Test Final Fantasy 13: Jetzt schlägt's dreizehn!

von Redaktioneller Mitarbeiter (10. März 2010)

Wie beginnt man einen Test zu einem Spiel, das völlig aus der Reihe tanzt? Wie beginnt man einen Test zu einem Spiel, das total enttäuscht, zugleich aber irgendwie gepackt hat? Wie beginnt man einen Test zu Final Fantasy 13, das so völlig anders, aber doch irgendwie gleich ist? Genau so, wie wir es gerade getan haben. Einfallsreich, nicht wahr?

Mit Raketenwerfer zum Erfolg!Mit Raketenwerfer zum Erfolg!

Es fällt uns schwer. Es fällt uns wirklich schwer, wenn eine Spieleserie sich stetig verändert und wir dies bewerten müssen. Unzählige Serien wandelten sich im Laufe der Zeit, veränderten und formten sich zu völlig anderen Titeln - dabei ist aber immer der Name der bestehenden Reihe auf der Packung, im Spiel, in der Werbung

Das Problem an so einer fortwährenden Wandlung ist nicht unbedingt die Wandlung an sich, sondern vielmehr der eigene Favorit in jener Reihe. Bei Resident Evil ist es der erste Teil, bei Gran Turismo favorisiert der zweite Ableger, und bei Final Fantasy hat der siebte Teil einen Legendenstatus. Nun ist mittlerweile Final Fantasy 13 erschienen und wir wissen nicht so recht, wie wir damit umgehen sollen. Dabei spalteten schon vorherige Ableger die Gemüter.

Good old Snow will seine Verlobte retten.Good old Snow will seine Verlobte retten.

Koks und bunt

Ob nun die Grafik kritisiert oder die schlechte Story bemängelt wurde, die Final-Fantasy-Anhänger haben's nicht leicht. Dabei liegt es nicht nur an den eher mäßigen Spielen, sondern auch an der Erwartungshaltung. Wer schon mal den siebten oder sechsten Teil gespielt hat, weiß, was wir meinen.

Aber genug der Vergleiche. Square Enix nimmt sich des Wandels der Zeit an und hat scheinbar ein Spiel für die Masse geschaffen. Japano-Rollenspiele sind nicht Jedermanns Sache, da der quietschbunte Look für viele Spieler eher nach zu viel Koks ausschaut. Und obwohl Final Fantasy 13 von Kopf bis Fuß genau so bunt ist wie die Vorgänger, huldigt Square Enix hier dem Mainstream. Ob das bei der Story beginnt, ist schwer zu sagen, aber der Kitsch ist von Anfang an dabei - leider.

Lightning ist die Schwester von Serah und irgendwie nicht so gut drauf.Lightning ist die Schwester von Serah und irgendwie nicht so gut drauf.

Cocoon und Pulse

Auf dem ersten Blick erscheint die Geschichte verzwickt, unmenschlich und spannend. Dieser erste Blick erreicht aber erst spät unser Gehirn, zuvor wird uns nämlich ein wenig übel vor lauter Klischees. Betrachten wir die Sache aber erst einmal von der erzählerisch spannendes Seite: Die Planeten Pulse und Cocoon sind verfeindete und völlig verschiedene Schauplätze der Story. Die Armee von Pulse trat den sogenannten Transgressionskrieg los, als sie in Cocoon einmaschierten. Nach vielen schweren Schlachten und unzähligen Toten konnten die Soldaten von Cocoon allerdings die Angreifer abwehren. Wirklich vorbei war der Klinsch nicht, aber die Bewohner konnten erst mal verschnaufen.

Nie hat einer der vielen Millionen Menschen von Cocoon den Planeten Pulse je gesehen, da sie das strikte Verbot haben, Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen, geschweige denn mit anderen Planeten. Die Regierung besteht aus dem Sanktum, das von Menschen geführt wird. Sie erteilen Befehle, führen Politik, verkünden Gesetze und kontollieren ihre Einhaltung. Drahtzieher des Ganzen und noch viel mehr sind jedoch die Fal'Cie, übernatürliche Wesen, die ein Leben auf Cocoon erst ermöglichten.

