Puzzle Chronicles (PSP)
Test
Puzzle Chronicles: Rollenspiel meets Tetris
Der Name Puzzle Chronicles klingt generisch und nach einem weiteren Melkversuch der Cashcow Puzzle Quest; schließlich stecken abermals Infinite Interactive dahinter. Der eine wird deshalb gähnen, der andere sich die Hände reiben - und beide werden letztendlich überrascht sein, denn das Spielsystem von Puzzle Chronicles zeigt sich durchaus eigenständig! Von Roland Mühlbauer
Tetris ist nicht Bejeweled - und Puzzle Chronicles nicht Puzzle Quest. Und wie es sowohl Fans von Tetris als auch von Bejeweled gibt, werden sich auch bei den beiden Rollenspielablegern die Geister scheiden. Wobei es trotzdem erstmal jede Menge Ähnlichkeiten im Aufbau der beiden Spiele gibt: Ihr dürft den Helden und seinen treuen Begleiter (diesmal kein Reittier, sondern ein "Kriegsbestie" genannter Kampfhund) trainieren und aufpäppeln, jede Menge Ausrüstung finden, kaufen oder per Minispiel zusammenschmieden.
Und wieder durchreist ihr ein Fantasyreich mit einem Haupthandlungsstrang und einigen Nebenmissionen, und es gilt, einen Haufen Gegner vom Brett zu puzzlen. Doch genau das Puzzle-Kampfystem macht den großen Unterschied zwischen dem überlegten Steinchenrücken im alten Puzzle Quest und dem Fallende-Steine-Ordnen im neuen Puzzle Chronicles.
Ein Barbar auf Abwegen
Doch bevor wir zum Kampf kommen, noch kurz zur Rahmengeschichte bei Puzzle Chronicles: Hauptdarsteller und Setting erinnern frappierend an Arnold Schwarzenegger als Conan, der Barbar. Tatsächlich sieht der Held in den comicartigen Bildfolgen, in denen die Handlung recht lebendig erzählt wird, wie eine Karikatur des muskelbepackten, schwertschwingenden Actionhelden aus.
Die Erzählung setzt am Tag der Volljährigkeit des Barbaren ein, doch kaum hat er die Einführung überstanden, wird in der Nacht schon sein Heimatdorf überfallen, alle Bewohner werden verschleppt und versklavt. Der Held selbst wird auf dem nächsten Sklavenmarkt im Auftrag einer mysteriösen Zauberin freigekauft und von ihr auf die Spuren der Menschenhändler angesetzt, die von einem großen gehörnten Dämon angeführt worden sein sollen - welchen Eigennutz die Zauberin davon hat, bleibt erstmal im Dunkeln...
Anschauliche Erzählweise
Es ist sicherlich nicht die originellste Geschichte, aber sie wird trotz der Standbilder lebendig erzählt, der guten englischen Sprachausgabe sei es gedankt! Optional gibt's deutsche Untertitel. Auch die Comicbilder sind ein Fortschritt zu Puzzle Quest, weil nun nicht immer nur das selbe Portrait des Helden eingeblendet wird, sondern dem Barbaren die Emotionen deutlich ins Gesicht gezeichnet wurden.
Allerdings leistet sich der nicht immer sympathische Barbar doch mit Fortschreiten der Handlung einige fragwürdige Aktionen, so nimmt er einem Bettler einen Ring weg oder meuchelt ganze Wachmannschaften, um sich ein Schiff zu besorgen - da wird einem schnell klar, dass man sich nicht mehr in der ritterlichen Welt von Puzzle Quest befindet! Auf jeden Fall aber bietet die Geschichte Anlass für jede Menge Gefechte.
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