Vorschau Blur: Bang Boom Bang

von Jochen Gebauer (03. März 2010)

Mario Kart trifft Burnout: Bei Blur verschmelzen arcadelastige Powerups und realistische Strecken zu einem Fun-Racer mit Suchtgefahr. Wir sind nicht nur durch Barcelona, Tokio und L.A. gerast, sondern haben auch 300 limitierte Beta-Keys für euch abgeräumt. Also: Motor starten, den ersten Gang einlegen und die spieletipps-Redaktion schreddern.

Der Blur-Fuhrpark umfasst mehr als 50 lizensierte Autos - vom Audi bis zum Hummer.Der Blur-Fuhrpark umfasst mehr als 50 lizensierte Autos - vom Audi bis zum Hummer.

Das Ziel vor Augen, Kollege Deppe am Auspuff und einen Geschwindigkeits-Boost im Vorrat. Der Daumen kreist über der A-Taste, noch eine Sekunde und Martin frisst Staub, während wir uns gemütlich zum Sieg katapultieren ... und plötzlich macht's Bumm, unser Lamborghini legt einen blitzsauberen Salto hin und der vermaledeite Deppe kurvt seelenruhig über die Ziellinie. "Hihi", kichert's aus dem Kopfhörer, "diese Rakete habe ich mir extra für dich aufgehoben."

Blur besitzt jene eine Qualität, die jedes gutes Multiplayer-Spiel auszeichnet: Es ist im positiven Sinne manisch-depressiv. Wenn wir auf der letzten Geraden den Zweitplatzierten in den Graben schubsen und den Führenden mit einer clever platzierten Mine in die Luft jagen, dann ist das unglaublich befriedigend. Werden wir hingegen nach einem Bilderbuch-Rennen kurz vor Schluss noch durchgereicht, dann wittern wir eine Verschwörung ("warum haben es alle immer auf mich abgesehen?") und würden dem gemeinen Deppe am liebsten den Controller auf den grinsenden Schädel hauen.

Hier macht der "Shunt", eine Art Rakete mit automatischer Zielsuchfunktion, Kabumm.Hier macht der "Shunt", eine Art Rakete mit automatischer Zielsuchfunktion, Kabumm.

Crazy Batshit

Mit harten, objektiven Fakten kommt man Blur nicht bei, denn es ist, wie sich Lead-Designer Ged Talbot im Interview ausdrückt, "crazy batshit" - und er hat vollkommen Recht. 50 Autos, 60 Challenges, 50 Ränge und maximal 20 Spieler gleichzeitig ... umfangreich, keine Frage, aber die nackten Zahlen reflektieren eben nicht, wieviel Spaß man mit Blur tatsächlich hat, wenn man einmal den Controller in die Hand nimmt. Irrsinnig viel nämlich. Was - wie es sich für einen ordentlichen Arcade-Racer à la Mario Kart gehört - in erster Linie an den Powerups liegt.

Davon gibt's insgesamt acht und die decken die komplette Bandbreite der hundsgemeinen Möglichkeiten ab. Wer in einer Kurve plötzlich zwischen zwei Kontrahenten eingekeilt ist, der wuchtet sie per "Barge" kurzerhand beiseite und hat freie Fahrt. Wer hoffnungslos zurückliegt, der attackiert die Führenden mit Blitzschlägen, die nicht nur Schaden verursachen und die Geschwindigkeit drosseln, sondern dem Ersten auch ein wertvolles Powerup wegnehmen. Wer partout nicht am Gegner vorbeikommt, der ballert ihm einfach eine Rakete mit automatischer Zielsuchfunktion rein. Und wer vorne einsam seine Runden dreht, der sorgt mit Minen dafür, dass er auch einsam bleibt.

Keilen uns die Gegner ein, wirkt eine Schockwelle per "Barge" Wunder - und Schaden macht sie auch.Keilen uns die Gegner ein, wirkt eine Schockwelle per "Barge" Wunder - und Schaden macht sie auch.

Mit Karacho in die Mine

Weil wir immer nur drei Powerups gleichzeitig an Bord haben dürfen, müssen wir ihren Einsatz auf die aktuelle Rennsituation sowie die jeweilige Strecke abstimmen. Bei einem verwinkelten Kurven-Parcours hilft uns der kurzzeitige Geschwindigkeits-Boost via "Nitro" herzlich wenig - dafür braucht's im Idealfall lange Geraden und ein paar langsame Gegner, die sich damit auch überholen lassen. Haben wir hingegen eine ganze Armada von Verfolgern am Hinterreifen, wirken clever platzierte Minen Wunder - am Besten abgelegt in einer nicht ganz einzusehenden Kurve oder, besonders fies, quasi unsichtbar direkt hinter einem begehrten Powerup. Beim Probespielen stellten wir beispielsweise fest, dass die grünen Nitro-Powerups unsere Mitspieler geradezu magisch anzogen - und freuten uns diebisch, wenn mal wieder einer mit Karacho in die Mine bretterte, die wir genau dahinter gelegt hatten.

Besonders motivierend: Bei jedem erfolgreichen Einsatz eines Powerups erhalten wir Fans. Dabei handelt es sich quasi um Erfahrungspunkte. Haben wir eine bestimmte Menge Fans gesammelt, steigen wir einen Rang auf und schalten neue Autos, Wettbewerbe und Upgrades frei. Das System erinnert rudimentär an ein Rollenspiel und entwickelt schnell einen ähnlichen Suchtfaktor wie etwa Diablo 2. Zumal es, ganz untypisch für ein Rennspiel, auch Spieler belohnt, die nicht jedes zweite Rennen gewinnen. Natürlich erhalten wir auch für unsere Abschlussposition Fans - aber eben nicht zwangsläufig mehr als ein Spieler, der auf die Pole Position pfeift und dafür massig Gegner schrottet.

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