Das Kampfsystem im Detail.Das Kampfsystem im Detail.

Von Verbannung und Unmenschlichkeit

Dass die Furcht vor Pulse groß ist, wusste das Sanktum. Schließlich wissen auch die höchsten Befehlshaber selber nicht, was auf Pulse vor sich geht und welche Gefahren dort lauern. Das stetig Unbekannte lauerte, wartete, gierte nach einen Angriff auf Cocoon - und die Menschen merkten dies. Als aber ein fremdes Fal'Cie entdeckt wurde, reagierte die Regierung über - sie wusste nicht, woher dieses Wesen kam, ob es feindlich gesinnt war und ob es schon Schaden angerichtet hat. Aus diesem Grund veranlasste die Regierung eine komplette Umsiedlung aller Bewohner der Stadt, in der das fremde Fal'Cie entdeckt wurde. Umsiedeln nannten die Höchsten von Cocoon diese Aktion, verbannen und säubern trifft es eher. Hier treten erste dramaturgische Aspekte auf: Menschen werden weggeschickt, nach Pulse, ohne wirkliche Informationen. Sie werden auf offener Straße hingerichtet, jeder, der Kontakt mit dem Fal'Cie hatte, musste so schnell wie möglich entfernt werden. Ein menschlicher Konflikt, der sofort in unsere emotionale Magengrube tritt.

So weit, so klischeefrei. Allerdings ändert sich das schnell. Die Protagonistin Lightning tritt ins Spiel und kommt uns irgendwie bekannt vor. Nicht, weil wir sie schon in einem vorherigen Final-Fantasy-Teil gesehen haben, sondern weil ihre Motive so herrlich langweilig und schon so oft dargewesen sind. Ihre Schwester, die direkten Kontakt mit dem Fal'Cie hatte, wird verbannt und soll nach Pulse geschickt werden. Selbstlos wie Lightning also ist, gibt sie ihren Job bei der Armee auf und verfrachtet sich selber in einen der Züge, in dem die Verbannten gesammelt werden.

Atemberaubende Sequenzen sorgen für Spannung!Atemberaubende Sequenzen sorgen für Spannung!

Dramatisch ergreifend?

Dann geht alles ganz schnell: Die Hübsche zettelt mit dem bis eben noch unbekannten Sazh eine bewaffnete Meuterei an. Für die Schwester tut sie eben alles. Sie kämpft sich ihren Weg frei, zu ihrer Schwester, zu ihrer Familie - klingt emotional ergreifend, ist zu Beginn aber eben nicht so. Wir kennen sowohl Lightning als ihre Schwester Serah nicht, wissen zu wenig über sie, über ihr Verhältnis - das ändert sich zwar im Laufe der Zeit und es wird zuweilen auch richtig ergreifend, wenn wir die Verbindung zwischen Lightning und Serah verstehen, die ersten Stunden kann sich diese Schwester-Dramaturgie aber kaum entfalten.

Es scheint allerdings so, als hätte Square Enix noch nicht genug Kitsch gehabt. Mal ehrlich, Person A will Familienmitglied B retten und tötet dafür X Personen - altbekannt. Aber Held A will Geliebte B retten und tötet dafür X Personen - altbekannt, klischeebeladen und ordentlich unspannend. So auch in Final Fantasy 13 und dem Charakter Snow. Er ist Serahs Verlobter und Teil einer Widerstandsgruppe, die sich zum Ziel gemacht hat, der Regierung von Cocoon mal ordentlich in den Arsch zu treten. Dabei gerät die Rettung von Snows Verlobter jedoch schnell in den Vordergrund und wir erhalten wenig Information über jene Gruppe. Dafür bekommen wir immer wieder zu sehen, für welch coolen Typen sich Snow hält. Er nennt sich einen Helden, er möchte ja unbedingt seine Verlobte retten, ganz egal, wie viele hundert Soldaten auf ihn warten. Als das Ganze aber sogar klappt, er zufälligerweise auf Lightning und Sazh trifft und Snow übrigens ja auch noch zwei Begleiter hat, findet die Story also ihre Hauptfiguren.

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