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Age of Alexander: Außen vor statt mittendrin

Scheinbar haben die Entwickler von Game Factory Interactive zu den Griechen eine besondere Beziehung. Mit Sparta: Ancient Wars wollten sie den tapferen Spartanern ein spielerisches Denkmal setzen, was ihnen nicht uneingeschränkt gelungen ist. Auch bei Age of Alexander dreht sich alles um das antike Griechenland. Nun dürft ihr in die Fußstapfen des machtbesessenen und erfolgreichen Feldherrn Alexander der Große treten. Von Gerd Schüle

3. Mär 2010

Ein Fehlschlag

Alexander der Große ist als Held in das integriert worden.

Seneca bezeichnete Alexander den Großen als wahnsinnigen Burschen, als zum Bersten aufgeblasenes Tier und als Räuber und Plage der Völker. Ob das stimmt, sei mal dahingestellt, zweifelsohne war er aber ein Feldherr und Befehlshaber, der eine riesige Armee in den Krieg führte. In wenigen Jahren eroberte er die damals bekannte Welt und starb dann im Alter von 33 Jahren. Sein Feldzug ist deshalb die ideale Hintergrundgeschichte für ein rasantes Strategiespiel mit beeindruckenden Massenschlachten und taktischem Tiefgang.

Mit Rome: Total War - Alexander hat Creative Assembly 2006 diese Herausforderung gemeistert, den Entwicklern von Age of Alexander dagegen ist dies nicht gelungen. Stattdessen liefern sie ein nichtssagendes Echtzeit-Strategiespiel ab, ohne irgendwelche Innovationen, aber mit einer lahmen Spielmechanik und liebloser Präsentation.

Mit einer handvoll Männer

Bei der lieblosen Präsentation bleibt die Begeisterung im Keller.

Wenn ihr solch eine gigantische Armee wie Alexander befehligen wollt, braucht ihr ein anderes Spiel. King Arthur hat da wesentlich mehr zu bieten. In Age of Alexander sind eure Truppen stets überschaubar. Massenschlachten sucht ihr vergebens, und die Aufgabenstellung ist nicht besonders herausfordernd. Zwar dürft ihr in der einzigen Kampagne den Alexanderfeldzug ansatzweise nachspielen, aber wie! Sicherlich, die wichtigsten Stationen des historischen Geschehens sind ins Spiel integriert worden. Aber oft kämpft ihr nur auf Nebenschauplätzen.

In der dritten Mission zum Beispiel werdet ihr darüber informiert, dass es in Gordion eine große Schlacht gibt. Mitkämpfen dürft ihr jedoch nicht. Stattdessen schneidet ihr mit der gigantischen Truppenstärke von elf Mann den Nahrungsnachschub der Stadt ab. Eine epische Schlacht sieht anders aus. Von einem Spiel mit historischem Ansatz erwarten wir da mehr. Außen vor statt mittendrin, so könnten wir die Gestaltung der Kampagne beschreiben. Zumindest kommt niemals das Gefühl auf, dass ihr euch in der Rolle des berühmten Herrschers mitten im Kampfgetümmel befindet.

Ancient Wars: Sparta mit neuem Hintergrundszenario

Ein feindliches Gebäude wird dem Erdboden gleichgemacht.

Im Grunde handelt es sich bei diesem Spiel nur um einen Umbau von Ancient Wars: Sparta, lediglich mit neuem Hintergrundszenario. Eine kleine Besonderheit ist, dass ihr eure Einheiten selbst bewaffnen dürft. Es gibt Missionen, wo das auch dringend nötig ist, weil ihr keine Waffen produzieren könnt und ihr darum Beutewaffen einsetzen müsst, die ihr zuvor auf dem Schlachtfeld eingesammelt habt. Ansonsten baut ihr die zwei Rohstoffe Erz und Gold ab, um Gebäude zu errichten, Truppen zu rekrutieren und Forschung zu betreiben, um bessere Waffen herzustellen.

Auch auf dem Schlachtfeld nimmt der Spielspaß nicht zu. Taktischen Tiefgang sucht ihr vergebens. Die Geländebeschaffenheit hat genauso wenig eine Auswirkung auf das Kampfgeschehen wie die Moral der Truppe. Im Grunde ist es auch egal, wie ihr eure Soldaten ausrüstet oder mit welcher Formation ihr antretet. Entscheidend sind im Grunde nur die pure Anzahl und die Lebenspunkte eurer Einheiten. Was für eine Herausforderung! Die wird auch nicht besser durch den auswählbaren Schwierigkeitsgrad, sonderlich anspruchsvoll ist das Spiel nie.

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