Test Resident Evil Gold: Taugen die beiden Extra-Episoden?

von Redaktioneller Mitarbeiter (20. März 2010)

"Da! Da hat doch gerade etwas geknarrt! Verdammt, ich werde hier noch wahnsinnig! Der Lichtkegel meiner Taschenlampe ist echt fürn Po. Und sowieso ... da, da wars schon wieder! Da hat sich eben irgendwas bewegt, ich bin mir sicher. Oder doch nicht? Egal, ich gehe da jetzt rein, bewaffnet mit meiner schäbigen Taschenlampe und meinen geballten Fäusten!" Tja. Plötzliche Musik, ein genervter Zombie, ein Biss in den Hals und ein greller Schrei. Schlagzeile in der Zeitung am nächsten Tag: "Junger Mann eingewiesen - Videospiel war zu gruselig!"

In Resident Evil 5 wird's nicht ganz so düster.In Resident Evil 5 wird's nicht ganz so düster.

Genau DAS erwarten wir von einem Resident-Evil-Ableger - endlose Angst und eine nasse Unterhose. Einfach nur Panik und Schrecken. Intensiver Horror und Alpträume danach. Bisher konnte uns die Geschichte rund um den Umbrella-Konzern zwar oft zum Schreien bringen und genau diese Angst abliefern, allerdings geht der mittlerweile fünfte Teil einen komplett anderen Weg. Leider. Resident Evil ist zum stinknormalen Shooter geworden. Eigentlich haben wir uns fest vorgenommen, diese Wandlung nicht mehr zu erleben. Aber es ist wirklich passiert: Resident Evil steht nicht mehr für pure Angst.

Ok, wir gehen zwar gerade etwas hart mit Resident Evil 5 um. Schließlich hat jener Titel den ein oder anderen Moment von Furcht und Panik, aber genau diese Momente können wir fast an einer Hand abzählen. Wir vergießen nicht nur eine Träne über diesen Umstand, denn wenn wir ein Spiel dieser Reihe anschmeißen, wollen wir uns fürchten und nicht vor lauter Shooter-Ballerei wuschig werden. Aber genug der Nostalgie: Resi 5 ist nun mal anders. Capcom hat dies wohl gewusst und eine Menge Downloadcontent veröffentlicht, der auf der Resident Evil 5 - Gold Edition komplett enthalten ist. Und teilweise hat man sich bei den zusätzlichen Inhalten auf alte Werte besonnen.

Da wird's vielmehr sonnig.Da wird's vielmehr sonnig.

Keine Action

Bisher gibt es zwei neue Episoden, die Capcom veröffentlicht hat: "In Alpträumen verloren" und "Verzweifelte Flucht". Und die jeweiligen Namen beschreiben die Episoden fast perfekt. In der ersten geht es ganz nostalgisch in das Herrenhaus des Umbrella-Konzerns - mit Good Old Jill und Chris. Hier wird sofort die wohlige Grusel-Atmosphäre entfaltet, die wir aus den vorherigen Teilen nur zu gut kennen. Es ist einfach herrlich!

Mit Blutspuren und wenig musikalischer Untermalung schafft es diese Episode sofort, uns in den Bann zu ziehen. Die hervorragende Grafik hat uns nicht nur beim Hauptspiel im afrikanischen Setting beeindruckt - hier wird das Ganze aber nochmal überboten, da die technisch auf hohem Niveau agierende Engine ihr ganzes Potenzial ausschöpfen kann. Es gibt dunkle Korridore, atmosphärisch beleuchtete Räume und genial schlicht gehaltene Effekte, die sofort das Flair aus dem ersten Teil heraufbeschwören.

Zusammen mit Jill geht's den Mutanten an den Kragen!Zusammen mit Jill geht's den Mutanten an den Kragen!

Es gibt ihn noch!

Die ersten Minuten im Herrenhaus verlaufen angenehm ruhig und kommen fast ohne Zombies aus. Es dreht sich zunächst alles um ein paar Rätsel und die bloße Erkundung des Hauses. Ruhig und mit wenig Action also besinnt sich diese Episode auf alte Werte. Nach und nach aber treffen wir auf die ersten Zombies und es wird geschossen und getötet. Anders als im Hauptspiel kommen hier aber nicht schier endlos viele Untote auf euch zu, hier wurde merklich auf Spannung und Atmosphäre gesetzt. Die einen Zombies nämlich sind kaum gefährlich, kommen aber urplötzlich auf uns zu und die ersten Schreck-Momente nehmen ihren Lauf. Eine wirkliche Gefahr hingegen sind die größeren Viecher, die mit einem Anker bewaffnet sind - diese Gesellen sind genau so gefährlich wie das Pendant aus dem Hauptspiel mit der Axt. Also rasch auf Abstand gehen und bloß nicht von der Säure getroffen werden!

Das bekannte Stop-and-Shoot-Prinzip wurde natürlich auch hier übernommen, es gibt allgemein keine spielerischen Veränderungen im Downloadcontent. Sprich, stehen bleiben, zielen und feuern. Dieses Prinzip mag altmodisch sein, verleiht aber auch dieser Episode den alten Charme vergangener Teile. Zum Ende hin der rund 90-minütigen Episode gibt es eine ziemlich waffenlose-Wendung und einen angenehmen Showdown mit einem alten Bekannten. Alles in allem zollt Capcom hier den Grusel- und Rätsel-Einlagen Tribut - es ist spannend, fordernd, unheimlich und verdammt nostalgisch. Es gibt ihn noch, den Resident-Evil-Grusel-Faktor!

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