Guitar Hero - Van Halen (Playstation 3)
Artikel veröffentlicht am 15.02.2010
Wilde Haarmähnen, Muskel-Shirts und Jeans so eng, dass sie als Bodypainting durchgehen könnten: Wir reden von den wilden 80ern, in denen Bands wie Van Halen mit Hits wie "Jump" ganze Arenen füllten. Nach Aerosmith und Metallica sind Van Halen die dritte Band, die ein eigenes Spiel im Guitar-Hero-Universum bekommen. Von Oliver Hartmann
Bei Musik-Bands gibt es irgendwann im Laufe der Karriere eine Phase, in der einem das Gefühl beschleicht, dass der Zenit des Erfolges überschritten wurde. Bei Van Halen liegt dieser Moment schon lange zurück, bei Guitar Hero macht sich mit dem aktuellen Van Halen das erste Mal dieser Eindruck breit. Wie ein gutes Band-Spiel aussehen muss, hat Activision mit Guitar Hero - Metallica selbst vorgemacht, ebenso wie Electronic Arts mit The Beatles - Rock Band. Fans freuen sich dort jeweils über massig Hintergrundmaterial zur jeweiligen Band, die inzwischen wie gute Dokus auf Musiksender aussehen. Guitar Hero Van Halen geizt hier leider und bietet statt massig Bonusmaterial nur eine Trackliste mit 45 Songs sowie ein paar triviale Infos.
Rückfall in alte Zeiten
Die Reduktion auf ein Minimum macht leider auch vor der Spielmechanik nicht Halt. Viele Neuerungen aus Guitar Hero 5 wie Download Content oder den genialen Party-Modus werdet ihr bei Van Halen ebenso vergeblich suchen wie instrumenten- oder bandspezifische Herausforderungen. Weiteres Ärgernis: Erneut müsst ihr Songs im Laufe des Spieles mühsam freischalten. Statt das aufgebohrte Gerüst von Guitar Hero 5 zu nutzen, handelt es sich leider eher um einen Rückfall in alte Zeiten von zum Beispiel Guitar Hero - Metallica. Das war zum damaligen Erscheinen sehr, sehr gut, inzwischen hat sich das Genre jedoch weiterentwickelt.
Drama-Band Van Halen
Ein weiteres Problem des Spieles ist die bewegte Historie der Band mit zahlreichen Mitglieder-Wechseln. Das Spiel beinhaltet lediglich Songs der Ära des Lead-Sängers David Lee Roth. Ihr werdet nicht einen einzigen Song seines Nachfolgers Sammy Hagar finden. Wenigstens sind so die ganz großen Hits der Band wie "Jump" oder "Hot for Teacher" mit an Bord. Fans der Band wird es sicherlich zusätzlich stören, dass der frühere Bassist Michael Anthony ebenfalls nicht im Spiel zu sehen ist, da die Band sich von ihm auf eher unerfreuliche Weise trennte.
Spielerisch hochwertig
Das eigentliche Spiel funktioniert natürlich wieder prima. Guitar Hero: Van Halen versucht nicht mehr wie Guitar Hero 5 eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen, sondern beschränkt sich voll und ganz auf Hard Rock. Auch wenn die Trackliste nicht die Beste der Serie ist, so bekommt ihr doch gerade an der Gitarre ordentlich Arbeit. David Lee Roth gilt nicht umsonst als einer der einflussreichsten Gitarristen der Rock-Geschichte. Und das macht es wirklich ärgerlich, denn Guitar Hero: Van Halen hatte das Potenzial zu so viel mehr.
Insgesamt macht sich leider ein wenig der Eindruck einer lieblosen Fortsetzung breit, bei der die Band außer der Lizenzgabe nicht wirklich etwas zum fertigen Spiel beigetragen hat. Die Rechteproblematik verhinderte einen umfassenden Katalog der Band, viele inzwischen etablierte Feature finden sich unverständlicher Weise nicht im Spiel. Selten waren wir trauriger, keine höhere Wertung geben zu können.
Fazit
von Oliver Hartmann
Ich bin enttäuscht! Nicht weil das Spiel schlecht wäre, sondern weil es so viel besser hätte sein können. Es ist mir völlig unverständlich, warum alle sinnigen Neuerungen aus Guitar Hero 5 nicht im Spiel sind. Und wo bitte, sind die ganzen Extra-Infos zur Band, wenn es denn schon ein besonderes Band-Spiel sein muss? Es ist ja nicht so, dass Activision es nicht besser hinkriegt, das haben sie schließlich schon bewiesen. Bitte nächstes Mal wieder besser machen!
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