfsmittel lassen den FBI-Agenten Norman besser ermitteln.

Ich bin Du

Wie immer wir uns auch entscheiden, es wird fatale Konsequenzen haben. Wichtig dabei ist die Tatsache, dass wir irgendwann wirklich als Charakter selber spielen. Uns wird die Story so echt, so dramatisch und ernst aufgezeigt, dass wir die Charakter verstehen und kennen lernen und als eben jene Personen agieren. Soll ich jetzt wirklich den aggressiven Weg wählen, oder könnte es fatale Konsequenzen haben? Obwohl eine Entscheidung zunächst nur kleine Auswirkungen hat, könnte es später zu einem großen Umschwung in der Story eines einzelnen Charakters kommen. Die Tatsache hinzuzählend, dass jeder der Charaktere sterben kann, macht jede Entscheidung umso nervenaufreibender und spannender als es sowieso schon ist.

Das Ableben der Charaktere spielt eine wichtige Rolle in Heavy Rain. Schließlich verändert sich somit ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Geschichte. Auch Ethan kann sterben, alle vier Charaktere können sterben und es gibt kein Game-Over. Die Story geht weiter, mündet in verschiedenen Finalen und bringt die Geschichte zum Ende - natürlich auf eine andere Art und Weise, wenn Ethan zum Beispiel nicht gestorben wäre. Dabei tritt immer wieder der Fall auf, dass ihr nicht wisst, welche Konsequenzen eine Entscheidung haben wird. Ihr könnt es natürlich ahnen, aber in vielen Fällen rechnet ihr nicht einmal mit einer richtigen Reaktion oder einer entscheidenen Konsequenz.

Erschießen, laufen lassen oder auf ihn einprügeln?Erschießen, laufen lassen oder auf ihn einprügeln?

Intensiv, noch intensiver

Gerade in der ersten Hälfte schöpft Heavy Rain sein gesamtes erzählerisches Geschick aus. In jeder einzelnen Sekunde ist der Puls erhöht, selbst wenn wir nur unserem "Chef" die Krawatte binden oder einfach ein unangehmes Gespräch mit einem potentiellen Informanten führen. Viele alltägliche Abläufe, wie kochen oder duschen, minimieren weder die Spannung noch die Unterhaltung. Jede Handlung erzählt nun mal einen kleinen Teil der Geschichte, selbst wenn es nur das Braten von Eiern ist. Zwar merken wir manchmal erst hinterher die hohe Wichtigkeit einer kleinen Situation, verbeugen uns aber nach dem Aha-Moment bei den Entwicklern Quantic Dream. Sie schaffen es, eine durchgehend spannende, abwechslungsreiche, variable und vor allem emotionale Geschichte zu inszenieren, die jeden guten Film in den Schatten stellt. Dabei nimmt die Intensität der Story enorm zu, da wir in vielen Situationen selbst entscheiden können, im Ansatz ein kleiner Regisseur sind und jede Entscheidung lang und breit hinterfragen.

Nur wenige Titel konnten uns so sehr packen wie Heavy Rain. Vielleicht haben wir sogar noch nie eine spannendere, ernstere und packendere Story erlebt wie hier. So intensiv das auch sein mag, so spielerisch anders ist dieses Werk. Es ist kein Point&Click-Abenteuer, kein simples Adventure - es ist komplett anders.

Bedrückend, ernst, furchtbar, grausam... die Atmosphäre ist zu jedem Zeitpunk düster.Bedrückend, ernst, furchtbar, grausam... die Atmosphäre ist zu jedem Zeitpunk düster.

Verdammt, schon wieder nicht erwischt!

Und da fällt der einzige und leider auch größte Kritikpunkt an Heavy Rain auf. Es besteht fast ausschließlich aus Quicktime-Events, das Halten mehrerer Knöpfe oder beides in schnellen Passagen kombiniert. Wir halten R2 und der Charakter bewegt sich in die Blickrichtung, mit dem linken Analogstick ändern wir dann jene Richtung. Zur Auswahl stehen meist zwei Kameraperspektiven, die zumindest beim normalen Erkunden frei gewechselt werden können.

Ein richtiges Steuern kann man dies aber nicht nennen. Wir schlagen nicht auf Knopfdruck, laufen nicht auf Knopfdruck, wir leben nur von Quicktime-Events. Obwohl es richtig sein mag, diese etwas einseitige Steuerung zu kritisieren, so ist sie jedoch unheimlich rasant und intensiv. Wenn ihr den höchsten der drei Schwierigkeitsgraden wählt, ist es verdammt schwierig, in packenden Kämpfen den richtigen Knopf zu erwischen. Da fliegt die Faust auf uns zu - X drücken! Jemand will uns zu Boden treten - Viereck drücken! Den Kerl abhalten, uns mit einer Stange zu erwürgen - wie ein Irrer aufs Dreieck hämmern! All das wechselt im Sekundentakt, das Reaktionsvermögen wird auf eine harte Probe gestellt und treibt euch an die Grenzen. Wir haben geschwitzt wie nie zuvor, als wir auf die Tasten gehämmert haben und dann verdammt nochmal den falschen Knopf erwischt haben. Da rutscht man wie ein besengter Esel auf dem Sitzplatz hin und her, hofft, dass nicht gleich alles vorbei ist und versucht einen kühlen Kopf zu bewahren, um in den rasanten Situationen auch ja alles richtig zu machen.

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