Vorschau Metro 2033 - Seite 2

Im weiteren Spielverlauf treffen wir auf diverse Fraktionen - wie Kommunisten und Faschisten.Im weiteren Spielverlauf treffen wir auf diverse Fraktionen - wie Kommunisten und Faschisten.

Monster im Gesicht

Unser eigentliches Abenteuer beginnt ganz schnöde auf einer Draisine. Zusammen mit drei Kameraden - alle bis an die Zähne bewaffnet - tuckern wir durch finstere Tunnel. Mutanten? Die sollen ruhig kommen, wir haben ja schließlich Unterstützung. Dummerweise kommen die Schwarzen und die vermeindliche Unterstützung kippt kurzerhand aus den Latschen. Wir hingegen scheinen gegen die Biester irgendwie immun zu sein - und erhalten seltsame Visionen, die andeuten, dass uns die Schwarzen helfen wollen. Was es damit auf sich hat (und ob die Schwarzen nun Freund oder Feind sind), ist eines der zentralen Rätsel von Metro 2033.

Zurück auf der Draisine bricht die Hölle los. Eine Horde von Mutanten hat unser Dilemma bemerkt und wittert leichte Beute. Gemächlich rumpelt die vermaledeite Draisine über die Schienen, die nächste rettende Station zwar gleich um die Ecke, aber bei dieser Geschwindigkeit quasi Lichtjahre entfernt, während wir panisch die Schrotflinte auspacken und anspringende Monster von den Wänden ballern, links, rechts, dann buchstäblich in unserem Gesicht. Das Ganze ist geskriptet, aber Junge, es ist gut geskriptet.

Die detaillierten Charakter-Modelle sehen verflixt echt aus - und bewegen sich auch so.Die detaillierten Charakter-Modelle sehen verflixt echt aus - und bewegen sich auch so.

Wie ein Kind im Spielzeugladen

Überhaupt ist Metro 2033 streng linear und arbeitet - ähnlich wie etwa Half-Life 2 - fast durchgängig mit geskripteten Ereignissen. Gelegentlich dürfen wir von den linearen Pfaden allerdings kurz abweichen und Seitengänge oder versteckte Räume nach Munition und besseren Waffen durchsuchen. Auch hier erweist sich die konsequente Patronen-Knappheit als Motivations-Segen. Wenn wir nach einem harten Kampf mit leer geschossenen Magazinen ein solches Versteck aufstöbern, fühlen wir uns kurz wie ein Kind im größten Spielzeugladen der Welt. So setzt man ein eigentlich restriktives Feature geschickt und logisch ein.

Weniger geschickt erscheint uns in der aktuellen Version das Waffen-Management. Stolpern wir im Tunnel über eine neue Knarre, dann haben wir dummerweise keine Ahnung, ob das Ding nun besser ist als unsere alte Wumme - schließlich gibt es kein HUD, das uns das erklären könnte. Realistisch, ja, aber Realismus sorgt eben nicht zwangsläufig für Spielspaß. An dieser Stelle sollten die Entwickler also noch nachbessern. Tadellos ist hingegen die genre-typische WASD-Steuerung.

Grafisch erstklassig, atmosphärisch dicht: Bei Metro passt die Optik perfekt zur Spielwelt.Grafisch erstklassig, atmosphärisch dicht: Bei Metro passt die Optik perfekt zur Spielwelt.

Apokalypse Now

Im weiteren Spielverlauf erreichen wir übrigens auch die Oberfläche - und sehen die 4A Engine in ihrer vollen, beeindruckenden Pracht. Das zerstörte Moskau ist perfekt inszeniert. Wenn wir uns durch zerfallene Häuserschluchten kämpfen, vorbei an schrottreifen Autos und bedrückend-verlassenen Spielplätzen, immer den Filter unserer Gasmake im Blick, fühlen wir uns wirklich als Teil der Spielwelt, begreifen das ganze Ausmaß der apokalyptischen Katastrophe. Metro 2033 erzeugt eine beklemmende, authentische Stimmung; ein Kunststück, das nicht vielen Spielen gelingt.

Authentisch ist auch die Vertonung - alle Figuren sprechen nämlich mit einem starken russischen Akzent. Das ist gewöhnungsbedürftig (und die Option, das Ganze komplett in Russisch mit deutschen Untertiteln zu spielen, werden wohl nur hartgesottene Fans nutzen), passt aber in die Spielwelt und fühlt sich echt an. Ganz ähnlich verhält es sich mit kleineren "Gimmicks", die spielerisch relativ unbedeutend sind, aber gehörig Atmosphäre schaffen. So lässt der Lichtstrahl unserer Taschenlampe mit der Zeit nach - und wir müssen ihn mit einem altmodischen Ladegerät wieder von Hand "aufpumpen".

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