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Max and the Magic Marker (PC)

Artikel veröffentlicht am 01.03.2010

Kinder wissen es schon längst, Buntstifte sind eine exzellente Waffe gegen Langeweile. Solch ein Stift dient euch in Max and the Magic Marker als Allzweckwaffe und Werkzeug auf einer fantastischen, kreativen Reise durch die Bilder von Max. Von Gerd Schüle

Auf dem Weg nach oben, dank einer Wippe.

Max liebt spannende Geschichten und Buntstifte. Er versteht es, seine blühende Fantasie mit Buntstiften auf dem Papier zum Ausdruck zu bringen. Er malt einfach für sein Leben gern, und deshalb ist seine Freude groß, als er eines Tages per Post mit einem Brief ohne Absender einen knallig-orangefarbenen Marker erhält. Selbstverständlich muss er diesen Stift sofort ausprobieren. Seiner lebhaften Fantasie lässt er freien Lauf und malt einen boshaften Unhold. Doch sein Schreck ist groß, als sein Kunstwerk zum Leben erwacht und in die andern Zeichnungen des kleinen Helden flieht. Weil Max nicht tatenlos zusehen will, wie der Unhold seine malerischen Welt in Chaos und Zerstörung stürzt, folgt er dem Chaoten in seine eigenen Bilder und tritt eine fantastische Reise in seine selbst geschaffene Welt an.

Auf der Jagd nach einem Unhold

Zum präzisen Zeichnen könnt ihr per Leertaste das Spiel anhalten.

Ihr schlüpft in die Rolle von Max. Euer Ziel ist es, diesen Unruhestifter, den Max mit dem Magic Marker zum Leben erweckt hat, wieder loszuwerden. Max will das Chaos, das der Unhold anstellt, aufhalten und die alte Ordnung wieder herstellen. Dazu hüpft, springt und klettert ihr bei dem im Grunde klassischen Jump-and-Run durch die Bilderwelt von Max. Außerdem sammelt ihr Gegenstände und sucht Geheimnisse, für die ihr später eine Belohnung bekommt. Davon sind einige sehr leicht zu finden, für andere müsst ihr besondere Aufgaben erledigen, um sie zu erhalten.

Doch all das ist zwar nicht langweilig, aber trotzdem der einfachere und weniger interessante Teil des Spiels. Wesentlich abwechslungsreicher sind die vielen Rätsel, vor die ihr immer wieder gestellt werdet. Denn ihr bekämpft in den 15 herausfordernden Levels Gobos (kleine, lila gemalte Wesen), steht vor unüberwindbaren Abgründen, Hindernissen oder anderen Schwierigkeiten.

Der Zauberstift

Nur wenn die Brücke auf beiden Seiten des Abgrunds aufliegt, hält sie.

Dann ist euer einziges Hilfsmittel der Zauberstift, der Magic Marker. Mit ihm könnt ihr alle möglichen und unmöglichen Gegenstände zeichnen, die ihr braucht, um Gefahren zu überstehen und Hindernisse zu überwinden. Dabei verhalten sich die gemalten Gegenstände stets physikalisch korrekt. Wenn ihr an eine Schlucht kommt, malt ihr euch einfach eine Brücke, schon könnt ihr auf die andere Seite. Das funktioniert jedoch nur, wenn der Übergang auf beiden Seiten der Schlucht aufliegt, ansonsten fällt sie in den Abgrund. Oder wenn ihr einen bestimmten Höhenunterschied überwinden müsst, malt ihr euch entweder eine Leiter oder eine Wippe. Dann stellt ihr auch auf die eine Seite des Gerätes, zeichnet einen Felsen und lasst ihn auf die andere Seite der Wippe fallen - schon werdet ihr in die Höhe katapultiert.

Eurer Fantasie sind dabei im Grunde keine Grenzen gesetzt. Ihr braucht einen Hebel, um einen schweren Gegenstand zu bewegen? Malt ihn euch. So einfach geht das, solange die Tinte reicht. Lediglich die verbleibende Menge an Tinte begrenzt den Einsatz des Zauberstifts. Daher solltet ihr genau überlegen, was ihr benötigt und wie ihr den Stift einsetzt. Das macht die Rätsel anspruchsvoller, denn wildes Gekritzel führt dazu, dass die Tinte zu schnell ausgeht. Aber keine Angst, ihr findet in jedem Level immer wieder neue Kugeln, gefüllt mit Tinte, die ihr nur einsammeln müsst, um den Magic Marker wieder aufzufüllen. Richtig üppig ist euer Vorrat aber nie.

Bunte Bilderwelt

Max und der Unhold.

Leider wiederholen sich die Aufgaben im Lauf des Spiels immer wieder. Es macht nun mal malerisch keinen Unterschied, ob ihr Flüsse, einen Abgrund oder eine Schlucht überquert - ihr malt jedes Mal eine Brücke. Und auch ansonsten wiederholt sich vieles. Deshalb verliert der kreative Ansatz des Spiels mit der Zeit etwas seinen Reiz, und die Langeweile klopft an die Spielspaßtür.

Grafisch wurde das Spiel dafür optimal an das Hintergrundszenario angepasst. Ihr bewegt euch durch eine Welt, die aussieht wie die Bilder von zehn- oder zwölfjährigen Jungs, die Bilder von Max eben. Aber diese bunte Welt ist mit Sicherheit kein grafisches Highlight. Sehr gut ist dagegen die Steuerung des Spiels. Mit den Pfeiltasten bewegt ihr Max sicher durch seine Bilder und malt mit der Maus die benötigten Gegenstände. Richtig nervig empfanden wir den nach Ansicht des Publishers abgedrehten und passenden Soundtrack der Indie-Kultband Analogik. Ein Patch hat dieses Manko zwar abgeschwächt, aber nicht abgeschafft.

Pro

  • schöne Spielidee
  • kreativer Spielablauf
  • verschiedene Lösungswege möglich
  • einsteigerfreundlich
  • hardwarefreundlich

Contra

  • zu kurz
  • grafisch zu simpel
  • mit der Zeit etwas eintönig

Fazit

von Gerd Schüle

Der kreative Spielansatz von Max and the Magic Marker hat mich regelrecht begeistert. Voller Übermut stürzte ich mich darum in die Welt der bunten Bilder. Aber leider haben die Entwickler das Spielprinzip etwas eintönig umgesetzt. Sicherlich, die Rätsel werden mit der Zeit immer etwas herausfordernder. Aber rein spielerisch wurde Potenzial verschenkt und darum versinkt der Spielspaß zeitweise im Sumpf der Eintönigkeit. Richtig langweilig wird es aber nie. Schade ist es trotzdem, denn die Grundidee des Spiels finde ich einfach spannend, und die Entwickler hätten mit etwas mehr Kreativität deutlich mehr daraus machen können.

spieletipps meint: Die kreative Spielidee und tollen Rätsel bescheren anfanfs pure Begeisterung. Das verschenkte Potenzial lässt immer wieder etwas Eintönigkeit aufkommen.
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