Test FF 13 - Seite 4

Es gibt keine Welt

Apropos mächtiger: Eure Waffen könnt ihr mit verschiedensten Materialien aufwerten. Dabei gibt es sogar ein richtiges Aufstiegs-System. Jedes Material gibt der Waffe Erfahrungspunkte, so steigt eure Waffe immer weiter auf und wird zur ultimativen Vernichtungsmaschine. Und das motiviert fast mehr als die eigentliche Charakterentwicklung. Jede Waffe, die wir finden, ist charakterspezifisch. Also Sazh zum Beispiel trägt zwei Knarren, während Lightning Schwerter bevorzugt und Fang eine große Lanze schwingt. Eine neue Waffe verändert natürlich auch optisch die Waffe im Kampf, aber eine wirkliche Item-Vielfalt gibt es nicht - brauchen wir auch gar nicht, da sich die Schmuckstücke und Waffen motivierend aufrüsten lassen.

Ein großer Kritikpunkt fällt in diesem Zusammenhang aber sofort auf: Es gibt keine traditionellen Shops mehr. Städte sowie so nicht. Ja, ihr habt richtig gelesen. An Terminals, die in den Levels platziert sind, müsst ihr alle wichtigen Aktionen vornehmen: Handel, Speichern, Modifikationen. Dort kauft oder verkauft ihr Materialien, Waffen oder Phönixfedern und rüstet eure Waffen auf. Das hat zwar den Vorteil, dass wir sehr oft in einem Abschnitt einkaufen können, da diese Terminals fair platziert sind, die guten alten Shops vermissen wir jedoch schmerzlich. Sowieso gibt es keine offene Welt. So gut wie jede Minute in diesem Abenteuer ist strikt linear und lässt absolut keinen Freiraum für eigene Entscheidungen. Quasi nur gegen Ende in Kapitel 11 öffnet sich die Welt und wir können ein wenig auf Erkundungstour gehen.

Shiva und ihre Schwester und das Motorrad.Shiva und ihre Schwester und das Motorrad.

Mainstream-Musik

Es kommt nur selten das Gefühl auf, in einer belebten Welt zu sein. Natürlich sorgen die zahllosen Sequenzen für ein filmisches Erlebnis, aber wenn wir immer und immer wieder nur die engen Levelschläuche passieren und stets die Ziele auf der Karte markiert sind, fühlen wir uns extrem eingeengt. Und da es nun mal nur enge Levels gibt und sich Städte rar machen, gibt es keine Interaktion mit irgendwelchen NPCs. Minispiele könnt ihr eh vergessen, gibt es auch nicht.

Auch die nicht vorhandenen Nebenquests sorgen für Unmut. Die ab Kapitel 11 verfügbaren Jagdmissionen sind schlicht langweilig und im Vergleich zum Vorgänger lächerlich. Linearität ist also das größte Stichwort von Final Fantasy 13. Auf den Soundtrack kann man das zwar nicht beziehen, da er von Rock bis Japano-Pop alles bereithält, aber recht unmotiviert und wenig bombastisch daherkommt. Zudem sind viele Platzierungen der musikalischen Untermalung schlichtweg unpassend, sodass die Musik mehr stört als fasziniert.

Pro:

  • beeindruckende Grafik
  • geniale Render-Sequenzen
  • aufrüstbare Waffen
  • vielfältige Charaktere
  • spannende Geschichte...

Contra:

  • ... die teils sehr kitschig ist
  • wenig Abwechslung
  • Levels strikt linear
  • langweilige Soundkulisse
  • simpler Schwierigkeitsgrad

Meinung von Redaktioneller Mitarbeiter

Noch nie hat mich ein Final-Fantasy-Teil so verwirrt wie jetzt. Ich bin schlicht enttäuscht, schlicht begeistert, euphorisiert und enttäuscht, ich hatte Spaß und ich langweilte mich zu Tode. In den 55 Stunden Spielzeit habe ich also jede Menge erlebt, es war allerdings ein Wechselbad der Gefühle. Und das war nicht auf Grund der Story. Die ist zwar wirklich packend und wird genial in Szene gesetzt, ist aber für eine wirklich dramaturgische Note zu klischeebeladen und kitschig. Dennoch war ich gefesselt von den Abenteuern von Light, Hope, Fang, Snow, Vanille und Sazh - fast alle Charaktere sind gut ausgearbeitet und sorgen für viele unterschiedliche Emotionen. Die grandiosen Render-Sequenzen präsentieren all das in einem filmischen Meisterwerk.

Spielerisch ist Final Fantasy 13 aber mit Abstand das Enttäuschendste der ganzen Reihe. Das Kampfsystem setzt auf alte ATB-Tugenden, in den langweiligen und anspruchlosen Kämpfen kann es jedoch nicht sein ganzes Potential ausschöpfen. Die Charakterentwicklung besteht aus Angriffskraft, Magie und Lebensenergie und deren Steigerung im Kristarium. Allerdings ist die rollenspezifische Weiterentwicklung auf Dauer wirklich motivierend, da wir merklich stärker werden. Auch das Paradigma-System und die schnellen Rollenwechsel im Kampf sorgen sowohl für Taktik als auch für Chaos und Hektik. Ja, Final Fantasy 13 klingt überwiegend schlecht, da aber die Story dermaßen packen kann und jeder anspruchsvolle Kampf den Spielspaß enorm anhebt, ist die Linearität und die fehlende Abwechslung fast vergessen.

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meint: Keine Abwechslung, keine Nebenaufgaben, keine offene Welt - Final Fantasy 13 packt dennoch mit emotionalen Momenten.

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