Test God of War 3 - Seite 3

Jaja, die gute, alte Nackenmassage.Jaja, die gute, alte Nackenmassage.

Drücken, drücken, drücken

Obwohl Quicktime-Events etwas verpönt sind, setzt Kratos sie natürlich erneut exzessiv ein. In allen Finishing-Moves wird eure Schnelligkeit auf die Probe gestellt, die Tasten werden in den jeweiligen Richtungen angezeigt - also das X erscheint immer unten, das Dreieck stets oben, wenn ihr es drücken sollt. So lassen sich die Events relativ leicht erkennen, weil jede Taste nun mal eine feste Position hat. Dadurch wird aber nicht das geschmeidige Kampfgefühl reduziert, da der Schwierigkeitsgrad angenehm hoch ist und wir einfach nicht wissen, welchen Knopf wir als nächstes drücken müssen. Die Quicktime-Events verschmelzen also angenehm mit dem dynamischen Kampf, da auch bei den vielen Boss-Kämpfen ein schnelles Drücken des Kreis-Knopfes unter anderem Kronos abhält, uns zu zerquetschen.

Da kommen wir zu der nächsten Glanzleistung im finalen Racheakt von Kratos: Die eigentlichen Kämpfe gegen die Götter und Titanen. Während normale Gegner mit einem Quicktime-Event oder "normaler" Gewalt in die Unterwelt geschickt werden, sieht es bei den Boss-Kämpfen ganz anders aus. Jeder von ihnen hat seine eigene Dynamik, seinen eigenen Gewalt-Charme, seine eigene Art bezwungen zu werden. Besonders erwähnenswert sind die Kämpfe gegen Hades und den Titanen Kronos - schier beeindruckend und absolut fesselnd! Diese Lichteffekte, dieser Kampfablauf in verschiedenen Phasen, die herrliche Abwechslung durch Quicktime-Events, es ist schlicht großartig. Teilweise sind Momente dazwischen, wo wir nicht nur das Atmen vor lauter Staunen vergessen, da werden wir unser Leben lang dran denken und zu den denkwürdigsten Momenten in unserer Spieler-Laufbahn zählen. Ohne Witz, gerade die Auseinandersetzung mit Kronos ist ein beeindruckendes Zeugnis für Bombast, Action, Abwechslung und Dramatik.

Mit unseren Flügeln geht es ganz schön rasant zur Sache.Mit unseren Flügeln geht es ganz schön rasant zur Sache.

Der ungeliebte Sohn

Dass die griechische Mythologie in den letzten beiden Teilen mehr missbraucht als faktisch richtig umgesetzt wurde, dürfte nicht verwundern, da daraus ja irgendwie ein Videospiel gemacht werden muss. Und das haben die Entwickler von Santa Monica ja bisher auch großartig hinbekommen. Im dritten Teil geht es mit der Geschichte um den Olymp in Kratos' Manier weiter, allerdings haben sich Entwickler ein ganz bisschen näher an die wirklichen "Tatsachen" gerichtet. Ob wir es nun merken oder nicht - ist eh wurscht, denn auch ohne den geschichtlichen Hintergrund von Herkules, Poseidon oder Hermes zu kennen, hat es Spaß gemacht, ihnen die Hölle heiß zu machen. Erwähnenswert war auch der Auftritt von good old Herkules, bekanntermaßen Zeus' Sohn und somit Bruder von Kratos. Leider war Herkules immer das ungeliebte Kind und daher ziemlich sauer auf Kratos, da er mehr oder weniger von Zeus "bevorzugt" wurde. Ein interessanter Konflikt macht sich da breit: Herkules ist sauer, Kratos ist sauer, da geht gleich eine Atombombe hoch.

Wie gesagt, es ist uns egal, ob die mythologischen Hintergründe nun detailgetrau ausgearbeitet sind oder eben nicht. Das liegt einfach daran, dass das komplette Art-, Level- und Gegner-Design absolut grandios ist. Da haucht Poseidon sein Leben aus und gewaltige Fluten durchströmen das Land, Helios' Tod hüllt Olympia in Dunkelheit, in weiter Ferne wüten Stürme und Tornados. Jeder Levelabschnitt, sei es die Schmiede von Hephaistos, die Unterwelt von Hades oder der Olymp selber - es ist majestätisch, erhaben, furchterregend, grauenvoll, einfach durchgehend passend und einmalig. Die Gärten des Olymp, das Labyrinth des Daedalus, das Innere eines Titanen - die Entwickler übertreffen sich selbst.

Helios' Kopf in Aktion. Der hat garantiert Kopfschmerzen.Helios' Kopf in Aktion. Der hat garantiert Kopfschmerzen.

Fly high

In all diesen wundervoll gestalteten Kulissen verbergen sich natürlich nicht nur die vielfältigen Gegner. Spielerisch bietet God of War 3 nämlich sehr viel mehr als bloße Gewaltorgien. Wie gewohnt servieren uns die Entwickler eine sehr ausgiebige Mischung aus Kämpfen, Erkunden, Rätseln und Boss-Fights. Natürlich ist hier kein Rätsel-Niveau aus irgendwelchen Adventures gegeben, doch nur die wenigsten Knobeleien lösen sich nach nur einem Gedankengang. Klar, da schaut man sich ein paar Sekunden die Situation an und schon haben wir die Lage erkannt, aber gerade das lockert das Spielgeschehen auf und sorgt für Abwechslung. Einige Abschnitte hingegen sind gefüllt mit Geschicklichkeitspassagen und knackigen Rätsel. Die Gärten des Olymps beispielsweise sind erfrischend schwierig zu durchstreifen, ein aus Kisten bestehendes Labyrinth erfordert ebenso jede Menge logisches Denken, da die Kisten gedreht werden können.

Zwar ist ein kurzer Abschnitt mit einem Koop-Partner spielerisch nicht neu, aber durchaus abwechslungsreich. Die Mischung macht es: All diese Elemente wechseln sich ab, kombinieren ihre Eigenarten miteinander und sorgen durchweg für Abwechslung und Spielspaß. Und wenn wir mit den Flügeln des Ikarus durch enge "Höhlen" fliegen und dabei herabstürzenden Steinen ausweichen müssen, bleibt uns einfach die Luft weg.

Anmutig, schön, atemberaubend - wie jetzt? Also eigentlich sollte hier ein Bild von Aphrodite sein...Anmutig, schön, atemberaubend - wie jetzt? Also eigentlich sollte hier ein Bild von Aphrodite sein...

Hot, hotter, Aphrodite

Wir können, wenn wir Lust und Laune haben, auch auf das ein oder andere größere Viech aufspringen und es "steuern". So werden kleine Feinde zur Vorspeise, allerdings müssen irgendwann auch die kontrollierten Viecher umgebracht werden - immerhin gibt es dann einen spektakulären Finishing-Move zu bestaunen.

Zudem gibt es abseits der typischen God-of-War-Elemente auch noch die Möglichkeit, die Verbannungsklingen als Kettenklinge zu nutzen, um uns dann an Harpyien durch die Luft zu manövrieren. So kann man Hindernisse auch überwinden, ja. Oder aber ihr habt Sex. Natürlich. Sie konnten wieder mal nicht darauf verzichten, die Entwickler. Sie mussten erneut eine Sex-Szene implementieren. Okay, Aphrodite ist zwar ein heißer Feger, keine Frage, jeder Mann würde gerne mal mit ihr ... nun, schnackseln, aber das Ganze mit Quicktime-Events zu versehen, verleiht dem eine unfreiwillige Komik. Die Sex-Szene ist aber rein optional und muss nicht "vollzogen" werden.

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